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MotoGP

Valentino Rossi tritt zurück: MotoGP-Gegner zollen Respekt

2021 wird Valentino Rossis letzte Saison als MotoGP-Fahrer sein. Die Konkurrenz streut dem neunfachen Weltmeister Rosen.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Nach 26 Jahren in der Motorrad-Weltmeisterschaft hängt Valentino Rossi seinen MotoGP-Helm mit Saisonende 2021 an den Nagel. Damit geht eine der längsten und erfolgreichsten Karrieren der Geschichte zu Ende.

Valentino Rossi: Die Gründe für den MotoGP-Rücktritt: (08:29 Min.)

Rossis Gegner und Wegbegleiter brachten am Donnerstag in Spielberg ihre Bewunderung zum Ausdruck. "Es ist schwer zu begreifen, dass Vale zurücktritt, denn er war schon zweifacher Weltmeister, als ich geboren wurde", sagte Fabio Quartararo, Rossis Nachfolger im Yamaha-Werksteam. "Daran zu denken, dass er nächstes Jahr nicht gegen uns fahren wird, ist traurig. Wegen ihm wollte ich MotoGP-Fahrer werden. Ich habe Stunden vor der Hospitality gewartet, um ein Foto mit ihm zu bekommen. Er ist die Legende unseres Sports und hatte eine unglaubliche Karriere. Vale ist immer noch mein Idol."

Besonders nah dran am Idol war Maverick Vinales, der sich mit Rossi vier Jahre lang eine Box teilte. "Valentino war als Kind mein großes Vorbild", erinnert sich der Spanier. "Ihn gewinnen und feiern zu sehen, war großartig. Ich hatte die Chance, viel von ihm zu lernen, als wir Teamkollegen waren. Es ist traurig, dass er aufhört, aber wir müssen ihm dafür danken, was er aus der MotoGP gemacht hat. Es war toll, mit ihm in einem Team zu sein, gegen ihn zu kämpfen oder einfach nur gemeinsam Zeit zu verbringen. Wir haben auch viel über andere Dinge als Motorräder gesprochen."

Auch Miguel Oliveira nennt Rossi als Vorbild: "Wie für viele andere Rennfahrer war er das auch für mich seit Kindheitstagen an. Jeder will immer den Fahrer unterstützen, der gewinnt. Was ihn aber wirklich zur Legende gemacht hat, war die Tatsache, dass ihn nach den Ducati-Jahren immer noch alle geliebt haben, auch wenn die Ergebnisse nicht so gut waren. Da hat man seinen gesamten Einfluss gesehen."

Die schwierigen Ducati-Jahre beschädigten Rossis Denkmal nicht - Foto: Ducati

Joan Mir, der seit seinem Titelgewinn im Vorjahr in einem Atemzug mit Rossi genannt werden darf, freut sich über die gemeinsamen Rennen: "Ich fühle mich privilegiert, drei Jahre gegen Valentino fahren haben zu dürfen. Vielleicht war ich heute nervöser als er, bevor er seine Entscheidung verkündet hat. Es ist ein schwieriger Moment, weil man immer glaubt, dass es nie dazu kommen wird. Er wird sein Leben aber auch so genießen und das freut mich sehr für ihn. Ich wünsche ihm Alles Gute und hoffe, dass wir uns auch in Zukunft hier im Paddock sehen."

Auch zwei alte Haudegen, die den Rücktritt eigentlich schon hinter sich haben, an diesem Wochenende aber dennoch am Start sind, meldeten sich zu Wort: Cal Crutchlow und Dani Pedrosa. Crutchlow ist in Spielberg als Ersatz für Franco Morbidelli ja sogar Teamkollege von Rossi. "Ich habe seine Karriere schon als Jugendlicher verfolgt, als er bereits in der WM war und ich noch in der Britischen Meisterschaft gefahren bin", so Crutchlow. "Als ich dann zu Yamaha gekommen bin, war er schon da. Wir hatten über die Jahre auch viele tolle Duelle. Dass er in seinem Alter immer noch so motiviert und so schnell ist, ist der Wahnsinn. Was er für den Sport getan hat, ist unbeschreiblich. Jeder kennt Valentino Rossi."

Rossi und Crutchlow waren und sind nun wieder Yamaha-Kollegen - Foto: Yamaha Factory Racing

Pedrosa zeigte sich von seiner emotionalen Seite: "Es ist traurig, denn man will nie, dass ein Fahrer zurücktritt. Vor allem nicht, wenn er so lange auf so hohem Niveau gefahren ist. Aber es lässt sich nicht verhindern. Früher oder später erwischt es jeden. Im Fall von Valentino ist es natürlich etwas ganz Besonderes. Ich persönlich empfinde nichts als Respekt ihm gegenüber. Er war schon vor mir hier, dann hatten wir viele Kämpfe gegeneinander und später bin ich zurückgetreten, aber er hat immer noch weiter gemacht. Ich wünsche ihm nur das Beste."


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