MotoGP

Ducati überrascht mit Technik-Kniff: Die Brotdose debütiert in der MotoGP

Ducati sorgt wieder einmal für Aufsehen. Bei den ersten Tests in Sepang fährt man mit einer ungewöhnlichen Box am Heck der Maschine.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Die Ära der Winglets ist Geschichte, doch es ist nach wie vor Ducati, das an der Technikfront für verdutzte Gesichter sorgt. Seit Mittwoch testen die Italiener mit Casey Stoner und Michele Pirro in Sepang, ehe dort ab 30. Januar für drei Tage die Einsatzfahrer Jorge Lorenzo und Andrea Dovizioso bei den offiziellen IRTA-Tests übernehmen. Für Aufsehen sorgte Ducati aber in dieser Woche, weil die Maschinen von Stoner und Pirro einen äußerst ungewöhnlichen Heckbereich aufwiesen.

Bei Ducati weicht Auspuff Box

Das bei Ducati bisher übliche zentrale Auspuffrohr am Heck wurde auf die rechte Seite verschoben, in der Mitte findet nun eine große schwarze Box Platz. Was sich darin verbirgt, will man nicht verraten. "Das ist eine Brotdose. Da kann ich einen Salat, ein Hot Dog oder etwas Limo einpacken, falls ich nach ein paar Runden Hunger bekomme", scherzte Testpilot Michele Pirro bei 'Crash.net'. Technikchef Gigi Dall'Igna wollte lediglich verraten, dass die Box aktuell nicht leer ist und sich kein Sprit darin befindet.

Gut zu sehen: Die Brotdose an Pirros Motorrad - Foto: Ducati

Die Geheimniskrämerei der Ducatisti befeuert natürlich die Gerüchteküche, Spekulationen gehen in die unterschiedlichsten Richtungen. Eine Vermutung: Ducati soll ja seit Bekanntwerden des Winglet-Verbots für 2017 an einer aerodynamischen Lösung arbeiten, die Anpressdruck innerhalb der Verkleidung erzeugt. Dazu muss dort aber natürlich Platz geschaffen werden. In der Box am Heck der GP17 könnte sich demnach das ansonsten unter der Verkleidung versteckte Steuergerät der Elektronik befinden.

Jet-Triebwerk für Ducati?

Noch revolutionärer mutet die zweite Theorie an. Ducati hat sich erst vor kurzem ein Auspuff-System patentieren lassen, das einem Flugzeugtriebwerk gleicht. Hiermit kann der Durchmesser der Auslassöffnung am Ende des Auspuffs verändert werden. So soll, glaubt man den Gerüchten, der regulierbare Schub am MotoGP-Bike je nach Einstellung Wheelys entgegenwirken und so das Vorderrad am Boden halten, was ja bisher Aufgabe der Winglets war, oder für mehr Vortrieb sorgen. Gesteuert soll dieses System mit Elektromotoren werden, die sich nun in der geheimnisvollen Box am Heck befinden könnten. Dall'Igna bestreitet aber, dass dieses System an der MotoGP-Maschine zum Einsatz kommen wird: "Man kann bei den Zeichnungen im Patent sehen, dass der Auspuff ganz anders aussieht als der an der GP17."

Die dritte kursierende Theorie ist die unspektakulärste. Demnach könnte Ducati lediglich zusätzliche Sensoren verbaut haben, die dem Erkenntnisgewinn bei den Testfahrten dienen sollen. Im Rennbetrieb würde die Box dann wieder verschwinden und der Auspuff an seine angestammte Position zurückwandern. Für die Installation einiger Sensoren wirkt der Aufwand allerdings doch recht groß.

Lorenzos und Doviziosos neue Arbeitsgeräte: (00:21 Min.)


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