Zur Saisonhalbzeit 2024 wartet Marc Marquez entgegen vieler Erwartungen noch immer auf seinen ersten MotoGP-Sieg mit Ducati. Zu oft hatte sich der Gresini-Pilot mit problembehafteten Trainingsfreitagen und Qualifyings für die Rennen in zu schlechte Ausgangspositionen befördert. "Wir müssen daran arbeiten, gutes komplettes Wochenende hinzubekommen. Jedes Wochenende ist da irgendeine Kleinigkeit oder sogar etwas Größeres passiert", klagte Marquez nach einem von vielen Comebacks am Sachsenring stellvertretend.
Am Freitag deutete auch in Spielberg zunächst wieder einiges auf ein hartes Wochenende für den MotoGP-Superstar hin. Im 1. Freien Training landete Marquez mit happigen 1,181 Sekunden Rückstand nur auf Platz 18, immer wieder wurden ihm schnelle Rundenzeiten wegen Tracklimits-Vergehen gestrichen. Der Schuldige war schnell gefunden: Die Bremse. Marquez hatte große Probleme seine Ducati GP23 in den harten Anbremszonen des Red Bull Rings zu stoppen. "Ich hatte ein ähnliches Problem mit der Bremse wie in Austin", offenbarte er.
Marc Marquez: Spielberg-Wende dank Austin-Erfahrungen
In der Nachmittagssession war davon jedoch nichts mehr zu sehen. Vielmehr stand plötzlich Platz vier zu Buche und auch die Renn-Simulationen von Marquez wussten zu gefallen. "Mit der Erfahrung von Austin gelang dem Team und mir nachmittags ein Schritt in die richtige Richtung, das Gefühl war viel besser. Ich habe auch noch ein paar Tipps bekommen und meinen Fahrstil angepasst, dadurch wurde ich auch in der Rennpace konstanter", erklärt der Spanier seine sichtbaren Fortschritte und ergänzte: "Wir gehen mit einem viel besseren Gefühl in das restliche Wochenende als zuletzt."
Dem erhofften Ziel eines von Beginn an guten Rennwochenendes sind Marquez und das Gresini-Team in Österreich also einen großen Schritt nähergekommen. Doch trotz "eines der besten Freitage" seiner bisherigen Saison wollte der künftige Ducati-Werkspilot nichts von Siegchancen am Red Bull Ring wissen. "Nein", teilte er klipp und klar mit. "Ich würde gerne 'Ja' sagen, aber nein. Es stimmt zwar, dass wir näher dran sind an Pecco und Jorge, den Topjungs. Aber ich bin in der zweiten Gruppe mit [Franco] Morbidelli und [Enea] Bastianini."

Francesco Bagnaia favorisiert, Jorge Martin kämpferisch
Eine harte, aber vermutlich auch realisitische Einordung von Marquez. Denn speziell Francesco Bagnaia dominierte in Spielberg zuletzt nach Belieben. 2023 sicherte sich der 27-jährige Italiener nicht nur die Pole Position, sondern auch beide Rennsiege samt schnellster Rennrunden und verdiente sich damit den sogenannten 'Super-Grand-Slam'. Auch 2024 startete er wieder stark, fuhr im Training mit Rundenrekord zur Tagesbestzeit. Seine Favoritenrolle stritt der Ducati-Star deshalb auch nur halbherzig ab. "Ich bin gut in das Wochenende reingekommen", scherzte er und offenbarte anschließend: "Ich habe hier immer ein gutes Gefühl. Ich mag das harte Bremsen, die Strecke passt perfekt zu meinem Fahrstil. Ich bin ziemlich glücklich, meine Pace war sehr gut."
Die Konkurrenz sollte also gewarnt und das sind natürlich speziell für Titelrivale Jorge Martin schlechte Neuigkeiten. Der Pramac-Pilot liegt vor dem Österreich Grand Prix in der Fahrer-WM nur drei Punkte vor Bagnaia, könnte die WM-Führung in Spielberg also wieder verlieren. "Pecco war heute wieder sehr stark", sagt er annerkennend. Gänzlich geschlagen geben will sich der Trainingsdritte, der 0,319 Sekunden auf die Bagnaia-Bestzeit verlor, aber noch nicht: "Es wird schwer, ihn zu schlagen. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass er sehr viel besser aufgelegt ist als ich. Wir werden sehen, was passiert."
In Spielberg bekamen MotoGP-Fans am Freitag auch ungewöhnlich viele Stürze zu sehen. Die Erklärung dafür findet ihr in folgendem Artikel:



diese MotoGP Nachricht