Marc Marquez hinterließ im MotoGP-Training in Portimao einen hervorragenden Eindruck. Im ersten freien Training sicherte sich der Spanier die Bestzeit. Im Nachtmittagstraining qualifizierte er sich als Dritter souverän für das Q2. Doch es hätte sogar noch besser laufen können für den sechsfachen MotoGP-Weltmeister.

Marquez erleichtert: Mehr Vertrauen ins Motorrad als in Katar

Marquez hatte vor dem Rennen noch befürchtet, dass er einen Rückschlag erleben würde. Vor dem Saisonauftakt in Katar durfte er zwei Tage testen. In Portimao gibt es nur die Trainings. Zu seiner Freude trat beim Gresini-Piloten aber die gegenteilige Entwicklung ein: "Es fällt mir leichter als in Katar. Dort bin ich, ihr würdet wohl sagen, konservativer gefahren. Es war eine Fahrt ohne großes Vertrauen. Das sieht dann zurückhaltend aus, aber ohne Vertrauen kannst du nicht pushen. Hier habe ich mehr Vertrauen und die Techniker verstehen mittlerweile meinen Fahrstil besser."

Marc Marquez im MotoGP-Training in Portimao
Marc Marquez hat Vertrauen in seine Ducati gewonnen, Foto: LAT Images

In Katar wurde Marquez trotzdem Vierter. In Portimao könnte also das Podest in Reichweite sein? Der Spanier warnt trotz Zufriedenheit über seine Fortschritte vor der Konkurrenz: "Ich genieße es und ich kann konstante Rundenzeiten fahren. Ich weiß aber auch, dass die Strecke morgen besser wird. Da werden Pecco [Bagnaia] und Martin aufkommen. Es gibt immer noch zwei, drei Fahrer, die schneller als wir sind."

Auf Kriegsfuß mit dem letzten Sektor

Dabei ist Marquez im Training aber bereits der schnellste gewesen, wenn nur die ersten drei Sektoren zählen würden. Mehrfach befand er sich auf Bestzeitkurs, um dann doch noch im letzten Sektor zurückzufallen. Für ihn nicht überraschend: "Sektor vier ist auf dieser Strecke mein Schwachpunkt. Das war schon auf der Honda so, das ist nichts neues." Vor allem die schnelle Zielkurve bereitet Probleme.

Marc Marquez, Martin & Co.: Wer fliegt bei Ducati raus?: (06:47 Min.)

Positiv betrachtet liegt dort aber noch Potential: "Ich werde morgen ein bisschen an meiner Linie arbeiten müssen und daran, wie ich das Gas öffne, damit ich da nicht so viel Zeit verliere. Ich werde dort nicht der schnellste sein können, aber wenigstens nicht viel verlieren wäre gut. Auf den anderen Abschnitten der Strecke fühle ich mich stark."

Alte Honda-Gewohnheit führt zum Sturz

Neben Sektor Vier trübte auch noch ein Sturz das Bild des Freitags. "Ich habe das Heck am Kurveneingang verloren", erklärte Marquez. In den letzten Minuten des Trainings wollte er noch einmal aufs Ganze gehen, und fiel in alte Muster: "Wenn du auf eine schnelle Runde gehst, dann kommt der Instinkt durch. Ich war es auf der Honda gewöhnt, mit einem Slide sehr schnell in die Kurve hineinzufahren. Mit diesem Bike musst du das anders machen. Das Potential liegt woanders."

Nicht nur, dass die Zeit auf der Ducati anders herausgeholt werden muss, die alte Gewohnheit führte auch zum Sturz: "Ich kam zu schnell in die Kurve und mein Instinkt sagte mir, trotzdem hineinzugehen. Jetzt weiß ich, dass das nicht geht." Diese Erkenntnis hat den guten Gesamteindruck aber nicht sonderlich verschlechtert. Als Marquez gefragt wurde, wie er seinen Freitag auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten würde, unterstrich er seine Zufriedenheit: "Heute war das eine 8. Ohne den Sturz würde ich 9 sagen. 10 würde ich sagen, wenn ich erster wäre."