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MotoGP-Strafe: Hoher Punkteabzug für Yamaha und Petronas-Team

Das Motor-Drama von Jerez hat ein Nachspiel für Hersteller Yamaha und seine beiden Teams. Die Fahrer-WM bleibt am Grünen Tisch allerdings verschont.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Die MotoGP bestraft Yamaha und das Petronas-Team für einen Verstoß gegen das Technische Reglement. Dem japanischen Hersteller werden in der Konstrukteurs-WM 50 Punkte abgezogen. Das Werksteam verliert in der Team-Wertung 20 Punkte, Petronas-Yamaha sogar 37 Zähler.

MotoGP-Talk: Verwirrspiel um Strafe für Yamaha: (28:48 Min.)

Auf die Fahrer-Wertung hat dieser Richtspruch hingegen keinen Einfluss, weshalb Fabio Quartararo, Maverick Vinales und Franco Morbidelli ihre Punkte aus dem Spanien-GP behalten dürfen und der spannende Titelkampf vorerst nicht auf dem Grünen Tisch entschieden wird.

Regelhüter bleiben Begründung schuldig

Eine Erklärung über den genauen Regelverstoß blieben die FIM-Stewards allerdings schuldig. In dem Urteil heißt es lediglich, dass Yamaha als Hersteller sowie seine beiden Teams "durch ein internes Versehen ein Protokoll für technische Veränderungen gebrochen hätten, das einstimmiger Genehmigung durch die MSMA (Hersteller-Vereingung) bedarf".

Weder wird auf den konkret gebrochenen Artikel des Technischen Reglements eingegangen, noch darauf, in welchem Rennen der Verstoß überhaupt begangen worden sein soll. Damit lassen die MotoGP-Offiziellen einmal mehr viel Raum für Spekulationen.

Anhörung in Valencia

Bereits am Nachmittag hatten einige Medien über eine Anhörung berichtet, die in Valencia stattgefunden hat. Demnach soll Yamaha im Auftaktrennen nicht-homologierte Ventile eingesetzt haben, was allerdings an einem Produktionsfehler eines Zulieferers gelegen haben könnte. Quartararo und Rossi setzten die beiden Motoren vom Auftakt bis heute nicht wieder ein, Vinales und Morbidelli lediglich in einzelnen Sessions am Freitag und Samstag des zweiten Speilberg-Rennens.

Nach den beiden Jerez-Rennen bat Yamaha die MSMA daher um eine Ausnahmegenehmigung, Veränderungen an den Motoren vornehmen zu dürfen. Begründet durch Sicherheitsbedenken lässt das Reglement diesen Fall unter Zustimmung aller Hersteller zu. Da die Konkurrenten aber Dokumente als Beweis einforderten, die Yamaha nicht liefern konnte oder wollte, zogen die Japaner ihren Antrag wieder zurück.

Bereits in den vergangenen Wochen sorgte die für alle akkreditierten MotoGP-Journalisten einsehbare Liste der eingesetzten Motoren für Stirnrunzeln. Motorsport-Magazin.com unterzog Yamahas Motor-Problem bereits in der vergangenen Woche einer ausführlichen Analyse.

In Aragon blockte Yamahas MotoGP-Leiter Takahiro Sumi eine Frage nach dem Verbleib der Motoren vom Auftakt-Wochenende in einer offiziellen Pressekonferenz ab: "Diese Information ist vertraulich." Womöglich war diese Aussage der Auslöser für die durch den Technischen Direktor Danny Aldridge eingeleitete Untersuchung in Valencia.

Motoren vom Auftakt illegal

Ein Blick auf die nun aberkannten Punkte macht deutlich, dass es sich bei den Verstößen um die beiden am ersten Jerez-Wochenende eingesetzten Motoren handeln muss. So wurden Yamahas Werksteam die 20 Punkte von Vinales (Rossi fiel damals aus) und Petronas die 36 Zähler für Jerez 1 (25 von Quartararo, 11 von Morbidelli) sowie ein Zähler für Morbidellis 15. Rang in Spielberg 2, wo der Italiener das Qualifying mit einem der beiden betroffenen Motoren bestritt, aberkannt.

Auf die Fahrer-WM haben die Urteile vorerst keine Auswirkung, die Konkurrenz könnte allerdings noch Berufung einlegen und im Zuge dessen auch eine Bestrafung für Quartararo, Vinales und Morbidelli fordern.


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