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MotoGP

Die Crashes von Sepang: Marquez, Iannone, Crutchlow und Bradl im Kies

Gleich drei Fahrer warfen ihre Motorräder auf Podestkurs in den Kies. Das sagten die Crash-Piloten zu ihren Stürzen in Sepang:
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Regen verspricht in der MotoGP immer Action. Das galt auch am Sonntag in Sepang für den Grand Prix von Malaysia. Gleich drei Fahrer warfen potenzielle Podestplätze weg, sodass am Ende Jorge Lorenzo Platz drei bejubeln durfte, obwohl er nach elf der 19 Runden mit fünfeinhalb Sekunden Rückstand auf die Top-3 nur auf Rang sechs lag. Insgesamt kamen vier Fahrer am Sonntag zu Sturz:

RundeFahrer (Position)Kurve
10Stefan Bradl (15.)Turn 1
12Cal Crutchlow (5.)Turn 2
12Marc Marquez (4.)Turn 11
13Andrea Iannone (3.)Turn 9

Auffallend ist der Umstand, dass sämtliche Crashes in einem Fenster von nur vier Runden auftraten und es in Runde zwölf gleich zwei Fahrer erwischte. Die Crashes von Sepang und die Reaktionen der Fahrer im Detail:

Stefan Bradl

Stefan Bradl sorgte für den ersten Sturz des Malaysia GP. Der Aprilia-Fahrer verlor auf der Jagd nach Danilo Petrucci in der zehnten Runde beim Anbremsen der ersten Kurve die Kontrolle über das Vorderrad und rutschte in die Auslaufzone. Ein reiner Fahrfehler auf nasser Piste, wie er nach dem Rennen gestand. "Ich konnte zwar weiterfahren, bin aber enttäuscht, denn der Sturz hat viel Zeit und viele Positionen gekostet", sagte Bradl nach dem Rennen. Rang 15 war futsch und statt mit Petrucci bis zum Zielstrich um letztlich P10 zu kämpfen, ging Bradl als Vorletzter leer aus.

Cal Crutchlow

Es sah schon wieder gut aus für den zweifachen Saisonsieger, doch plötzlich war alles vorbei. Nach einem schlechten Start holte Cal Crutchlow in Sepang Position um Position auf und lag in der zwölften Runde schon fast in Schlagdistanz zu Marc Marquez und dessen vierten Platz. Doch dann geschah es in Kurve 2: "Ich wäre beinahe am Mond gelandet! Ich war langsam unterwegs, als ich plötzlich per Highsider abhob", erklärte Crutchlow. Da er mit dem Kopf heftig auf dem Asphalt aufschlug, war er einige Momente lang benommen. Danach klagte er über große Schmerzen im Fuß. Noch mehr schmerzte den ehrgeizigen Briten aber die verpasste Chance: "Ich hatte erneut eine Chance auf einen Podestplatz. Daher ist der Sturz wirklich sehr ärgerlich."

Marc Marquez

Viel weiter als Verfolger Crutchlow kam Marc Marquez nicht. In der zwölften Runde erwischte es den Weltmeister in Turn 11 auf Platz vier liegend. "Ich habe plötzlich die Front verloren", gab er nach dem Rennen zu Protokoll. Rund 30 Sekunden verlor Marquez, bis er wieder auf seiner Honda saß und das Rennen auf Rang 15 wieder aufnahm. Bis zur Zielflagge überholte er noch Bradley Smith, Eugene Laverty und Aleix Espargaro und durfte am Ende als Elfter noch fünf Punkte mitnehmen. Die Karbonbremsen, die Marquez als einziger Fahrer im gesamten Feld einsetzte, sollen mit dem Sturz nichts zu tun gehabt haben: "Nein, das war die richtige Wahl und hatte nichts mit dem Crash zu tun", so Marquez.

Andrea Iannone

Andrea Iannone hätte beinahe für ein Sensations-Comeback gesorgt. Mit insgesamt neun Führungsrunden und spektakulären Manövern gegen Valentino Rossi, zog der Maniac nach vier Rennen Pause die volle Aufmerksamkeit auf sich. In Runde elf verlor er, trotz seiner bis dahin schnellsten Rennrunde, die Führung und fiel einen Umlauf später auch hinter den späteren Sieger Andrea Dovizioso zurück. In Lap 13 war Iannones Rennen in der neunten Kurve zu Ende. "Zu spät gebremst, den Vorderreifen überlastet und die Front verloren", so lautete das knackige Fazit des Italieners. "Wäre ich noch an Start/Ziel vorbeigekommen und hätte man mir dort 'Cal out' und 'Marc out' signalisiert, wäre es vielleicht nicht so weit gekommen." Iannone war mit seinem Comeback trotz des Ausfalls zufrieden: "Ich habe länger als die Hälfte des Rennens an der Spitze gekämpft. Das ist nach einer so langen Pause nicht selbstverständlich."


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