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Valentino Rossi: Yamaha-MotoGP-Ingenieure machen was sie wollen

Valentino Rossi blickt wenig optimistisch auf die MotoGP-Saison 2021. Er beklagt mangelnde Wertschätzung für das Feedback der Fahrer.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Sieben MotoGP-Rennen wurden in dieser Saison von Yamaha gewonnen, vier davon auf dem 2020er-Motorrad. Zu oft war man auch ganz weit von der Spitze entfernt und verlor viele Punkte. Dementsprechend können weder Fabio Quartararo, noch Maverick Vinales oder Valentino Rossi ein zufriedenes Saisonfazit ziehen.

Nun gilt es aber, die Maschine für 2021 weiterzuentwickeln, um nicht wie in diesem Jahr wieder in Probleme zu rutschen, wenn die jeweiligen Verhältnisse der Yamaha M1 einmal nicht so hundertprozentig schmecken. Quartararo steigt ja zur nächsten Saison in das Werksteam auf, wird also sicherlich mehr in die Entwicklungsarbeit miteinbezogen werden. Vinales wird seine Rolle behalten.

Quartararo meinte am Donnerstag noch, dass zu viele Köche in diesem Fall den Brei verderben könnten. Da stellt sich natürlich die Frage, was 2021 mit Valentino Rossi passiert, wenn er vom Werksteam zur Petronas-Truppe wechselt. "Ich glaube, dass ich im gleichen Ausmaß involviert sein werde wie in diesem Jahr", sagte der Altmeister darauf angesprochen. "Die Frage ist nur: War ich in diesem Jahr stark involviert oder nicht? Ich weiß es nicht."

Ein dezenter Seitenhieb Rossis auf seinen Arbeitgeber und dessen Methoden. "Alles was ich tun kann ist, meine ganze Erfahrung zur Verfügung zu stellen und zu sagen, was wir brauchen", so Rossi, der 2020 seine 15. Saison im Yamaha-Werksteam bestreitet. "Wir haben seit langer Zeit die gleichen Probleme und ich glaube nicht, dass sich daran im nächsten Jahr viel ändern wird. Die japanischen Ingenieure hören uns Fahrern zwar zu, am Ende machen sie aber erst wieder, was sie wollen. Für sie steht schon vorher fest, was sie machen werden."

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Desaströser Start für Valentino Rossi in Portimao

Rossis Aussagen kamen nach einem ganz schwierigen ersten Trainingstag in Portimao. Er wurde in FP1 nur 19., am Nachmittag rutschte er sogar auf den 21. Platz zurück. Nur Tech3-Ersatzmann Mika Kallio, der für den Corona-positiven Iker Lecuona einspringt, war langsamer. "Wir haben heute etwas Neues versucht, um den Grip am Hinterrad zu verbessern. Dabei habe ich aber völlig die Balance und das Gefühl verloren. Dann sind wir auf das Standard-Setup zurückgewechselt und ich war etwas schneller, aber dann bin ich gestürzt, weil ich etwas Tempo rausgenommen hatte und der Reifen wohl kalt war. Es war ein schwieriger Tag."


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