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MotoGP - Alex Rins: Warum wirft er so viele Podestplätze weg?

In Portimao und Jerez war Alex Rins eigentlich schnell genug für das Podium. Dennoch stand er in beiden Rennen am Ende mit leeren Händen da. Warum?
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Alex Rins spielt in der MotoGP-Gesamtwertung aktuell keine Rolle. Der spanische Suzuki-Pilot stürzte zuletzt zweimal in Folge durch Eigenverschulden und liegt als WM-Neunter bereits 43 Punkte hinter der Führung. "Ich muss daran arbeiten, denn bereits im Vorjahr hatte ich zwei Stürze. Wir gehen durch eine schwierige Zeit", gestand der Spanier.

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In Portimao stürzte er sechs Runden vor Schluss auf dem sicheren zweiten Platz, in Jerez ging er zwar bereits in der dritten Runde und nur auf P7 nieder, doch war seine Pace danach schneller als die des späteren Rennsiegers Jack Miller.

Somit wären Rins ohne die beiden Stürze gut und gerne 40 Punkte mehr zuzutrauen gewesen. Statt auf P9 würde er sich dann nur drei Zähler hinter der Führung auf dem dritten Platz wiederfinden. Unter Druck sieht sich der 25-jährige Spanier dennoch nicht: "Ich bin immer noch zuversichtlich, denn die Pace stimmt."

Schon viele Podien weggeworfen

Crashes auf aussichtsreichen Positionen haben bei Alex Rins mittlerweile Tradition. Bereits 2019 ging er in Assen in der dritten Runde in Führung ohne Fremdkontakt zu Boden und flog im Folgerennen auf dem Sachsenring kurz nach Rennhälfte auf dem zweiten Platz ab.

Im Vorjahr das gleiche Spiel: Im ersten der beiden Spielberg-Rennen gehörte er zu den großen Gewinnern des Rennabbruchs und ging nach dem Restart in der 11. Runde im Infield in Führung, als er mit seiner Suzuki wegrutschte.

Ein ähnliches Missgeschick passierte ihm in Le Mans, als er auf der nassen Piste in der Dunlop-Schikane sechs Runden vor dem Ende einen zweiten Rang wegwarf. Die insgesamt 45 Punkte dieser beiden Rennen hätten gereicht, dass er - und nicht sein Teamkollege Joan Mir - Weltmeister geworden wäre.

Rins-Crashes ohne Feindkontakt seit 2019

Rennen Platzierung Runde
Jerez 2021 7. 3/25
Portimao 2021 2. 19/25
Le Mans 2020 2. 20/26
Spielberg #1 2020 1. 11/20
Misano 2019 7. 16/27
Sachsenring 2019 2. 19/30
Assen 2019 1. 3/26

Rins: Qualifying bleibt der Schlüssel

Für Alex Rins ist vor allem ein Umstand Schuld daran, dass in den Rennen oft gute Ergebnisse nach Stürzen flöten gehen: Das Qualifying. "Wenn man weiter vorne steht, kann man die Rennen anders angehen. Wir müssen viel Risiko nehmen, wenn wir nur in der vierten Reihe stehen", so Rins zuletzt in Jerez.

"Es ist nicht normal, dass wir immer nur in der dritten oder vierten Reihe stehen. Ich will mich mehr auf das Qualifying konzentrieren, um dort ans Limit zu gehen. Im Qualifying kommt es zu 60 Prozent auf den Fahrer an und nur zu 40 Prozent auf das Motorrad", sagte der Spanier. Allerdings: Bereits in Portimao stand Rins in der ersten Reihe, stürzte am Ende dennoch.


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