MotoGP

Cal Crutchlow: Phillip-Island-Crash 2018 hatte mich verfolgt

Cal Crutchlow schafft es ausgerechnet auf Phillip Island auf das MotoGP-Podium. Besondere Genugtuung für ihn aufgrund der eigenen Vorgeschichte.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Für Cal Crutchlow geht mit dem zweiten Platz beim MotoGP-Rennen auf Phillip Island ein einjähriger Leidensweg zu Ende. Ausgerechnet in Australien, dort, wo seine Karriere vor zwölf Monaten fast ein plötzliches Ende gefunden hätte, fährt der LCR-Honda-Pilot auf das Siegertreppchen.

"Was für ein Jahr", blickt Crutchlow im Augenblick des Erfolgs zurück. "Ich bin von einer Verletzung zurückgekommen, die mich grübeln ließ, ob ich überhaupt wieder fahren könnte, und jetzt stehe ich hier auf dem Podium! Noch nie hatte ich einen Sturz, über den ich überhaupt nachdenken musste, aber dieser hat mich ein ganzes Jahr lang verfolgt. Bevor wir hierher gereist sind war ich besorgt und wusste nicht, ob mir sowas wieder passiert. Der Chirurg, der meine OP durchgeführt hat, hat meine Karriere gerettet", ließ Crutchlow tief blicken.

Was war überhaupt passiert? 2018 stürzte Crutchlow auf Phillip Island im zweiten Freien Training am Freitag schwer und zog sich dabei eine komplizierte Knöchel-Fraktur zu. Zur Behandlung der Verletzung wurden zwei Operationen nötig, Crutchlow musste seinerzeit von den Streckenposten auf der Trage abtransportiert werden. Erst zum Saisonauftakt 2019 in Katar feierte er sein Renncomeback auf der LCR-Honda.

Crutchlows Hinterreifen zerstört

Nun derart triumphal an diesen Ort zurückzukehren, verschafft Crutchlow natürlich Genugtuung. Dabei hing sein Podiumsplatz am seidenen Faden. "Uns hat ein bisschen was gefehlt, um mit Marc und Maverick mithalten zu können. Ich glaube, das lag am Hinterreifen, der war nach vier, fünf schnellen Runden komplett zerstört", erklärte Crutchlow.

Doch der Vorsprung nach hinten auf die Verfolgergruppe rund um Kumpel Jack Miller reichte, um nach Maverick Vinales' Sturz in der letzten Runde den zweiten Platz nach Hause zu fahren. Die Formkurve zeigte bei Crutchlow zuletzt wieder nach oben, und so nimmt er bereits die Zukunft ins Visier: "Wir waren Sechster in Aragon, Fünfter in Motegi und Zweiter hier. In den letzten Rennen lief es nicht so schlecht. Jetzt müssen wir nach Malaysia und Valencia vorausblicken und schon am 2020er-Paket arbeiten."

Legt Crutchlow dort die richtige Basis im Hinblick auf das kommende Jahr, kann er an die zuletzt gezeigten Leistungen an den Rennsonntagen weiter anknüpfen.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter