MotoGP - Brünn-Test: Die Updates der MotoGP-Werksteams

Setup, Verkleidungen, Chassis, Elektronik etc.

Sämtliche MotoGP-Werke nutzten den Test in Brünn für neue Updates und Lösungen. Besonders Yamaha zog dabei die Aufmerksamkeit auf sich.
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Motorsport-Magazin.com - Valentino Rossi vor Marc Marquez und Maverick Vinales - so endete der MotoGP-Testtag in Brünn. Doch Zeiten standen in den acht Stunden, die Teams und Fahrer zur Verfügung hatten, nicht im Vordergrund. Alle sechs in der Königsklasse vertretenen Werk hatten die Gelegenheit, Updates oder andere Setup-Lösungen auszuprobieren. Diese Chance ließ man sich nicht entgehen. Was die einzelnen Werke genau auf der Agenda hatten, beleuchten wir im Folgenden:

Repsol Honda

Marquez und Pedrosa haben sich auf das Setup der Honda konzentriert - Foto: HRC

Für das Repsol-Honda-Team um Marc Marquez und Dani Pedrosa gab es ein Brünn einiges auszuprobieren. Man hatte sich dabei auf drei Bereiche fokussiert: Setup (insbesondere bei der Elektronik), Aufhängung und Rennpace. Sowohl Marquez, als auch Pedrosa haben dabei einen Schritt nach vorne gemacht. Außerdem nutzten Marquez und Pedrosa den Testtag dazu, um Michelins neue Reifen für die MotoGP-Saison 2018 auszutesten.

Die Winglets sind zurück in der MotoGP: (00:45 Min.)

Das sagt Marquez: "Wir haben ein paar Dinge ausprobiert. Das war perfekt, um ein paar Setup-Lösungen für Österreich durchzugehen. Hinsichtlich der Rennpace haben wir kleinere Dinge getestet, ein paar Elektronik-Settings. Wir haben den Tag dann mit kleineren Upgrades beendet. Ich bin happy, denn wir haben an der Rennpace gearbeitet und ich war sehr konkurrenzfähig."

Das sagt Pedrosa: "Wir haben einige Dinge am Setup ausprobiert, bei denen wir noch hinterher hinken, damit wir uns am Rennwochenende wohler fühlen. Im Prinzip haben wir viel mit den Mappings gearbeitet, und auch an der Vordergabel haben wir einige Einstellungen durchprobiert. Da sind uns ein paar Schritte nach vorne gelungen, aber das müssen wir noch bestätigen."

Movistar Yamaha

Yamaha brachte für beide Fahrer die neue Winglet-Verkleidung - Foto: Yamaha

Am stärksten im Fokus stand das neue Yamaha-Werksteam. Man brachte sowohl für Valentino Rossi als auch für Maverick Vinales eine neue Winglet-Verkleidung. Hier hatte sich nicht nur ein viertes Flügel-Element unter der Kleidung versteckt. Die Yamaha verfügte beim Upgrade nun auch über einen Wulst, ähnlich wie ihn die KTM hat. Bei Vinales hat man zudem an den Beschleunigungszonen gearbeitet.

Das sagt Rossi: "Wir haben die neue Verkleidung ausprobiert. Die ist gut, da habe ich ein gutes Gefühl. Aber das hängt natürlich immer von der Strecke ab. In Österreich zum Beispiel bringt diese Verkleidung nicht sehr viel."

Das sagt Vinales: "Wir haben versucht, uns beim Herausbeschleunigen zu verbessern, das ist in Österreich sehr wichtig. Auch an der Elektronik haben wir viel rumgespielt und uns da verbessert."

Ducati

Die Winglets von Lorenzo und Petrucci fuhr nun auch Dovizioso aus - Foto: gp-photo.de

Ducati gehörten die Schlagzeilen am vergangenen Wochenende, als man sowohl Jorge Lorenzo als auch Danilo Petrucci mit der neuen Winglet-Verkleidung fahren ließ. Beim Testtag fuhr auch Andrea Dovizioso zum ersten Mal dieses neue Upgrade. Abgesehen davon haben beide Werksfahrer der Roten weiter am Setup ihrer Desmosedici gefeilt. Besonders wichtig war das für Lorenzo, um die Ducati besser auf seinen Fahrstil abzustimmen.

Das sagt Lorenzo: "Wir konnten das Bike sehr gut verbessern, indem wir einige neue Settings ausprobiert haben. Die haben mir in den Kurven viel mehr Vertrauen vermittelt. Die Rundenzeit war daher besser als am Wochenende. Ich bin mit dem Medium-Reifen dieselbe Zeit gefahren wie am Wochenende mit dem Soft-Reifen."

Das sagt Dovizioso: "Wir hatten heute all die Zeit, die nötig war, um die neue Winglet-Verkleidung zu testen. Das konnten wir voll ausnutzen und uns ein klares Feedback holen. In meinen Augen ist sie auf einigen Strecken sehr nützlich. In Österreich könnte sie uns beispielsweise einen guten Vorteil verschaffen."

Suzuki

Alex Rins erhielt das Chassis-Upgrade - Foto: Suzuki

Bei Suzuki war der Arbeitstag zweigeteilt: Andrea Iannone durfte schon einige Teile mit Blick auf die kommende MotoGP-Saison testen, dazu gehörten unter anderem auch die neuen Michelin-Reifen für 2018. Rookie Alex Rins konzentrierte sich nicht nur auf verschiedene Setup-Lösungen, sondern durfte auch das neue Chassis ausprobieren, das Iannone bereits an den Rennwochenenden einsetzt.

Das sagt Iannone: "Mein Gefühl für das Bike hat sich vor allem gegen Ende des Tests hin verbessert. Wir haben Sachen im Hinblick auf nächste Saison getestet und das ist sehr wichtig, denn wir bekommen sehr gute Informationen. Es geht in die richtige Richtung."

Das sagt Rins: "Ich habe das neue Chassis getestet, das Andrea schon seit einigen Rennen fährt, und fühle mich damit viel wohler. Wir werden versuchen, es in Österreich einzusetzen. Wenn wir damit genauso gut arbeiten können, wie mit dem alten, dann werden wir es auch benutzen. Wir haben uns beim Kurvenspeed und am Kurvenausgang verbessert."

Aprilia

Aleix Espargaro testete nochmals sämtliche Neuerungen - Foto: Aprilia

Arbeitsteilung war auch das Motto bei Aprilia beim Brünn-Test. Aleix Espargaros Aufgabe war es, die neuen Teile, die man zum Tschechien-GP gebracht hatte, weiter zu evaluieren. Der Spanier probierte dafür verschiedene Einstellungen durch. Auch eine neue Schwinge kam zum Einsatz. Für Sam Lowes stand dagegen die Arbeit am eigenen Fahrstil im Vordergrund. Besonders achtete der Rookie dabei auf die Bremszonen und den Kurvenausgang.

Das sagt Aleix Espargaro: "Wir hatten heute viele Sachen auszuprobieren. Am Wochenende konnten wir das wegen dem Wetter nicht. Heute haben wir eine neue Schwinge getestet und ein paar Teile vom Motor bestätigt. Wir konnten die Pace mit dem Rennreifen verbessern, außerdem hat sich der Grip mit der neuen Schwinge verbessert, deshalb werden wir sie in Österreich einsetzen. Außerdem konnten wir nochmal bestätigen, dass der Motor besser funktioniert als noch vor der Sommerpause."

Das sagt Lowes: "Ich muss meinen Fahrstil verbessern, vor allem auf der Bremse. Die erforderlichen Bewegungen dort sind ganz andere als auf dem Moto2-Bike. Ich habe eine Tendenz, zu schnell runterzuschalten und das wirkt sich nachteilig auf die Bremskräfte aus. Heute haben wir da aber einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Österreich ist eine Stop-and-Go-Strecke, daher haben wir ein spezifisches Setup getestet, ohne uns auf die Rundenzeiten zu fokussieren."

KTM

Bei KTM versucht man alles Mögliche - sowohl bei neuen, als auch bei bewährten Teilen - Foto: KTM

Die Österreicher von KTM entwickeln weiter in rasantem Tempo - und kein Stein bleibt dabei auf dem anderen. Mit Pol Espargaro hat man beim Test alles Mögliche durchprobiert in den Bereichen Chassis, Schwingen, Elektronik. Bradley Smith dagegen hat auf bewährtes Material gesetzt, und dort alles weiter evaluiert, um mit dem vorhandenen Paket weitere Fortschritte machen zu können.

Das sagt Pol Espargaro: "Wir versuchen natürlich wie immer einiges, Chassis, Schwingen, auch bei der Elektronik. Da haben wir nämlich immer noch Probleme, sobald der Reifen etwas abbaut. Auch ein neues System für die Motorenbremse haben wir getestet. Generell liegt unser Fokus auf der Bremse, die ist ja in Österreich sehr wichtig, ebenso wie die Beschleunigung. Bei der Elektronik sehen wir und da das Power-Management und die Anti-Wheelie-Einstellungen an. Wir versuchen, das Bike generell zu verbessern."

Das sagt Smith: "Für uns ging es darum, die Fortschritte vom Samstag zu bestätigen und weiter in diese Richtung zu arbeiten. Bei uns ist momentan das Turning am Wichtigsten. Wir behalten unser aktuelles Paket und schauen, wo wir uns damit in gewissen Bereichen noch verbessern können. Das geht vor allem über die Bereiche Aufhängung, Fahrerposition, Fahrstil, Bremsstil bin hin zur Geometrie."

MotoGP-Test Brünn, 2017: Das Ergebnis

P Fahrer Motorrad Zeit Gap Runden
1. Valentino Rossi Yamaha 1:55.162 52
2. Marc Marquez Repsol Honda 1:55.180 0.018 67
3. Maverick Vinales Yamaha 1:55.335 0.173 69
4. Jorge Lorenzo Ducati 1:55.542 0.380 55
5. Johann Zarco Tech3 Yamaha 1:55.691 0.529 70
6. Cal Crutchlow LCR Honda 1:55.768 0.606 48
7. Dani Pedrosa Repsol Honda 1:55.795 0.633 53
8. Jonas Folger Tech3 Yamaha 1:55.830 0.668 48
9. Andrea Iannone Suzuki 1:56.123 0.961 47
10. Aleix Espargaro Aprilia 1:56.263 1.101 51
11. Andrea Dovizioso Ducati 1:56.403 1.241 45
12. Tito Rabat Marc VDS Honda 1:56.535 1.373 76
13. Jack Miller Marc VDS Honda 1:56.634 1.472 47
14. Alex Rins Suzuki 1:56.637 1.475 69
15. Pol Espargaro KTM 1:56.668 1.560 60
16. Bradley Smith KTM 1:56.976 1.814 51
17. Sam Lowes Aprilia 1:57.851 2.689 26
18. Takuya Tsuda Suzuki 1:59.749 4.587 51

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