MotoGP

KTM: Wechsel zu 2019er-Bike schon für Österreich-GP '18 möglich

In Jerez war Mika Kallio erstmals mit der 2019er-KTM im Rennen unterwegs. Ab dem MotoGP-Wochenende in Spielberg könnte die neue RC16 fix im Einsatz sein.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Die Weiterentwicklung der MotoGP-Maschine RC16 läuft bei KTM auch im zweiten Jahr nach dem Einstieg in die Königsklasse auf Hochtouren. An den ersten drei Rennwochenenden wurden Pol Espargaro und Bradley Smith regelrecht mit Updates bombardiert, was auch mit ein Grund für die eher durchwachsenen Ergebnisse war. Den Fahrern fehlte es einfach an Zeit, neben der Erprobung neuer Teile auch noch am Setup und ihrem Speed zu arbeiten, wie KTM-Motorsportchef Pit Beirer in Jerez erklärte.

Beim Spanien-Grand-Prix schickte KTM erstmals in dieser Saison neben den Einsatzfahrern Espargaro und Smith auch Testpilot Mika Kallio mit einer Wildcard ins Rennen. Der Finne war dabei für eine ganz besondere Mission bestimmt. Er bestritt den ersten Einsatz an einem Rennwochenende mit dem 2019er-Prototypen von KTM.

Und der lief mehr als nur zufriedenstellend. Kallio beendete den Grand Prix als Zehnter, ließ damit sowohl Espargaro (P11) und Smith (P13) hinter sich und erzielte das bislang beste Saisonergebnis. Kallio konnte dabei vor allem in der Schlussphase des Rennens im Vergleich zu seinen KTM-Kollegen massiv zulegen. Im letzten Renndrittel von Runde 16 bis 25 war Kallio mit der 2019er-Maschine um zwei Sekunden schneller als Espargaro, Smith nahm er gar vier Sekunden ab. Und das, obwohl Kallio in dieser Phase fünf Positionen gutmachte und sich von Rang 15 auf den zehnten Endplatz nach vorne kämpfte.

2019er-KTM konstanter

"Ich konnte von Beginn bis zum Ende die gleiche Pace fahren", freute sich Kallio. "Pol und Bradley hatten hingegen in der Schlussphase deutlich größere Probleme mit dem Grip." Die 2019er-KTM scheint also in erster Linie ein besseres Motorrad für die Rennen zu sein. Besserer Grip beim Herausbeschleunigen aus den Kurven und leichteres Einlenken sind ihre große Stärken im Vergleich zum Vorgängermodell. Einen großen Anteil daran dürfte der neue Motor haben. Hier setzt man bei KTM wie die Konkurrenz nun auf eine rückwärts drehende Kurbelwelle, was den gyroskopischen Kräften des Motorrads entgegenwirkt und die Maschine so agiler werden lässt.

Kallio ließ in Jerez Espargaro und Smith hinter sich - Foto: Tobias Linke

Der 2019er-Prototyp der RC16 dürfte also ein klarer Schritt nach vorne sein. Deshalb versucht man bei KTM nun, die neue Maschinen möglichst schnell auch für den dauerhaften Einsatz mit den Stammfahrern Pol Espargaro und Bradley Smith fit zu machen. "Ich will mit dem alten Bike keine Zeit mehr verschwenden", meint Espargaro, der das neue Motorrad nach dem Jerez-GP testete. "Damit sind wir am Limit angekommen. Die neue Version hingegen hat großes Potenzial."

KTM: 2019er-Bike schon für Spielberg denkbar

Laut Espargaro ist es das Ziel von KTM, die 2019er-Maschine bis zum Österreich-GP einsatzbereit zu haben. Das Rennwochenende in Spielberg geht von 10. Bis 12. August über die Bühne und ist das elfte von 19 MotoGP-Events 2018.

Bedenken dürfte man bei KTM vor allem aufgrund des neuen Motors haben. Neun Triebwerke je Fahrer dürfen die Österreicher aufgrund der Zugeständnisse für zuletzt weniger erfolgreiche Hersteller in dieser Saison verwenden. Zieht man mit Spielberg die bislang eingesetzten, 'alten' Motoren aus dem Verkehr, könnte es bis Saisonende dennoch eng werden. Schon im Vorjahr brachte man in Jerez ein neues Triebwerk und kam damit im Fall von Pol Espargaro in den von da an 15 Rennwochenenden nicht aus. Beim Finale in Valencia musste man den zehnten Motor verwenden, Espargaro daher vom letzten Startplatz ins Rennen gehen.


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