MotoGP

Aegerter testet Prototyp bereits Ende Januar - Kawasaki arbeitet an MotoGP-Comeback

Die Anzeichen verdichten sich, dass in näherer Zukunft auch Kawasaki wieder den Einstieg in die MotoGP wagt. Das Motorrad ist bereits in Arbeit.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - In der kommenden MotoGP-Saison gesellen sich zu den bisher vertretenen Herstellern Honda, Yamaha und Ducati mit Suzuki und Aprilia zwei absolute Größen der Motorrad-Weltmeisterschaft hinzu, 2017 folgt KTM. In absehbarer Zeit könnte ein sechster Hersteller das Feld aufmischen. Kawasaki scheint an einem MotoGP-Einstieg zu arbeiten, auch wenn die offizielle Bestätigung der Japaner noch fehlt. Aufgrund ausbleibender Erfolge hatte man die Königsklasse 2009 verlassen.

Das Projekt zur Rückkehr läuft nun aber bereits auf Hochtouren. Am 26. und 27. Januar wird der Kawasaki-Prototyp erstmals auf einer Grand-Prix-Strecke im Einsatz sein. Pilotiert wird die Maschine von niemand geringerem als Moto2-Pilot Dominique Aegerter, der nach Saisonende 2014 vom Hersteller kontaktiert wurde, wie er gegenüber Motorsport-Magazin.com verriet: "Ich durfte ja schon im letzten Jahr die Kawasaki von Avintia testen und habe dort anscheinend einen ziemlich guten Eindruck hinterlassen. Die Teamverantwortlichen haben damals schon gesagt, dass ich gerne noch einmal für die testen kann, wenn ich interessiert bin. Im Winter kam dann der Anruf von Kawasaki." Der 24-Jährige wird sich die Strecke in Jerez mit dem Kawasaki-Superbike-Duo Tom Sykes und Jonathan Rea teilen.

Aegerter testete 2014 bereits die Avintia-Kawasaki - Foto: Fritz Glänzel

Aegerter bestätigt, dass das bei den Testfahrten Ende Januar im Einsatz befindliche Motorrad nichts mehr mit der hoffnungslos unterlegenen CRT- und Open-Maschine mit Kawasaki-Motor zu tun hat, die in den letzten Jahren beispielsweise bei Avintia eingesetzt wurden und die der Schweizer im Vorjahr in Barcelona testen durfte. "Das Bike ist eine vollkommene Neuentwicklung und stammt vom Werk Kawasaki. Das hat nichts mehr mit Avintia zu tun und ist ein vollwertiger Prototyp", stellt er klar. Die bisher verwendeten Aggregate wurden bei der externen Tuningfirma Akira aufbereitet, von Werksunterstützung war keine Spur. Zudem war der Kawasaki-Motor stets in einem anderen Rahmen verbaut. Nun kommt alles aus einer Hand.

Sie wollen ganz klar mit einem neuen Motorrad in die MotoGP zurückkommen und dort konkurrenzfähig sein.
Dominique Aegerter

Für Aegerter steht außer Frage, dass Kawasaki Großes vorhat: "Sie wollen ganz klar mit einem neuen Motorrad in die MotoGP zurückkommen und dort konkurrenzfähig sein." Bei den Testfahrten in Jerez wird der Prototyp bereits mit Michelin-Reifen bestückt sein, da die Franzosen ja 2016 das MotoGP-Reifenmonopol von Bridgestone übernehmen. Ein weiteres Indiz, dass man bei Kawasaki an einem langfristigen Projekt arbeitet.

Aegerter peilt MotoGP-Platz an

Ein Projekt, dass auch Aegerter den Sprung in die Königsklasse ermöglichen könnte, hat er doch nun bereits sehr gute Kontakte zu Kawasaki geknüpft. So weit voraus blicken will der Mann aus Rohrbach im Kanton Bern aber noch nicht blicken. "Bis dorthin ist es noch ein langer Weg. Mal schauen wie sich das Motorrad entwickelt und auch wie meine Saison verläuft. Ich möchte in diesem Jahr auf jeden Fall in die Top-Drei der Moto2-Weltmeisterschaft kommen. Aber die MotoGP ist natürlich nach wie vor mein langfristiges Ziel, das ist klar", macht er keinen Hehl aus seinen Ambitionen.

2014 feierte Aegerter am Sachsenring seinen ersten Grand-Prix-Sieg - Foto: Technomag carXpert

Erstes Etappenziel Aegerters auf dem Weg dorthin ist es, in Jerez einen weiteren guten Eindruck bei Kawasaki zu hinterlassen: "Das Wichtigste ist, dem Team gute Informationen zu liefern. Ich muss mich nach der Winterpause aber auch erst wieder an das Motorradfahren zu gewöhnen. Ich bin seit November auf keiner Grand-Prix-Maschine mehr gesessen. Dann gleich ein MotoGP-Bike zu fahren ist sicher eine große Herausforderung."


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