MotoGP

MotoGP Sepang 2019: Vinales siegt, Marquez macht 9 Plätze gut

Marc Marquez liefert im MotoGP-Rennen von Sepang eine geniale Aufholjagd. Maverick Vinales fährt in Malaysia aber in einer anderen Liga.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Zweiter MotoGP-Saisonsieg für Maverick Vinales in Sepang. Nach der bitteren Niederlage von Phillip Island setzt er sich dieses Mal deutlich vor Marc Marquez durch. Der kämpft sich von Startplatz elf auf den zweiten Rang nach vorne. Andrea Dovizioso komplettiert das Podium.

Polesitter Fabio Quartararo enttäuscht mit Platz sieben.

Die Schlüsselszene im MotoGP-Rennen von Sepang

Vinales nutzte die turbulenten ersten Runden perfekt für sich. Er übernahm schnell die Führung und bis sich Marquez in Runde drei auf P2 nach vorne gekämpft hatte, verfügte Vinales bereits über ein Polster von anderthalb Sekunden. Eine Lücke, die auch Marquez nicht mehr schließen konnte.

MotoGP Sepang 2019: Der Rennfilm

Die Startaufstellung: 1. Quartararo, 2. Vinales, 3. Morbidelli, 4. Miller, 5. Crutchlow, 6. Rossi, 7. Rins, 8. Petrucci, 9. Zarco, 10. Dovizioso, 11. Marquez, 12. Bagnaia, 13. Mir, 14. A. Espargaro, 15. P. Espargaro, 16. Abraham, 17. Iannone, 18. Lorenzo, 19. Kallio, 20. Syahrin

Start: Polesitter Quartararo kommt schlecht weg und fällt sofort bis auf den sechsten Rang zurück. Die Führung in Turn 1 übernimmt Miller vor Morbidelli und Vinales. Traumstarts auch für Dovizioso und Marquez, die von P10 beziehungsweise 11 auf 4 und 5 nach vorne schießen.

1. Runde: Dovizioso und Marquez kassieren Morbidelli und kommen auf die Ränge drei und vier nach vorne.

Vinales schnappt sich in Kurve elf die Führung von Miller. Vor der letzten Kurve setzt sich Dovizioso neben Miller, in der Zielkurve gehen beide weit und Marquez sticht innen durch auf P2.

Quartararo fällt bis auf P8 zurück.

2. Runde: Miller kontert in Kurve eins gegen Marquez und ist wieder Zweiter.

3. Runde: Marquez ist erneut an Miller vorbei und liegt auf P2. Vinales hat sich bereits fast anderthalb Sekunden abgesetzt.

Die Reihenfolge nach den turbulenten ersten Runden: Vinales, Marquez, Miller, Dovizioso, Rossi, Morbidelli, Rins, Quartararo.

4. Runde: Dovizioso schnappt sich in Turn 4 Platz drei von Miller. In Kurve neun wagt auch Rossi einen Angriff auf den Australier, geht aber weit und kann die Position nicht halten.

6. Runde: Marquez kann sich zwar von seinen Verfolgern Dovizioso, Miller, Rossi, Rins, Morbidelli und Quartararo etwas absetzen, Vinales kommt er aber nicht näher. Die Lücke liegt konstant bei anderthalb Sekunden.

Rossi geht in Turn 14 an Miller vorbei, der kontert aber mit der Ducati-Power ganz locker auf der folgenden Geraden und bleibt Vierter.

7. Runde: Rossi bremst sich nun in Kurve neun vorbei, Miller kommt in dieser Szene fast zu Sturz.

In der Zielkurve geht Miller erneut weit, Rins sticht innen durch und es kommt zur Kollision. Rins verliert sogar ein Winglet. Miller behält P5.

9. Runde: Rossi hängt im Kampf um Platz drei nun am Hinterrad von Dovizioso.

Rins und Morbidelli sind an Miller vorbei.

11. Runde: Vinales wirkt an der Spitze unantastbar. Sein Vorsprung wächst - wenn auch minimal - an. 1,9 Sekunden sind es am Ende des 11. Umlaufs.

12. Runde: Iannone kommt auf P16 liegend in Turn 9 zu Sturz und ist aus dem Rennen.

13. Runde: Rossi greift Dovizioso in Turn 9 an, muss aber weitgehen und Platz drei wieder abgeben.

14. Runde: Vinales ist auf und davon. 2,7 Sekunden liegt er bereits vor Marquez. Der Kampf um den Sieg ist entschieden.

15. Runde: Aus dem Zweikampf um P3 zwischen Dovizioso und Rossi dürfte ein Dreikampf werden. Rins nähert sich dem Duo in großen Schritten.

Cal Crutchlow stürzt in der letzten Kurve aus dem Rennen.

17. Runde: Rossi greift in der Zielkurve Dovizioso an, muss aber einmal mehr weitgehen. Dovizioso bleibt Dritter.

Zarco wird im Kampf um Platz acht von Mir abgeschossen und kommt zu Sturz. Das Manöver wird sofort von der Rennleitung untersucht und Mir mit einer Long-Lap-Penalty bestraft.

Ziel: Vinales gewinnt souverän mit über drei Sekunden Vorsprung auf Marquez. Dovizioso kann Platz drei gegen Rossi und Rins verteidigen. Morbidelli wird Sechster vor Quartararo, Miller und Petrucci. Mir komplettiert die Top-Ten. Rang elf geht an Pol Espargaro vor Bagnaia und Aleix Espargaro. Lorenzo kann als 14. wieder punkten, den letzten Zähler holt Mika Kallio.

Die Stimmen vom MotoGP-Podium in Sepang

Maverick Vinales (Sieger, Yamaha): "Es war ein starkes Rennen, das wir das ganze Wochenende über gut vorbereitet haben. Wir hatten eine realistische Chance auf den Sieg. Deshalb habe ich auf der ersten Runde einfach immer nur gepusht und gepusht und gepusht. Es ist schade, dass ich es in Australien nicht geschafft habe, den Sieg einzufahren, aber dafür ist es mir hier gelungen. Ich möchte diesen Sieg Afridza Munandar widmen. Er war mein Lieblingsfahrer im Asia Talent Cup."

Marc Marquez (Zweiter, Honda): "Ich bin zufrieden mit dem zweiten Platz. Es war ein unglaubliches Rennen und vor allem eine unglaubliche erste Runde. Es war stark, was ich da geschafft habe und Dovi genauso. Ich habe versucht, im Laufe des Rennens an Vinales dranzubleiben, aber das ging einfach nicht. Aber das wirklich wichtigste für mich ist der Sieg von meinem Bruder. Niemand kann sich eine Vorstellung machen, wie viel mir das bedeutet. Es ist nie leicht, der Bruder von jemandem zu sein. Außerdem möchte ich den Angehörigen von Afridza Munandar einen Gruß schicken."

Andrea Dovizioso (Dritter, Ducati): "Ich habe mir schon gedacht, dass wir vielleicht aufs Podium fahren können. Meine Pace war gut. Sepang ist immer ein bisschen merkwürdig, weil die Reifen im Rennen immer mehr abbauen als im Training. Man muss vor dem Rennen positiv sein. Ich hatte meine Chance, aber der Grip war sehr niedrig und ich konnte nicht mehr tun. Dieses Podium ist sehr wichtig, denn hier in Sepang haben wir es nie einfach mit der Ducati. Dafür muss ich dem Team danken."

Die Lehren aus dem Malaysia-GP

  • Außer Marquez kann aktuell nur Vinales Rennen dominieren
  • Marquez lässt sich auch von einem schlechten Startplatz nicht bremsen
  • Rossi muss weiter auf seine Podiums-Rückkehr warten

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