Honda Fahrer Casey Stoner verließ die letzten Testfahrten in Malaysia mit guter Laune im Gepäck und nahm sich erst einmal ein paar Tage Auszeit. Nun geht es für den Australier darum sich seelisch und moralisch auf die anstehende Saison und das erste Rennen vorzubereiten.

Casey, was Du in Malaysia bei den letzten zwei Tests geleistet hast, war wirklich extrem beeindruckend ..
Casey Stoner: "Naja, also am Vorabend des letzten Tages war uns schon klar, dass wir eine Zeit unter zwei Minuten schaffen könnten. Die Strecke in Sepang ist morgens immer im besten Zustand, aber ich bin in den ersten Runden noch nicht bei 100%. Ich ziehe es vor meine schnellsten Zeiten am Ende des Tages zu fahren. Wir hatten uns dennoch entschieden weiche Reifen zu benutzen und zu versuchen, als erste eine Zeit unter zwei Minuten zu fahren. Ehrlich, ich hatte nicht erwartet, dass nur ein anderer Fahrer in diesen Bereich fahren würde, denn die Streckenbedingungen waren ideal."

Katar ist eine besondere Strecke für Dich. Du konntest dort schon einige Siege holen. Was geht Dir da durch den Kopf, wenn Du an diesen Saisonstart denkst?
Casey Stoner: "Ich bin sehr aufgeregt. Ich habe viel trainiert, aber das ist nicht unbedingt immer ideal, denn wir testen in der Vorsaison nur auf wenigen Strecken. Dennoch freue ich mich darauf, dass die Rennen jetzt näher kommen. Ich bin gespannt, wie es mit diesem Team laufen wird und welche Leistungen wir zeigen können und wie ich mit dieser Maschine auf der Strecke zurecht komme. Ich bin neugierig, wie die anderen Teams drauf sind. Ich glaube einige Fahrer werden mehr Zuversicht ausstrahlen, als andere. Es wird interessant sein zu sehen, wer das erste Rennen gewinnt."

Vier Tage sind keine Lösung

Was denkst Du über die vier Tage Katar Grand Prix?
Casey Stoner: "Das gefällt mir ganz und gar nicht. Das ist alles nicht so einfach, denn wir fahren zu Zeiten, spät am Abend, wenn keine guten Streckenbedingungen sind. Es ist kalt und unvorhersehbar. Es wäre schon besser, wenn wir ein bisschen früher auf die Strecke gehen könnten. Einen Grand Prix über vier Tage zu haben ist zu lang. Aus meiner Sicht ist das nicht ideal, aber es ist für alle gleich, also werden wir tun, was getan werden muss."

Grund zur guten Laune bei Casey Stoner, Foto: Honda
Grund zur guten Laune bei Casey Stoner, Foto: Honda

Bei den Test hast Du dich mit Dani extrem stark präsentiert. Glaubst Du, dass in dieser Saison jeder schneller fährt als bisher?
Casey Stoner: "Ich denke schon. Ich habe viele Fahrer beobachtet und sie alle gehen mehr Risiko, machen viel mehr Druck. Der Wettbewerb ist schärfer geworden, denn alle glauben daran, dass ein Sieg möglich ist. Viele fühlen sich näher an den Podestplätzen und das motiviert natürlich und lässt sie auch mehr Risiko gehen. Ich glaube dieses Jahr werden wir sehr aufregende Rennen erleben."

Glaubst Du Honda ist den Rivalen einen Schritt voraus?
Casey Stoner: "Das ist schwierig zu sagen. Wir freuen uns natürlich, dass wir mit Honda auf einem guten Weg scheinen und seit dem Test in Valencia haben sie so viel für uns umgesetzt. Dani und ich versuchen viel Druck zu machen, immer ein bisschen mehr, als die anderen, aber erst bei den Rennen wird sich zeigen, wie gut wir wirklich sind. Momentan sind wir mit Honda sehr zufrieden, wir müssen nur noch herausfinden, ob bei den Rennen auch alles so gut funktioniert."

Wie steht es jetzt um die Probleme mit Kupplung, Motorbremse und Radaufhängung über die Du während der Tests gesprochen hattest?
Casey Stoner: "Es ist schwierig zu wissen, ob die Probleme von der Kupplung oder der Elektronik kommen. Die Maschine bricht oft aus, wenn du in die Kurven hinein fährst, da ist es schwierig spät zu bremsen, denn das Bike ist ein bisschen instabil. Das ist etwas an dem wir viel gearbeitet haben, besonders während der beiden letzten Sessions. Wir haben uns in dieser Hinsicht ein bisschen verbessert, aber es reicht noch nicht. Wir müssen uns noch mehr damit beschäftigen, um bei 100% anzukommen. Hinsichtlich Fahrwerk nutzen wir den Standard des letzten Jahres. Wir haben auch eine 2011er Gabel, die wir bereits getestet haben, aber wir haben einige Probleme und fühlen uns nicht komplett wohl. Wir werden warten, bis wir genau wissen, was wir wollen, bevor wir nach neuen Gabeln fragen. Wir brauchen noch ein bisschen Zeit, um uns zu entscheiden."

Denkst Du, dass auch in dieser Saison wieder die altbekannten Fahrer an der Spitze sein werden?
Casey Stoner: "Ich denke schon, dass wir mit ein paar Überraschungen rechnen können. Wobei ich das auch schon letztes Jahr dachte und dann haben doch wieder die Selben gewonnen. Ich bin sicher, dass Dani und Jorge vorn sein werden, aber Andrea verbessert sich immer weiter, wie auch Ben Spies und Simoncelli. Vielleicht wird Valentino schon beim ersten Rennen mitmischen, oder wir müssen noch ein bisschen warten."