MotoGP

Valentino Rossi nach P9 ernüchtert: Zurück in der Realität

In Thailand gelang Yamaha ein Befreiungsschlag. Am MotoGP-Wochenende in Motegi ist man aber zurück am Boden der Tatsachen, wie Valentino Rossi feststellt.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Nach mehreren desaströsen Rennwochenenden war Yamaha im Thailand-Grand-Prix endlich wieder zurück im Spitzenfeld. Maverick Vinales und Valentino Rossi landeten auf den Rängen drei und vier, nur wenige Zehntelsekunden vom Sieg entfernt. Schon damals zweifelte man aber daran, ob wirklich ein Fortschritt gelungen war, oder das Rennwochenende in Buriram nur eine positive Ausnahme war.

Die Befürchtungen bei Yamaha bestätigten sich nun in Motegi. Im Qualifying kamen Vinales mit Platz sieben und Rossi mit dem neunten Rang nicht über die dritte Startreihe hinaus. "Thailand war eine Überraschung. Wir müssen jetzt davon ausgehen, dass uns die Reifen dort massiv geholfen haben", stellte Rossi nach dem enttäuschenden Qualifying fest.

Für den Thailand-Grand-Prix hatte Michelin ja von der Norm abweichende Reifen zur Verfügung gestellt. Durch eine andere Konstruktion wollte man eine längere Lebensdauer in der Hitze von Buriram garantieren. Dieser Pneu kam Yamaha deutlich besser entgegen. Er wird in der verbleibenden Saison aber nicht mehr zum Einsatz kommen.

Valentino Rossi: Zumindest stärker als in Aragon und Motegi

"Jetzt sind wir zurück in der Realität und etwa auf unserem Niveau aus der gesamten zweiten Saisonhälfte", seufzt Rossi. "Zumindest sind wir ein bisschen stärker als in Aragon und Misano." An diesen beiden Rennwochenenden war ein fünfter Platz durch Vinales das höchste der Gefühle für Yamaha.

Vor Heimpublikum in Misano konnte Rossi nicht überzeugen - Foto: HRC

Rossi hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es in Motegi besser laufen könnte. "Es ist nicht unmöglich, dass uns im Rennen ein gutes Resultat gelingt. Marc und Dovi haben einen Vorsprung, aber dahinter sind viele Fahrer mit einer ähnlichen Pace. Wenn wir noch ein paar Lösungen finden, können wir einige Plätze gutmachen", so der Routinier, der am Sonntag ja oft zulegen kann. "Um auf das Podium zu kommen, muss meine Pace aber etwas besser sein als bisher. Im Moment ist sie konstant, jedoch nicht schnell genug."

Maverick Vinales hatte mehr erwartet

Enttäuschung herrschte nach dem Qualifying auch bei Maverick Vinales, der sich am Freitag in Motegi noch optimistisch gezeigt hatte. "Nach dem ersten Training gestern hatte ich erwartet, näher an der Spitze dran zu sein und dass ein Start aus der ersten Reihe möglich ist. Wir haben uns aber leider in den Bremszonen verschlechtert. Daran müssen wir arbeiten", erklärte Vinales seinen Leistungsabfall.

Die Kohlen aus dem Feuer holen könnte für Yamaha in Motegi Johann Zarco. Er qualifizierte sich auf der Satellitenmaschine im Tech-3-Team auf dem ausgezeichneten zweiten Startplatz. "Ich habe ein gutes Gefühl für das Rennen", freute er sich nach dem Qualifying. "Mein viertes Training war nicht großartig, aber ich weiß warum. Marc und Dovi sind über die Renndistanz gesehen wohl etwas stärker, aber ich will nicht ausschließen, dass ich hier gewinnen kann."


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