Wie schon vergangene Woche in Australien war Marc Marquez auch am MotoGP-Trainingsfreitag in Thailand der schnellste Mann auf der Strecke. Auf Phillip Island konnte Marquez seine starke Performance am Freitag in einen Rennsieg am Sonntag ummünzen. Er zweifelt aber daran, dass ihm das auch in Buriram gelingen wird.

Marc Marquez: Sturz kommen sehen

Denn Marquez war zwar am Trainingsfreitag pfeilschnell, ging dabei aber auch volles Risiko. So 13 Runden im Sprint und 26 im Grand Prix zu überstehen, könnte schwierig werden. "Wenn ich so fahre wie heute, werde ich Fehler machen", weiß Marquez. "Ich war schon etwas über dem Limit. Am Ende habe ich etwas Tempo rausgenommen, denn ich habe schon einen Sturz kommen sehen."

Wie Marquez erklärte, treibt ihn vor allem der Kampf um WM-Platz drei gegen Enea Bastianini an, solch große Risiken einzugehen. Marquez liegt als Dritter aktuell 14 Punkte vor Bastianini. "Jorge und Pecco legen die Latte hier sehr hoch. Ich habe aber auch mein persönliches Duell mit Enea und das führt dazu, dass ich eine Menge riskieren werde, um mit den beiden mitzuhalten", so der Gresini-Pilot, der im Gegensatz zum Trio Martin, Bagnaia und Bastianini ja auf einer Vorjahresmaschine von Ducati sitzt. "Ich verliere vor allem in Sektor 1 und 2 viel Zeit. Mir fehlt es einfach an Beschleunigung. Das ist das Konzept des Motorrads. Dafür kann ich damit in den kurvigen Sektoren wieder aufholen, muss dabei aber zu viel riskieren."

Qualifying als entscheidende Session für Marc Marquez

Marquez hält die Erwartungshaltung deshalb niedrig und gibt als erstes Zwischenziel ein Qualifying-Ergebnis unter den Top-Sechs aus: "Die zweite Startreihe ist ein realistisches Ziel." Fakt ist aber auch, dass Marquez jüngste Trainingsleistungen kein Vergleich zu jenen der ersten Saisonhälfte sind, als sich der sechsfache MotoGP-Weltmeister am Freitag oft eine mächtige Hypothek für das restliche Wochenende aufgeladen hatte.

Marc Marquez musste zu Saisonbeginn volles Risiko gehen - mit Folgen, Foto: LAT Images
Marc Marquez musste zu Saisonbeginn volles Risiko gehen - mit Folgen, Foto: LAT Images

"Der Schritt, den wir in Österreich gemacht haben, ist das Wichtigste", analysiert Marquez diese Leistungssteigerung. "Seither sind wir auf sehr unterschiedlichen Strecken gefahren und wir mussten abgesehen von Details nichts an der Basis des Motorrads verändern. So kann ich am Freitag schon stärker sein und mich mehr auf meine Arbeit und die Analyse der Reifen konzentrieren, anstatt ständig um den Einzug in Q2 kämpfen zu müssen."