MotoGP

Darum ging Repsol-Honda-Pilot Dani Pedrosa beim kühlen Assen-GP unter

Dani Pedrosa hatte bei der Dutch TT in Assen kaum eine Chance. Der Repsol-Honda-Pilot weiß auch, warum:
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Dani Pedrosa wird die Dutch TT in Assen 2017 wohl schnellstmöglich abhaken wollen. Der Repsol-Honda-Pilot fand auf der Traditionsstrecke in den Niederlanden nie zu seiner Top-Form und kam letztlich als geschlagener 13. mit einem Rückstand von über einer Minute ins Ziel. Die Verhältnisse haben Pedrosa am Samstag und am Sonntag jedoch auch nicht gerade geholfen.

Denn bereits im Qualifying am Samstag war es kühl und nass, was Pedrosa überhaupt nicht in die Karten spielte. Auf dem Bike schüttelte der Spanier des Öfteren den Kopf, war der Konkurrenz hoffnungslos unterlegen. Da er sich in den Freien Trainings einen Platz im Q2 sicherte, rettete er zumindest Startplatz zwölf und entkam damit einem noch größerem Fiasko wie es Jorge Lorenzo mit P21 erlebte. Doch am Rennsonntag war es nicht besser.

Reifen und kühle Temperaturen: Pedrosa erklärt seine Probleme

Dani Pedrosa kommt im Nassen nicht zurecht - Foto: HRC
Ich konnte nicht schneller fahren, und als es dann noch geregnet hat, ist die Temperatur in den Reifen schnell in den Keller gegangen.
Dani Pedrosa

Denn auch dort kletterte das Thermometer auf keine 20 Grad in der Luft, der Asphalt war mit 25 Grad zumindest etwas wärmer als noch im Qualifying. Doch unter solchen Verhältnissen ist Pedrosa machtlos, zumal im letzten Renndrittel auch noch leichter Regen aufkam. Pedrosa muss sich daher selbst eingestehen: "Ich konnte einfach nicht schneller fahren, und als es dann noch geregnet hat, ist die Temperatur in den Reifen sehr schnell in den Keller gegangen. Ich habe leider immer meine Probleme in solchen Rennen, die Temperatur in den Reifen zu halten."

Was für Pedrosa erschwerend hinzu kommt ist ein Charakteristikum der MotoGP-Reifen, das schon zu Bridgestone-Zeiten auffällig war, wie er weiter ausführt: "Wenn man drei oder vier Runden lang ein paar Sekunden langsamer fährt, verliert man die Temperatur in den Reifen. Und wenn die weg ist, dann ist es sehr schwierig, wieder einen Rhythmus aufzunehmen." In Zahlen ausgedrückt: Nach Einsetzen des Regens in Runde 19 konnte Pedrosa keine Zeit mehr unter 1:41 fahren. Valentino Rossis schlechteste Runde in diesem Zeitraum war eine 1:38.394 in Runde 23.

Hier kommt sicherlich auch das körperliche Handicap Pedrosas zum Tragen. Mit einer Größe von 1,60m und einem "Kampfgewicht" von gerade einmal 51kg tut sich Pedrosa in kühlen Verhältnissen, wie sie in Assen vorherrschen, besonders schwer. Sein Vorteil bei Hitzeschlachten wird so zum Nachteil im Kühlen und/oder Nassen. Daher ist es auch besonders schwierig für ihn, einen Ausweg zu finden: "Wir müssen das nächstes Mal besser machen. Es ist nicht das erste Mal, dass wir auf diese Weise leiden. Wir müssen einen Weg finden, um die Temperatur besser in den Reifen zu halten", so ein ratloser Pedrosa.

Schlechte Karten schon nach dem Start

Dani Pedrosa hing im Mittelfeld fest - Foto: Suzuki
Ich habe am Start nicht so viele Plätze gewonnen wie erhofft und dann im Laufe der ersten Runde wieder Positionen verloren.
Dani Pedrosa

Auch auf seine große Stärke zu 800er-Zeiten, nämlich seine Blitz-Starts, konnte sich Pedrosa nicht verlassen. Am Start und im Laufe der ersten Runde konnte der routinierte Spanier nur eine Position gut machen. Aus der ersten Runde kam Pedrosa also als Elfter zurück. "Der Start lief nicht so gut. Ich habe nicht so viele Plätze gewonnen wie erhofft und habe dann im Laufe der ersten Runde auch wieder Positionen verloren", hadert Pedrosa mit seiner Startphase in Assen.

Von da an war Pedrosas Rennen vorgezeichnet. In den Mittelfeldkämpfen verlor er den Anschluss an die Spitzengruppe, später im Rennen fiel Pedrosas Performance ganz ab. "Ich war nach der ersten Runde in keiner guten Position und lag weit zurück. Aber das Positive ist: Meine Rundenzeiten waren gut im Vergleich zur Spitzengruppe", kann Pedrosa dem Assen-GP auch etwas Positives abgewinnen. Auf dem Sachsenring sollte es dann wieder besser laufen. Die Strecke liegt ihm und der Honda. Allerdings muss Pedrosa auch auf den Wettergott hoffen.


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