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MotoGP

Dovizioso auf Aprilia zu langsam: Comeback-Chance schwindet

Ein MotoGP-Comeback von Andrea Dovizioso wird immer unwahrscheinlicher. Seine bisherigen Tests für Aprilia verliefen nämlich eher bescheiden.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - 2021 nimmt sich Andrea Dovizioso eine Auszeit von der MotoGP und geht seiner zweiten großen Leidenschaft Motocross nach. Er hat aber nie einen Hehl daraus gemacht, dass er im kommenden Jahr wieder in der MotoGP-Startaufstellung stehen möchte. Nachdem er sich mit Aprilia auf ein Testprogramm 2021 geeinigt hatte, schien Doviziosos Plan auch aufzugehen. Er könnte die RS-GP in diesem Jahr nach seinen Vorstellungen entwickeln und dann 2022 den Platz des strauchelnden Lorenzo Savadori einnehmen.

In den vergangenen Wochen verkomplizierte sich Doviziosos Situation aber. Denn plötzlich hat er hochkarätige Konkurrenz im Kampf um die Position als Teamkollege von Aleix Espargaro bekommen. Maverick Vinales hat seinen Vertrag mit Yamaha vorzeitig aufgelöst und ist für 2022 auf dem Markt. Sein bevorzugtes Ziel soll Aprilia heißen.

So kann sich Aprilia zwischen zwei echten MotoGP-Spitzenpiloten entscheiden. Für Dovizioso spricht seine gewaltige Erfahrung mit acht Jahren bei Ducati, vier bei Honda und einem bei Yamaha. Was den reinen Speed betrifft, zieht er gegen Vinales aber wohl den Kürzeren. Denn Aleix Espargaro plauderte nun aus, dass Dovizioso bei den vergangenen drei Tests in Jerez, Mugello und Misano nicht gerade schnell unterwegs war.

"Dovi hat einige Tests für uns bestritten, aber er war nicht besonders konkurrenzfähig und es wirkt nicht so, als würde er wieder Rennen fahren wollen", so Espargaro gegenüber 'DAZN'. "Ich bin ein großer Fan von Dovi, aber es ist schwer vorstellbar, dass er mein Teamkollege wird." Aktuell testet Dovizioso wieder für Aprilia, dieses Mal im Motorland Aragon.

Dovizioso kam durch den Yamaha-Abgang von Vinales und den damit wahrscheinlichen Wechsel von Franco Morbidelli ins Werksteam auch bei Petronas SRT ins Gespräch. Seine Testleistungen und die Einschätzungen von Espargaro sind aber keine gute Werbung für den dreifachen MotoGP-Vizeweltmeister. Daher zeichnet sich eher ein weiteres Engagement als Entwicklungsfahrer ab. In dieser Position wäre Dovizioso in bester Gesellschaft. Mit Stefan Bradl bei Honda, Cal Crutchlow bei Yamaha oder Dani Pedrosa bei KTM sind Weltklassepiloten als Testfahrer engagiert.

MotoGP-Talk: Warum warf Maverick Vinales bei Yamaha hin?: (37:56 Min.)

Über Doviziosos Eignung für diesen Job besteht kaum ein Zweifel. Aprilias Technikchef Romano Albesiano ist voll des Lobes für den Input des italienischen Routiniers: "Dovi ist ein wahnsinnig schlauer Fahrer. Er versteht die Funktionsweise des Motorrads sehr gut. Gleichzeitig versucht er aber nicht, selbst ein Ingenieur zu sein, sondern gibt einfach nur seine Eindrücke sehr exakt weiter. Damit hilft er uns extrem. Wir haben bereits sehr wichtige Informationen von ihm erhalten. Es ist ein Vergnügen, mit ihm zu arbeiten!"


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