Für Jorge Martin ging es beim MotoGP-Saisonfinale in Valencia nicht nur um den Weltmeistertitel 2023. Denn der Gewinn dieses Titels hätte für Martin wohl auch den Aufstieg in das Ducati-Werksteam für die kommende Saison bedeutet. Offiziell bestätigt wurde das vom italienischen Hersteller nie. Dass Martins Vertrag eine dementsprechende Klausel beinhaltet, gilt aber als offenes Geheimnis.

Martin verpasste den Titelgewinn gegen Francesco Bagnaia schließlich und so wurde zumindest für 2024 nichts aus dem Wechsel ins Werksteam. "Ich hatte in Valencia zwei schwarze Lederkombis im Gepäck, falls ich am Dienstag beim Test schon ein anderes Motorrad gefahren wäre. Wäre ich Weltmeister geworden, dann hätte ich definitiv den Aufstieg in das Werksteam geschafft", verrät er gegenüber 'DAZN'.

Kollision zwischen Marc Marquez und Jorge Martin beim MotoGP-Finale in Valencia
Diese Kollision mit Marc Marquez beendet Martins WM-Hoffnungen, Foto: LAT Images

Dazu kam es aber nicht. Und so wird Martin auch 2024 für Pramac Racing an den Start gehen. Enea Bastianini behält den zweiten Platz im Werksteam neben dem zweifachen MotoGP-Champion Francesco Bagnaia. Bastianini kam in der abgelaufenen Saison mit 84 Punkten nur auf WM-Rang 15, wurde aber auch von zwei schweren und langwierigen Verletzungen, erlitten in Portimao und Barcelona, geplagt.

Bastianini hatte sich bereits für die Saison 2023 in einem direkten Duell um den Werksplatz gegen Martin durchgesetzt. Dass 'La Bestia' nun einmal mehr den Vorzug gegenüber ihm erhält, scheint dem Vizeweltmeister sauer aufzustoßen: "Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich noch tun muss. Ich kann ja verstehen, dass Enea ein schwieriges Jahr hatte, aber er hat an 15 Rennwochenenden teilgenommen (tatsächlich waren es 13, Anm.) und nur ein Rennen gewonnen. Da war sein Reifendruck bei 1,2 bar. Damit hätte ich auch gewonnen."

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Bastianinis einziger Saisonsieg gelang im Grand Prix von Malaysia. Tatsächlich wurde an seiner Ducati damals ein zu geringer Reifendruck festgestellt. Da es sein erstes derartiges Vergehen war, entging Bastianini aber einer Strafe und kam mit einer Verwarnung davon. Martin selbst befand sich im vorgegebenen Druckfenster. Ob seine Angabe von 1,2 bar Reifendruck bei Bastianini korrekt ist, lässt sich nicht überprüfen. Die MotoGP veröffentlich die ermittelten Drücke nicht.

Für 2025 wird der Kampf um den Platz im Ducati-Werksteam erneut entbrennen. Dann könnten auch Fahrer wie Marco Bezzecchi oder Marc Marquez ein Wörtchen in dieser Frage mitreden. Marquez wurde zuletzt von Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti offen als Kandidat genannt. Martins Standpunkt ist klar: "Ducati ist meine Priorität. Wenn sie mich nicht wollen, muss ich mich anderweitig umsehen. Honda könnte eine gute Option sein."