MotoGP

Lorenzos emotionaler Einstand in die MotoGP Ducati-Familie

Es war ein besonderer Tag für Jorge Lorenzo: Mit vielen Emotionen wurde er in die Ducati-Familie eingeführt. Mit so viel Liebe hätte Lorenzo gar nicht gerechnet
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Willkommen in der Familie - Jorge Lorenzo hätte mit vielen Worten zu seinem Ducati-Einstand gerechnet, aber damit nicht. "Ich bin jetzt nervöser als vor meinen Rennen", gab er bei der Team-Präsentation in Borgo Panigale zu. Bereits am Vortag war er bei seinem neuen Arbeitgeber zur Gast und wurde von Fans und Mitarbeitern gleichermaßen herzlich begrüßt. "Gestern war es schon toll, ich hätte so viel Passion und Liebe von den Leuten hier nicht erwartet. Manche sagten sogar 'Willkommen in der Familie' zu mir. Die Fans und auch die Mitarbeiter sind so gefühlvoll, das gibt es nur hier", schwärmt Lorenzo.

Für Lorenzo ist der Wechsel ins italienische Team aus vielen Gründen ein emotionaler. Seine bisherige MotoGP-Karriere, neun Jahre und immerhin drei WM-Titel, hat der Spanier mit seinem ehemaligen Arbeitgeber Yamaha gefeiert. Das nach so einer langen Zeit der Wechsel und der Aufbruch in ein neues Abenteuer nicht ohne Emotionen von der Hand gehen, ist verständlich. Bei einem solchen Empfang fällt es Lorenzo aber nicht schwer, seinen neuen Weg zu gehen. "Ich bin so stolz, jetzt Teil dieser Familie zu sein", erklärt er lächelnd. "Ich möchte allen danken, die mir gestern ihre Freude über mein Kommen gezeigt haben. Ich werde versuchen, dieses Team stärker zu machen, als Fahrer und als Mensch."

Lorenzos und Doviziosos neue Arbeitsgeräte: (00:21 Min.)

Freude auf allen Seiten

Genauso viele Emotionen wie in Lorenzo stecken zum selben Zeitpunkt auch in allen Ducati-Funktionären. In jedem Satz von Gigi Dall'Igna und Co. schwingt die Hoffnung auf den ersten WM-Titel seit Casey Stoner 2007 mit. Das fehlende Puzzleteil für Ducati-Titel Nummer zwei ist mit Jorge Lorenzo jetzt an Bord, das betonten die Roten immer wieder. Gerade für Dall'Igna ist Lorenzos Ducati-Wechsel etwas ganz besonderes. "Jorge hat insgesamt fünf WM-Titel einfahren können, zwei davon haben wir zusammen geschafft", erklärt er. In den Jahren 2006 und 2007 gewann Lorenzo mit Aprilia, für die Dall'Igna damals arbeitete, in der 250cc-Klasse zwei Titel. Ein dritter gemeinsamer Titel wäre für beide Parteien ein weiterer Meilenstein, nach immerhin neun Jahren Beziehungspause.

Doch nicht nur Lorenzos ehemaliger Chef schwärmt von dem Neuzugang. Auch Teammanager Davide Tardozzi ist begeistert von Lorenzos bisheriger Arbeit. Für ihn ist jedoch die zwischenmenschliche Komponente die positive Überraschung. "Das es harmonisch zwischen Andrea (Dovizioso) und Jorge zugeht, ist wichtig. Es herrscht ein toller Teamgeist zwischen ihnen, das kommt sonst eher selten vor", zeigt sich der Italiener begeistert. "In der MotoGP herrscht ein hohes Niveau, jeder ist sehr individuell. Normalerweise wird alles mit Managern geklärt, das ist hier aber nicht passiert."

Ich bin so stolz, jetzt Teil dieser Familie zu sein.
Jorge Lorenzo

Vielleicht ist es diese hohe Teamfähigkeit, die Lorenzo das herzliche Willkommen eingebracht hat. Fest steht, dass die Ducatisti in Borgo Panigale mehr als erfreut sind, den Spanier an Bord zu haben. Das ist nicht nur dem Fahrer selbst, sondern auch Sportdirektor Paolo Ciabatti aufgefallen. "Als er am Donnerstag das erste Mal hier war, haben wir ihm alles gezeigt. Er hat tolle Unterstützung von den Leuten, die hier arbeiten, erhalten", gibt Ciabatti einen Einblick in Lorenzos Erlebnis. "Ich bin mir sicher, dass Jorge gleich verstanden hat, dass hier jeder ein Leben lebt, das auf Rennsport ausgelegt ist."

Jorge Lorenzo startet 2017 in rot - Foto: Ducati

Ein Umfeld, wie es für Lorenzo nicht passender sein könnte. Denn bei allen Emotionen, haben beide Parteien das Hauptziel klar im Visier: den WM-Titel. Es darf mit Lorenzo keine Ausreden mehr geben, warum es Ducati nicht ganz an die Spitze geschafft hat, heißt es von Dall'Ignas Seite. Als dreifacher MotoGP-Weltmeister wird sich Lorenzo auch nicht mit weniger zufriedengeben, sobald die erste Euphorie verflogen ist.


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