MotoGP

MotoGP-Fight Dovizioso vs Marquez: Weshalb so spannend?

Die Duelle zwischen Marc Marquez und Andrea Dovizioso sind spannend wie nie. Ein Erklärungsversuch der beiden, weshalb das so ist.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Marc Marquez und Andrea Dovizioso sind zurzeit die stärksten Piloten im MotoGP-Fahrerlager. In Thailand lieferten sich die beiden einmal mehr ein Duell der Extraklasse mit einem Showdown in der letzten Kurve. Dieses Mal konnte Marquez ihn für sich entscheiden, in der Vergangenheit war es sonst eigentlich Dovizioso, der die Zweikämpfe siegreich verlässt. Nach dem Rennen in Thailand starteten die beiden MotoGP-Giganten einen Erklärungsversuch, weshalb gerade ihre Duelle so spannend sind.

Dovizioso und Marquez - das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Beide sind die hervorragende MotoGP-Piloten, aber in fast allen anderen Dingen könnten sie unterschiedlich nicht sein. Darin sehen die beiden auch den Grund für ihre extrem spannenden Zweikämpfe. "Diese Fights kommen zustande, weil unsere Fahrstile und Motorräder komplett unterschiedlich sind", glaubt Dovizioso. "Diese beiden Dinge machen den großen Unterschied."

Denn wo die Honda aggressiv und agil ist, braucht die Ducati eher eine ruhigere Hand, um zu funktionieren. Wo Marquez ein Haudrauf ist, bleibt Dovizioso ruhig. Nicht nur ihre Fahrstile, sondern auch die Charaktere der beiden MotoGP-Helden sind grundverschieden. Darauf führen beide ihr spannendes Racing gegeneinander zurück. "Marcs Fahrstil ist wie die Honda", findet Dovizioso. "Und er ist der Beste darin, damit umgehen. Mein Fahrstil ist eher flüssiger, aber die Ducati muss auch so gefahren werden."

Dovizioso erklärt weiter, wie die Dynamik zwischen ihm und Marquez funktioniert. "Unsere Kämpfe werden gut, weil unsere Herangehensweisen komplett unterschiedlich sind", so der Ducati-Pilot. "Wir studieren uns gegenseitig und versuchen dort besser zu werden, wo der andere schon stark ist."

Dovi vs Marquez: Fahrstil-Tausch in Thailand

Marquez stimmt dem Urteil seines Rivalen voll und ganz zu und erklärt am Ende sogar: "Mein Ziel ist es, wie Dovi zu bremsen. Ein bisschen flüssiger." Im Thailand-Rennen hat der amtierende Weltmeister das bereits versucht. "Wir haben heute ein bisschen Positionen getauscht", findet Marquez. "Er ist im Marquez-Style gefahren und ich im Dovi-Style." Denn das große Ziel des Honda-Werksfahrers war es, als Führender in die letzte Kurve zu gehen. In den letzten drei Rennen hat Dovizioso ihn nämlich genau so geschlagen.

"Ich habe die WM da vergessen und wollte nur als Erster in die letzte Kurve gehen", erläutert Marquez weiter. "Ich habe wirklich alles versucht. Wenn Dovi dort vorne gewesen wäre, dann hätte er wieder gewonnen. Aber nach drei Rennen habe ich endlich meine Revanche gekriegt", lacht Marquez. Lachen ist bei Marquez und Dovizioso das Stichwort. Denn trotz der harten Fights und dem - zumindest noch theoretischen - Kampf um den WM-Titel verstehen sich die beiden Piloten gut. Es werden keine harten Worte im Parc Ferme ausgetauscht, sondern sich zur starken Leistung gratuliert. "Wir hätten beiden den Sieg verdient, denn wir sind ein tolles Rennen gefahren", gibt Marquez nach dem Rennen deshalb an.

Dovizioso schlägt in dieselbe Kerbe. "In Kämpfen wie diesen ist es einfach, Fehler zu machen und aggressiver zu sein als notwendig ", glaubt er. "Aber ich habe in meiner Karriere immer versucht, so etwas zu vermeiden. Ich bin nicht der Typ Fahrer, der gerne Probleme verursacht." Laut Dovizioso sind die Kämpfe zwischen ihm und Marquez hart, aber werden zu keinem Zeitpunkt unfair. "Ich bin froh, wenn das so bleibt", kommentiert Dovizioso.


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