Das neue Motorradjahr beginnt. In der MotoGP dürfen wir 2025 gleich drei Rookies begrüßen, doch der Nachwuchs aus Moto2 und Moto3 drückt weiterhin nach oben. Wir haben für euch die heißesten Talente zusammengestellt, die in Richtung Königklasse durchstarten könnten.

Dabei haben wir vor allem diejenigen im Sinn, die als Rookies in ihrer Klasse auftreten oder mit einer Leistungssteigerung überraschen könnten. Natürlich gibt es vor allem in der Moto2 arrivierte Kräfte wie etwa Aron Canet, Celestino Vietti, Alonso Lopez oder Manuel Gonzalez, welche mit einer überzeugenden Saison den Sprung in die Königsklasse schaffen könnten. Ai Ogura hat es 2024 schließlich vorgemacht. Wir haben aber eher jemanden wie Sergio Garcia im Sinne, der im zweiten Jahr einen gewaltigen Schritt nach vorne machte, ehe die Nachricht seiner zerflossenen MotoGP-Chance ihn in ein tiefes mentales und sportliches Loch warf. Ob er dieses nochmal überwindet, wird sich zeigen. Seine Konkurrenz wird nicht schwächer, vor allem wegen einem jungen Mann.

Supertalent David Alonso: Gelingt der Durchmarsch?

14 Siege in 20 Rennen und über 400 Punkte in der Moto3: Müssen wir überhaupt noch ein Wort zum Potential von David Alonso verlieren? Das Paddock blickt gespannt auf das Debüt des kolumbianischen Supertalents in der Moto2. Nicht wenige trauen ihm zu, auch schon im ersten Jahr um Siege oder gar die Meisterschaft zu fahren. Raul Fernandez und Pedro Acosta haben bewiesen, dass das möglich ist. Alonso bleibt dafür im gleichen Team. Er steigt innerhalb von Aspar auf, kennt also sein Umfeld. Der Moto3-Weltmeister selbst hat übrigens angekündigt, kein Problem damit zu haben, wenn er mehrere Jahre in der Moto2 bleiben sollte. Ob er auf der Strecke auch so viel Geduld zeigen wird, sei aber einmal dahingestellt.

David Alonso im Moto3-Training von Barcelona
David Alonso hat die Moto3 dominiert, Foto: LAT Images

Drei Ex-Rookies im Angriffsmodus

Auch wenn uns Alonso vielleicht eines Besseren belehrt, so braucht es normalerweise erstmal ein Lehrjahr in der mittleren Klasse. Drei Fahrer waren 2024 in genau diesem und überzeugten dabei bereits mit je einem Podestplatz. Diogo Moreira zeichnete sich sofort mit bärenstarkem Speed im Qualifying aus. Im Rennen konnte er dies mit zu hohem Reifenverschleiß oft noch nicht halten, aber zum Finale in Barcelona gab es dann doch noch einen umjubelten dritten Rang, inklusive Überholmanöver gegen Weltmeister Ai Ogura in der letzten Runde. Mit mehr Erfahrung auf den Pirellis könnte der Brasilianer ein heißer Tipp sein.

Diogo Moreira in Barcelona
Diogo Moreira überzeugte in seinem ersten Moto2-Jahr, Foto: LAT Images

Auch mit Deniz Öncü und Senna Agius sollten wir rechnen. Wie Moreira bleiben sie ihrem Team treu und wollen den nächsten Schritt gehen. Auch wenn sie den Speed vielleicht nicht gar so konstant auf die Strecke brachten, so haben sie ihr Potential klar aufgezeigt. Auch diese beiden konnten jeweils einen Podestplatz erreichen und überzeugten auch in anderen Rennen. Bei Öncü war das zusätzlich bemerkenswert, da der Türke mit Verletzungspech zu kämpfen hatte und sogar drei Rennen in Folge auslassen musste. Schon beim zweiten Wochenende nach dem Comeback folgte dann das Podium in Aragon.

Nicht nur Alonso: Diese Neulinge könnten die Moto2 aufmischen

Und als wäre das alles nicht genug, so haben wir im Schatten von Alonso noch mehrere andere spannende Debütanten. Dani Holgado, Collin Veijer und Ivan Ortola zeigten sich als Spitzenpiloten der Moto3 und dürfen sofort bei Spitzenteams beginnen. Besonders beim Niederländer Veijer ist die Erwartungshaltung groß, war er doch mit seinen 1,78 Metern der kleinsten Kategorie eigentlich schon entwachsen. Auf einer Moto2-Maschine dürfte es ihm dahingehend leichter ergehen.

Adrian Huertas feiert seinen Supersport-Titel
Adrian Huertas wurde 2024 Supersport-Weltmeister, Foto: LAT Images

Und dann ist da auch noch so etwas wie ein Geheimtipp. Ein weiterer Spanier stößt neben Holgado und Ortola in die mittlere Klasse. Adrian Huertas hat aber einen anderen Karriereweg hinter sich. Der 21-Jährige kommt aus dem Paddock der Superbike-WM. Dort wurde er 2024 Supersport-Weltmeister. Dass ein Wechsel von dort in die Moto2 oftmals sogar leichter fällt, als aus der Moto3 aufzusteigen, bewies zuletzt etwa Manuel Gonzalez.

Das gesamte Starterfeld der Moto2 findet ihr hier:

Moto3: Angel Piqueras der nächste Überflieger?

Blicken wir dann auch noch in die Moto3. Von dort aus ist der Weg Richtung Königklasse zwar noch ein weiter, doch das nächste große Talent aus Spanien scheint sich bereits in Stellung zu bringen. Angel Piqueras hat in seinem Debütjahr 2024 vollends überzeugt. Als einzigem Fahrer gelang ihm ein Sieg auf der eigentlich unterlegenen Honda. Auch wenn der technische Rückstand bei weitem nicht so groß wie in der MotoGP ist, so wird sein Wechsel auf die KTM von MT Helmets MSi ihn noch einmal weiter nach vorne bringen. Auf vielen Favoritenlisten für 2025 steht der 18-Jährige ganz oben. Die Etablierten rund um David Munoz, Adrian Fernandez oder Jose Rueda werden sich gegen ihn gewaltig strecken müssen.

Angel Piqueras in Malaysia
Angel Piqueras ist wohl der Topfavorit in der Moto3, Foto: LAT Images

Moto3-Rookies: Nicht nur Spanier drängen in die WM

Natürlich ist auch bei den Moto3-Rookies dieses Jahr ein Spanier ganz oben auf der Liste. Alvaro Carpe hat sowohl den Red Bull Rookies Cup als auch die JuniorGP-WM für sich entschieden. In Barcelona durfte er daher auch schon mit einer Wildcard antreten. Neben ihm gibt es unter den Neulingen mit Maximo Quiles und Marcos Uriate aber tatsächlich 'nurmehr' zwei Spanier. Ansonsten ist es diesmal bunt gemischt.

Alvaro Carpe in Barcelona
Alvaro Carpe fuhr in Barcelona bereits eine Wildcard, Foto: LAT Images

Valentin Perrone bringt Argentinien zurück in die Motorrad-WM. Mit Ruche Moodley gibt es einen weiteren Südafrikaner nach den Binder-Brüdern. Cormac Buchanan wird der erste Neuseeländer seit Simon Crafar und mit Eddie O'Shea kommt auch ein weiterer Brite. Das spannendste Talent neben Carpe dürfte aber der Italiener Guido Pini sein. Er wurde Vizemeister in der JuniorGP-Wertung, obwohl er in den ersten fünf Rennen noch gar nicht mitfuhr. Seine Punktequote pro Start war dabei noch deutlich höher als die von Meister Carpe (20 zu 13 für Pini). Mit dann nur 17 Jahren wird er auch der jüngste Teilnehmer im Feld sein. Da er unter den ersten drei der JuniorGP landete, greift für ihn eine Sonderregelung. Ansonsten herrscht mittlerweile die Pflicht zur Volljährigkeit.

Das gesamte Starterfeld der Moto3 findet ihr hier: