MotoGP

MotoGP - KTM verhaut Q2-Chance in Le Mans: Glücksspiel verloren

Das verregnete MotoGP-Qualifying wurde KTM in Le Mans zum Verhängnis. Statt Ausrufezeichen nach starkem Freitag sieht Pol Espargaro nach Sturz Fragezeichen.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - In der KTM-Box herrscht nach dem MotoGP-Qualifying Enttäuschung und leichter Frust. So gut hatte der österreichische Hersteller am Freitag in den Trainings von Le Mans ausgesehen. Pol Espargaro hielt sich konstant in den Top 10 auf, und löste sogar frühzeitig schon ein Ticket für den samstäglichen Kampf um die Pole in Q2.

Doch am Samstag kam dann der Regen, und plötzlich ging nichts mehr. Espargaro erlebte bei Nieselregen und feuchter Strecke in Q2 einen Albtraum. Zuerst kein Grip, dann Sturz, dann Feierabend. Am Ende stand nicht einmal eine Rundenzeit hinter seinem Namen, es blieb nur Startplatz zwölf. Johann Zarco scheiterte erneut in Q1 und musste sich mit Startplatz 14 zufrieden geben.

"Das war heute reines Glücksspiel, und wir haben dabei leider verloren", gesteht KTM-Teammanager Mike Leitner danach gegenüber Motorsport-Magazin.com ein. Besonders Pol Espargaros Endergebnis enttäuscht nach dem starken Eindruck vom Freitag.

Pol Espargaro ratlos: KTM im Regen ohne Grip

"Ich habe am Beginn nicht einmal eine Runde fahren können, weil ich so knapp davor war abzufliegen", beschreibt Pol Espargaro nach dem Qualifying das Fahrverhalten der KTM. Am Freitag - im Trockenen - hatte sich das Motorrad noch gut angefühlt, versichert er. Die Qualifying-Probleme sind für ihn eine Frage des Wetters. Ständig wechselnder Nieselregen half nicht, und KTM schien das ganze Qualifying über hinterher zu fahren.

"In diesen Bedingungen hatten wir einfach Probleme, uns so schnell wie die Konkurrenz anzupassen, und haben den Preis dafür bezahlt", lautet Espargaros Fazit. Er begann Q2 auf Medium-Regenreifen - kein Grip. Also brach er gleich ab, ohne eine Zeit zu fahren, und wechselte an der Box auf einen weichen Hinterreifen. Da hatte der Regen aber erneut etwas zugenommen. Die schnellsten Zeiten wurden allesamt in den ersten Minuten von Q2 gefahren.

Der gescheiterte erste Anlauf kam Espargaro teuer zu stehen. Beim Versuch, noch etwas zu retten, legte er sich schließlich ins Kiesbett. "In der dritten Kurve bin ich gleich gestürzt", sagt Espargaro. "Verstehen kann ich das nicht, weil ich sieben km/h langsamer war, mich nicht mehr in die Kurven gelegt habe, und auch auf den Bremsen nicht mehr gepusht habe. Alles fühlte sich normal an, wir konnten uns einfach nicht so schnell wie andere an dieses Wetter anpassen."

Zarco findet im Regen Positives: Plötzlich dabei?

Ganz anders war die KTM-Erfahrung von Johann Zarco. Der verpasste zwar in Le Mans wieder Q2, aber danach klang endlich einmal Optimismus durch. Denn im Regen will er etwas gefunden haben: "Ich habe diese Stärke im Regen entdeckt, mit Regenreifen. Auf dem Slick habe ich es vielleicht nicht gespürt, aber jetzt können wir herausfinden, warum. Also war es gut, dass es heute nass war."

Johann Zarco fühlte sich im Regen von Le Mans ganz wohl - Foto: KTM

Zarco verpasste den Aufstieg in Q2 am Ende nur knapp. Und mit dem guten Gefühl, so glaubt er, wäre ein Aufstieg in Q2 vielleicht sogar möglich gewesen. "Normalerweise fahre ich sehr weich, und nutze die Reifen wenig ab. Daher fühlte ich mich bei gemischten Bedingungen immer gut", erklärt Zarco. "Das jetzt auf der KTM zu fühlen, zeigt mir: Wir arbeiten daran, und das Feeling kommt."

KTM-Piloten uneins: Regen-Rennen ja oder nein?

Da überrascht es kaum, dass die beiden KTM-Piloten für das Rennen unterschiedliche Vorstellungen haben, was das gewünschte Wetter angeht. Zarco würde ein feuchtes Rennen sofort unterschreiben: "Das ist die beste Chance, um Fahrer zu überholen, vor zu kommen, konstant zu fahren. Hoffentlich kommt es morgen so. Sieht danach aus, dass ich bei gemischtem Wetter meinen Vorteil aus den letzten Jahren wiederfinden kann."

Pol Espargaro hätte lieber das Gefühl vom Freitag wieder zurück. Dafür braucht er alles, nur keinen Regen: "Hoffentlich ist es trocken, da haben wir einen guten Rhythmus gefunden. Das würde glaube ich für alle Leute spektakulärer sein, und sicherer für uns. Alle würden wohl glücklich sein, wenn die Strecke morgen mehr oder weniger trocken ist."


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