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Joan Mir: Schneller zum MotoGP-Titel als Marquez und Rossi

Joan Mir ist MotoGP-Weltmeister 2020. Er brauchte für den großen Triumph weniger Zeit in der Motorrad-Weltmeisterschaft als die Superstars dieser Ära.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Gerade einmal etwas mehr als fünf Jahre ist es her, dass Joan Mir sein Debüt in der Motorrad-Weltmeisterschaft gab. 2015 sprang er auf Phillip Island bei Leopard Racing für den verletzten Hiroki Ono ein. Zwei Jahre später war Mir Moto3-Champion, nun hat er sich auch den Titel in der MotoGP gesichert.

Eine steile Karriere, mit der Mir sogar die erfolgreichsten Fahrer unserer Zeit in den Schatten stellt. Innerhalb von nur fünf vollen Saisons in der Motorrad-Weltmeisterschaft die MotoGP für sich zu entscheiden gelang weder Valentino Rossi noch Marc Marquez. Beide brauchten je sechs Jahre für ihren ersten Triumph. Gleiches gilt für Casey Stoner, Jorge Lorenzo durfte gar erst nach neun Jahren jubeln.

MotoGP-Analyse, Valencia: Warum Joan Mir den Titel 2020 holte: (38:05 Min.)

In Rennen umgerechnet kommt Marquez auf 96 Starts bis zur MotoGP-Krönung, Stoner auf 92, Rossi brauchte 90 Grands Prix bis zu seinem 500ccm-Titel, Mir hingegen nur 85 bis zu seinem Gesamtsieg in der Königsklasse. Nur ein Fahrer benötigte seit Einführung des MotoGP-Reglements 2002 weniger Starts bis zum großen Höhepunkt: Nicky Hayden genügten dafür 65 Rennen. Er ging aber freilich einen anderen Weg als seine Kollegen und kam nicht über die Nachwuchsklassen der WM, sondern über die amerikanische Superbike-Meisterschaft in die MotoGP. Bei seinem Titelgewinn 2006 war Hayden deshalb dennoch zwei Jahre älter als der nun 23-jährige Joan Mir.

Joan Mir: So gelang der rasante Aufstieg

Der konnte am Sonntag in Valencia selbst nicht glauben, dass er innerhalb von nur fünf Jahren vom Nobody zum MotoGP-Weltmeister wurde. "Wenn mir das 2015 jemand gesagt hätte, hätte ich ihn für verrückt erklärt", lachte der Mallorquiner. "Ich bin in dieser Zeit von Rennen zu Rennen und von Jahr zu Jahr schneller geworden. Ich konnte mich sehr schnell an neue Motorräder gewöhnen. Das hat meine Karriere so beschleunigt und war auch der Grund, warum ich schon im zweiten Jahr MotoGP-Weltmeister werden konnte. Eigentlich wäre ich gerne noch eine zweite Saison in der Moto2 gefahren, aber es war wohl die richtige Entscheidung, direkt in die MotoGP weiterzuziehen."

Die Moto2-Klasse verließ Mir nach nur einem Jahr wieder - Foto: Estrella Galicia Marc VDS

Angemerkt soll aber sein, dass Mir im für moderne Standards vergleichsweise hohen Alter von 18 Jahren sein Debüt in der Weltmeisterschaft gab. Seine Rennfahrerkarriere startete er als Zehnjährige bei Minibike-Wettkämpfen auf Mallorca, 2013 betrat er im Red Bull Rookies Cup erstmals eine größere Bühne. 2015 ging es in die Junioren-WM, ehe er 2016 den Sprung als Stammfahrer in die Moto3 schaffte.


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