Zweimal in Folge wurde Fabio Quartararo in Aragon und Mugello zuletzt auf den Boden der MotoGP-Tatsachen zurückgeholt. Auf drei Pole Positions in Serie folgten die Plätze 11, 10 und 14 sowie ein Ausfall am hinteren Ende der Punkteränge liegend. Diese Resultate hätten die wahre Pace der Yamaha YZR-M1 aufgezeigt, bilanzierte 'El Diablo' im Anschluss. "Wir sind weit weg. Manchmal sieht es so aus, als würden wir Fortschritte erzielen, aber wir machen sie nicht wirklich", verkündete er - und sollte nur sechs Tage später schon wieder auf der Pole Position stehen.
Sonderlich überraschend kam das am Samstag in Assen allerdings nicht, hatte sich Quartararo doch schon das gesamte Wochenende über in starker Verfassung präsentiert. Bereits am Freitag holte er seine erste Trainingsbestzeit seit Silverstone 2022 und belegte auch im FP2 vor dem Qualifying wieder den ersten Platz. "Die Pace ist gut. Nicht die beste, aber gut. Das ist gut für den Sprint, da sollten wir nicht schlecht sein", verkündete er deshalb bereits am Freitag hoffnungsvoll.
Fabio Quartararo in Sprint-Startphase durchgereicht: Verteidigung unmöglich!
Zu Beginn des Sprints sah es dann aber so aus, als würde Quartararo in alte Muster verfallen. Marc Marquez ging gleich am Ende der ersten Runde vorbei, im zweiten Umlauf dann auch Alex Marquez und Marco Bezzecchi. Der Yamaha-Star schien den Rückwärtsgang eingelegt zu haben, konnte sich dann aber mit Ende des ersten Renndrittels stabilisieren - und hatte vermutlich auch Glück, dass der zu diesem Zeitpunkt direkt hinter ihm fahrende Francesco Bagnaia über altbekannte Sprintprobleme klagte und nicht in Angriffspositionen kam.
In der Schlussphase sah es dann sogar kurzzeitig nochmal danach aus, als könne Quartararo Bezzecchi den dritten Platz nochmal streitig machen. In Runde zehn endete das Rennen der Startnummer 20 dann aber vorzeitig im Kiesbett von Kurve acht. Wieder mal schnell also, aber eben auch wieder mal keine Punkte für 'El Diablo'. "Es war schwierig, wir können nicht mit ihnen kämpfen", kommentierte er sichtlich niedergeschlagen. "Wir können schnell sein, aber mit ihnen zu kämpfen... das ist nochmal eine ganz andere Geschichte."
Den Sprint hatte Quartararo auf gebrauchten Reifen starten müssen, um einen frischen Satz für das Hauptrennen am Sonntag aufzusparen. Allerdings kein Grund für den Rückfall am Start oder den Sturz in Runde zehn: "Das Heck hat die Front etwas nach vorne gedrückt, aber das war nicht das Problem. Das Problem war, dass ich jede einzelne Runde wie in einer 'Timeattack' pushen musste, weil wir auf den Geraden so viel Zeit verlieren. Das sind zwei Zehntel pro Runde, am Ende des Sprints also 2,6 Sekunden [0,2 Sek. über 13 Runden hinweg, Anm.]."
Quartararo konsterniert: Keine Ahnung, wann ich das letzte Mal überholt habe!
Geht man nach dieser Rechnung, hätte Quartararo zum Zeitpunkt seines Sturzes knapp 1,8 bis 2,0 Sekunden hinter dem späteren Sieger Marc Marquez liegen müssen. Tat er aber nicht, es waren zu Beginn von Runde zehn nur 1,346 Sekunden. "Das zeigt, dass wir den grundsätzlichen Speed haben, aber wir können einfach nicht kämpfen", findet Quartararo. "Wir können einfach nicht überholen. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen Fahrer überholt habe, von der ersten Runde abgesehen. Ich glaube nicht, dass das dieses Jahr schonmal passiert ist. Wir haben einfach keinen Grip und wissen nicht, wie wir unsere Power nutzen sollen."
Überholen konnte oder wollte auch Alex Marquez am Samstag nicht. Warum er sich im Sprint so sehr zurückhielt, erfahrt ihr in diesem Artikel:



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