Der MotoGP-Startabbruch im Amerika-GP ließ am Sonntag die Wogen hochgehen. Im Grid und in der Boxengasse herrschte totales Chaos, die Rennleitung war mit der Situation sichtlich überfordert. Die Motorrad-Weltmeisterschaft und ihre Institutionen haben sich so absolut nicht von ihrer besten Seite gezeigt. Und das, obwohl ein ebenso wenig schmeichelhafter Zwischenfall abseits der TV-Kameras passierte.

MotoGP-Safety-Car kracht in Leitplanke

Auf dem Weg in die Startaufstellung verunfallte das Safety-Car. Es schlug nach einem Fahrfehler auf der feuchten Strecke im letzten Sektor in die Leitplanke ein und wurde stark beschädigt. Trotz eines deutlich erkennbaren Fahrwerksschadens war es dem Fahrer noch möglich, den BMW M5 auf die Service-Road zu steuern, wo das Auto schließlich von einem Abschleppwagen entfernt wurde.

Mit dem abgebrochenen Rennstart hatte der Safety-Car-Unfall somit nichts zu tun. Die MotoGP bringt ausreichend Fahrzeuge an die Strecke, um auch für solche Zwischenfälle gerüstet zu sein. Insgesamt stehen vier Autos zur Verfügung, wobei drei davon auch als Medical-Cars fungieren können, also mit einer vollen Notarztausrüstung bestückt sind. Ein Wagen ist ein reines Safety-Car, das aber eben jederzeit durch ein Medical Car ersetzt werden kann.

MotoGP hat Ersatzfahrzeug bereit

So standen auch am Sonntag wie im Reglement vorgesehen zwei Fahrzeuge an der Spitze der Startaufstellung. Sie setzen sich anschließend nacheinander in Bewegung. Zuerst fährt das Medical Car los und wartet am hinteren Ende des Grids nahe der Boxenmauer auf das aus der Aufwärmrunde zurückkommende Feld. Haben alle Fahrer ihre Startpositionen bezogen, reiht sich das Medical Car zentral dahinter ein und verfolgt das Feld anschließend durch die erste Runde, bevor es in die Boxengasse abbiegt. Das Safety-Car wird bereits nach der Aufwärmrunde in der Box abgestellt.

MotoGP-Farce erklärt: Was wollte Marquez? Was sagen die Regeln? (10:13 Min.)

MotoGP-Safety-Car verunfallt in Austin: Kein Einzelfall

Der Crash des Safety-Cars in Austin war übrigens nicht der erste Unfall dieser Art. 2017 zerstörte der damalige Sicherheitsinspektor Franco Uncini ein Auto in Jerez, nachdem er in der schnellen Kurve fünf abgeflogen war. Uncini kam damals glimpflich davon, sein Beifahrer brach sich den Arm.