Der langersehnte erste MotoGP-Sieg in einem Grand Prix fehlt noch immer, doch Alex Marquez erlebt 2025 bislang ohne Zweifel seine mit Abstand stärkste Saison in der Königsklasse. Sieben zweite Plätze reihte er zum Start aneinander, ehe nach einer Kollision mit Fabio Di Giannantonio und berechtigter Longlap-Penalty im Katar-Grand-Prix erstmals nur Rang sechs drin war. Marquez musste sich anschließend heftige Kritik von seinem Unfallgegner gefallen lassen, seinem Selbstvertrauen scheint das jedoch nicht geschadet zu haben. Der 29-Jährige flog auch in Jerez über die Strecke - und zwar in mehrerlei Hinsicht.
Alex Marquez crasht am MotoGP-Freitag in Jerez gleich doppelt
Denn Marquez sicherte sich am Freitag zum Spanien-Grand-Prix nicht nur beide Trainingsbestzeiten, er verzeichnete auch gleich zwei Stürze: Nummer zwei und drei in der laufenden Saison für ihn. Zunächst erwischte es den Mann aus Cervera zur Halbzeit von FP1 in Kurve eins und wenige Stunden später dann gleich zu Beginn des Trainings in der schnellen Rechtskurve T5. Ein heftiger Abflug, beschädigte Marquez' Gresini-Ducati doch sogar den Airfence und sorgte somit für eine Rote Flagge. Er selbst blieb unverletzt, schimpfte am Abend in seiner Medienrunde aber dennoch über sich selbst.
"Ich habe heute Morgen mit dem weichen Reifen einen Fehler in Kurve eins gemacht und heute Nachmittag dann wieder in Kurve fünf. Da bin ich zu viel Risiko gegangen, das müssen wir besser kontrollieren", kommentierte Marquez seine beiden Stürze und begründete: "Okay, heute ist nichts passiert. Aber solche Freitage können große Auswirkungen auf deine Weltmeisterschaftssaison haben."
Er wäre schließlich nicht der erste Fahrer, der sich in den letzten Jahren nach Stürzen einer längeren Zwangspause hätte unterziehen müssen. In Jerez fehlen mit Jorge Martin und Miguel Oliveira auch jetzt wieder zwei Stammfahrer verletzt. Und auch der Gresini-Pilot ließ seine Fans am Nachmittag einige Minuten zittern, kehrte er doch erst zum Beginn der zweiten Trainingshälfte wieder auf die Strecke zurück. Bei dieser längeren Abstinenz nach dem zweiten Crash handelte es sich laut Teammanager Michele Masini jedoch um eine reine Vorsichtsmaßnahme, war sein Schützling im Kiesbett von Kurve fünf doch ordentlich durchgewirbelt worden.

Alex Marquez sauer: Komplettes Trainingsprogramm durch Stürze im Eimer!
Als Marquez dann endlich wieder mitmischte, war er auch direkt wieder schnell und zauberte in der Schlussphase sogar noch einen neuen Rundenrekord aus dem Hut. "Das war das Beste, was ich tun konnte, um mich beim Team für die beiden Stürze zu entschuldigen", kommentierte er mit einem Lächeln im Gesicht, war im Anschluss aber schnell nicht mehr zum Spaßen aufgelegt. "Ich bin in einem Zu-Viel-Selbstvertrauen-Modus gefahren. Ich habe das Limit nicht mehr gespürt, das Bike war zu stabil und zu gut. Ich habe nur noch gepusht und nicht erkannt, wo das Limit war", lautete die harsche Eigenkritik.
"Unser Ziel war es, direkt in Q2 dabei zu sein und das haben wir ganz ordentlich hinbekommen. Davon abgesehen können wir aber überhaupt nicht mit unserem Tag zufrieden sein", klagte Marquez weiter. Denn die beiden Stürze brachten das komplette Programm für den Trainingsfreitag durcheinander und verhinderten unter anderem, dass der WM-Zweite wichtige Longruns auf dem Medium-Hinterreifen absolvieren konnte. Während die Konkurrenz bestens vorbereitet ist, wartet auf Marquez speziell am Sonntag im Grand Prix nun eine Fahrt ins Ungewisse. Wahrlich keine ideale Voraussetzung, um endlich den ersten Sieg einzufahren.
"Wir haben noch Arbeit vor uns", weiß Marquez deshalb. Dennoch hofft der 29-Jährige, auch am restlichen Wochenende nochmal ganz oben im Klassement auftauchen zu können. Die Konkurrenz rechnet mit ihm, allerdings nur begrenzt. "Sein Selbstvertrauen wird auch morgen wieder groß sein, aber er geht viel Risiko", kommentierte etwa Bruder Marc Marquez und auch Francesco Bagnaia sagte mit Blick auf die Chancen der Startnummer 73: "Alex riskiert viel und hat heute zwei Fehler gemacht, wir werden sehen."
Was meint ihr: Kann Alex Marquez in Jerez ganz vorne mitkämpfen oder drohen vielmehr die nächsten Stürze, sollte er versuchen, das Tempo der beiden Ducati-Werkspiloten mitzugehen? Lasst uns eure Prognosen zum Qualifying und Sprint in den Kommentaren da!



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