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Danilo Petrucci: 2022 doch MotoAmerica statt Dakar?

Danilo Petrucci und KTM haben sich auf ein langfristiges Rallye-Projekt geeinigt. Der Deal könnte nun aber doch noch einmal platzen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Gerüchte über einen möglichen Dakar-Start von Danilo Petrucci im Jahr 2022 gab es schon seit längerer Zeit. Anfang September wurden sich der Noch-MotoGP-Pilot und sein Arbeitgeber schließlich einig. "Ich kann bestätigen, dass ich mit KTM eine Einigung erzielt habe und 2022 an der Rallye Dakar teilnehmen werde", verriet Petrucci damals stolz.

Aufgrund mangelnder Angebote aus MotoGP und Superbike-WM schien die Rallye-Szene damals die bestmögliche Variante für Petrucci, um seine Karriere fortzusetzen. Mittlerweile haben sich die Vorzeichen aber geändert. Am vergangenen Wochenende in Misano erfuhr Petrucci über sein Management von der Möglichkeit, die Saison 2022 in der amerikanischen Superbike-Meisterschaft MotoAmerica zu bestreiten.

Das dort engagierte Team von Warhorse HSBK Racing Ducati New York soll an Petrucci als Ersatz für Loris Baz interessiert sein. Der Franzose kehrt ja 2022 mit BMW und dem Bonovo-Action-MGM-Rennstall in die Superbike-WM zurück. Auf der Panigale V4 R konnte Baz in diesem Jahr bei 20 Starts acht Mal auf das Podium fahren und wurde Vierter der Gesamtwertung.

In den USA würde auf Petrucci also zweifelsohne ein konkurrenzfähiges Paket warten. Der bestehende Kontrakt mit KTM könnte aber zum Spielverderber werden. "Ich weiß selbst erst seit kurzem von dieser Chance in der MotoAmerica", erklärte Petrucci am Wochenende in Misano. "Es ist eine interessante Idee, aber ich muss zuerst mit KTM sprechen. Wir haben uns auf ein langfristiges Projekt geeinigt, aber MotoAmerica schließt die Dakar aus und vice versa. Ich muss mir das also genau ansehen."

Mit Ducati gewann Petrucci zwei MotoGP-Rennen - Foto: Tobias Linke

Die Wahl scheint dem 31-Jährigen schwer zu fallen: "Mir würden beide Sachen viel Spaß machen. Einerseits haben wir die Dakar und andererseits die MotoAmerica, was für mich bedeuten würde, mein Leben völlig zu ändern und in ein anderes Land zu ziehen. Ich muss mich für eines von beiden entscheiden, schließlich werden ja beide Projekte von Herstellern unterstützt. Ich kann schlecht in einem rot-orangen Shirt rumlaufen." Allzu viel Zeit hat Petrucci nicht mehr, beginnt die Rallye Dakar immerhin schon am 2. Januar 2022.

American Dream oder ab in die Wüste

Während ein Wechsel Petruccis direkt aus dem MotoGP-Grid auf die Rallye-Maschine ein Novum bedeuten würde, wäre er mit einem Transfer in die MotoAmerica in bester Gesellschaft. In den vergangenen Jahren erfreut sich die US-Superbike-Meisterschaft auch bei europäischen Fahrern wieder größerer Beliebtheit. 2017 krönte sich Ex-Moto2-Champion Toni Elias dort zum Meister und ist bis heute ebenso wie sein spanischer Landsmann Hector Barbera in der Serie vertreten.


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