MotoGP

Ralf Waldmann: Seine MotoGP-Karriere im Überblick

Ralf Waldmanns Tod hinterlässt tiefe Trauer. Wir blicken auf seine MotoGP-Karriere, von den erfolgreichen 250er-Jahren bis zum missglückten 500er-Gastspiel.
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Motorsport-Magazin.com - Mit Ralf Waldmann verabschiedet sich eine deutsche Motorrad-Legende für immer. Er hält mit seinen 20 Siegen einen Rekord in der Motorrad-WM: Den für die meisten Laufsiege, ohne jemals Weltmeister geworden zu sein. Aus diesem Grund, und weil Waldmann stets ein großer Sympathieträger war, blicken wir auf die über 20jährige Karriere des Deutschen zurück:

Schock für die deutsche Motorrad-Welt: RIP Ralf Waldmann: (00:55 Min.)

1986 - 1989: 80ccm-Klasse

Ralf Waldmann gab im September 1986 sein GP-Debüt in der Motorrad-WM. Beim Baden-Württemberg-GP auf dem Hockenheimring startete der Deutsche von P34 und kam als 19. ins Ziel. Eine komplette Saison bestritt er in dieser Klasse jedoch nie. Sein bestes Resultat holte Waldmann in dieser Klasse beim Westdeutschen GP 1989 in Hockenheim mit Platz sieben auf einer Seel. Insgesamt sprangen bei zwölf Starts in der 80er-Klasse 24 Punkte heraus.

1989 - 1993: 125ccm-Klasse

Schon im Laufe der Saison 1989 wagte Waldi erste Starts eine Klasse höher, bei den 125ern. Hier bestritt er 1990 auch seine erste volle Saison im GP-Paddock. Ein Jahr später ließ Waldmann den ersten Sieg folgen, beim deutschen GP in Hockenheim. In diesem Rennen setzte er sich um knapp zwei Zehntelsekunden gegen Loris Capirossi durch. Noch im selben Jahr ließ Waldmann in Assen den zweiten Triumph folgen. Am Ende war Waldi WM-Dritter.

Ralf Waldmann gewann insgesamt 20 Grands Prix - Foto: MotoGP/Twitter

1992 und 1993 ging es ähnlich erfolgreich weiter für den deutschen Sympathieträger. Einen fulminanten Saisonstart legte Waldmann 1992 hin, gewann in den ersten vier Rennen drei Mal und wurde einmal Dritter. Zum WM-Titel reichte es trotzdem nicht, mit insgesamt 112 Punkten wurde es wieder WM-Rang drei. Ein Jahr später gewann Waldmanns Landsmann Dirk Raudies die 125er-WM, Waldi schloss das Jahr als Gesamtvierter ab.

1994 - 1997, 1999 - 2009: 250ccm-Klasse

Seine erfolgreichste Zeit erlebte Waldmann, wie so viele deutsche WM-Piloten, in der 250er-Klasse. 1994 stieg Waldmann auf und übernahm die Werks-Honda von Stefan Bradls Vater Helmut im legendären HB-Racing-Team von Dieter Stappert. In den folgenden vier Jahren schloss Waldmann die WM immer in den Top-5 ab, holte in dieser Zeit insgesamt zwölf Laufsiege. 1996 und 1997 wurde Waldmann jeweils hinter Max Biaggi Vize-Champion, unterlag dabei im WM-Kampf 1997 um lediglich zwei Pünktchen.

Deutsche Motorsport-Geschichte schrieb Ralf Waldmann, als er zusammen mit Teamkollege Jürgen Fuchs in Assen 1996 einen Doppelsieg fixierte. Es ist bis heute der letzte deutsche Doppelsieg in der Motorrad-WM. Immerhin: Nach über 19 Jahren Pause sorgten Jonas Folger und Sandro Cortese beim Japan-GP in Motegi 2015 für das erste deutsche Doppelpodium in der mittleren Klasse seit Fuchs-Waldmann bei der Dutch TT im Jahre 1996. Nach einem einjährigen Gastspiel bei den 500ern kehrte Waldmann 1999 wieder in die 250er-Klasse zurück.

Zwei volle Saisons absolvierte Waldi in dieser Klasse noch und holte dabei seine letzten beiden Grand-Prix-Siege. In Erinnerung blieb vor allem sein letzter Triumph im Regen-Chaos von Donington im Jahr 2000. Waldmann setzte auf andere Reifen als die Gegner und lag schon aussichtslos zurück, als sich in der Schlussphase die Bedingungen veränderten. Waldmann holte plötzlich in Siebenmeilenschritten auf und setzte das entscheidende Manöver in der allerletzten Kurve. 2002 startete Waldi noch drei Mal in der 250er-Klasse, seinen letzten Grand Prix bestritt er schließlich 2009 in Donington als Ersatzfahrer bei Kiefer Racing.

Ralf Waldmann blühte in der 250er-Klasse auf - Foto: Milagro

1998: 500ccm-Klasse

Nachdem er zwei Mal Vizeweltmeister hinter Max Biaggi bei den 250ern wurde, startete Ralf Waldmann 1998 in der Königsklasse bis 500ccm. Es blieb sein einziges Jahr dort. Sein Talent konnte er auf der unterlegenen Modenas KR3 kaum ausspielen. Immerhin: Wenn Waldi ins Ziel kam, holte er stets Platzierungen um Rang zehn. Bestes Einzelergebnis: Position sieben beim deutschen Grand Prix, dem ersten Rennen der Neuzeit auf dem Sachsenring. Beim Qualifying in Brünn glänzte Waldmann zudem mit der viertbesten Zeit. Am Ende stand für Waldi WM-Platz 14 mit 46 Punkten zu Buche.


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