MotoGP

Cal Crutchlows MotoGP-Comeback: Arsch nicht gespürt, dennoch P3

Beim MotoGP-Comeback nach Verletzung fährt Cal Crutchlow in Katar gleich aufs Podium. Schmerzen hatte er trotzdem, aber aus anderen Gründen.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Beim MotoGP-Rennen in Katar kehrte Cal Crutchlow nach langer Verletzungspause mit Style wieder zurück. Von dem in Phillip Island zerstörten rechten Knöchel und dem zerstörten rechten Schienbein war hier in Katar im Rennen nichts mehr zu merken. Crutchlow hielt alle 22 Runden lang mit der Spitzengruppe mit, und wurde am Ende mit Platz drei belohnt.

Leicht machte es ihm die Konkurrenz dabei auch nicht. Crutchlow stand im permanenten Kampf mit den Suzukis von Alex Rins und Joan Mir, sowie mit der Ducati von Danilo Petrucci. Außerdem ging es schon in den ersten Runden heiß her: Bei einem Rammstoß wurde Crutchlow von der Fußraste eines anderen Fahrers erwischt. Danach spürte er sein Hinterteil nicht mehr, und konnte sich auf seiner Honda kaum bewegen.

Crutchlows Hintern: Fußraste steckt noch drin

Was genau in den ersten Runden des Katar-GPs passiert war, das kann Crutchlow selbst gar nicht sagen. Er weiß nur, dass er getroffen wurde: "Jemand hat mich links getroffen, und ich konnte dann meinen Arsch für 15 Runden nicht spüren." Das schränkte ihn auf seiner Honda dann doch etwas ein, aber am Ende schien es mehr eine Unannehmlichkeit als eine tatsächliche Behinderung für ihn zu werden.

Daher kann Crutchlow, der sich nach dem Rennen erst einmal eine Massage genehmigen will, auch bei den ersten Interviews nicht so ganz ernst bleiben: "Keine Ahnung wer es war, aber ich muss ihm die Fußraste zurückgeben. Die steckt noch immer in meinem Arsch."

Crutchlow für 2019 bald wieder voll fit

Abgesehen von tauben Körperteilen lief es für Crutchlow im Rennen von Katar dann doch besser als erwartet. "Ein Podium zu holen ist ehrlich gesagt ein Traum. Ich wusste ja nicht einmal, ob ich überhaupt je wieder zurückkommen könnte", meint er danach.

Das enge Duell mit den beiden Suzukis von Rins und Mir nutzte Crutchlow gleich, um zu beweisen, dass er wieder voll in der MotoGP angekommen ist. Er legte sich die beiden zurecht, und kontrollierte nebenbei seine Reifen. Als es dem Rennende zuging, hatte er auf seiner Honda schließlich die besseren Karten und konnte Rins in den letzten Runden wiederholt abwehren.

"Als sie mich überholt haben, dachte ich, dass die spinnen. Wie Verrückte", beschreibt Crutchlow die Rennmitte. "Ich musste mich mental in die richtige Position bringen, sanft sein. Sie waren es nicht."

Cal Crutchlow bei der MotoGP in Katar - Foto: LCR Honda

Vom tauben Hintern abgesehen - den er bis zum nächsten Rennen in Argentinien sicher wieder spüren wird - kann Crutchlow für seine neue Saison also keine Probleme vermelden. Die alte Verletzung aus dem Vorjahr macht keine Sorgen mehr, versichert er: "Der Knöchel war kein Problem, ich bin sehr zufrieden damit, wie sanft alles ging."

Nur das fehlende Training spürt er noch, musste er doch in der Winterpause aufgrund der Rehabilitation etwas zurückstecken. "Über das Wochenende hatte ich ein paar Probleme mit meinen Armen, mein körperlicher Zustand ist noch nicht perfekt. Die Arme schmerzen ein bisschen, aber im Rennen hat sich alles gut angefühlt." Insgesamt sieht er sich also bereit für die Saison 2019, und mit einem Podium hätte der Einstand nicht besser sein können.


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