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MotoGP: Petronas-Yamaha hat keine Eile auf dem Transfermarkt

Bei keinem MotoGP-Team ist für 2022 so vieles unklar wie bei Petronas-Yamaha. Teamchef Razlan Razali klärt über den Stand der Verhandlungen auf.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Bei Petronas-Yamaha sind für 2022 womöglich zwei Motorräder zu haben - im erfolgreichsten Privatteam der vergangenen beiden Jahre. Eine baldige Entscheidung, welche Fahrer zum Zug kommen, wird es aber nicht geben, wie Teamchef Razlan Razali am Mittwoch in einer Presseaussendung klarstellte.

"Es wird frühestens nach den nächsten paar Rennen eine offizielle Ankündigung zu unserem Fahrer-Lineup geben", so der Malaysier. "Es gibt großes Interesse von einigen Fahrern in und außerhalb der Weltmeisterschaft, die gerne zu uns wechseln würden. Wir können uns daher Zeit lassen und uns den Luxus gönnen, die Wahl zu haben."

Offiziell ist noch alles unklar

Offiziell ist für die kommende Saison noch vieles im Unklaren beim Petronas-Team. Franco Morbidelli hat zwar einen Vertrag mit dem Rennstall, könnte aber von Yamaha für das Werksteam als Vinales-Ersatz abgeworben werden. Allerdings besteht aktuell noch kein gültiger Vertrag für eine Verlängerung der Zusammenarbeit zwischen dem japanischen Hersteller und dem malaysischen Team über 2021 hinaus. Eine Fortführung der Kooperation gilt aber - auch mangels Alternativen für beide Seiten - als sicher.

Das lässt auch Razali durchklingen: "Bezüglich 2022 laufen die Gespräche zwischen Yamaha, uns und unseren MotoGP-Fahrern. Aber wir haben keine Eile. Wir müssen klarstellen, dass wir immer noch auf die Entscheidung von Valentino und von Yamaha für die kommende Saison warten. Die jüngsten Neuigkeiten vom Fahrermarkt haben aber viele Möglichkeiten geöffnet."

Petronas will junge Fahrer haben

In den Tagen nach dem Bekanntwerden der vorzeitigen Trennung von Yamaha und Maverick Vinales kochten die Gerüchte über. Sogar Superbike-Weltmeister Jonathan Rea und MotoGP-Aussteiger Andrea Dovizioso wurden plötzlich mit einem möglichen Sattel im Petronas-Team in Verbindung gebracht.

Razali würde am liebsten aber mit hoffnungsvollen Talenten zusammenarbeiten, wie er in der Presseaussendung durchklingen ließ: "Jeder weiß, was Yamahas Paket anbieten kann und welche Möglichkeiten ein junger Fahrer als Teil unseres Teams hat. Wir haben die Strukturen und das Package um junge Fahrer ihre Träume erreichen lassen zu können. Wir haben das bei Franco und Fabio gesehen."

In den Reihen von Petronas-Yamaha holte das Duo in den vergangenen zwei Saisons sechs Siege und 14 Podestplätze. Quartararo wurde 2019 MotoGP-Rookie des Jahres, Morbidelli im Vorjahr sogar Vizeweltmeister. Der malaysische Rennstall wollte sich mit seinen Teams in den beiden kleinen Klassen innerhalb des Yamaha-Konzerns zuletzt in die Talenteförderung einbringen, was man in Japan aber dankend ablehnte.


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