Ben Spies bot im Motorland Aragon am Sonntag einen der besten Zweikämpfe des Tages, als er sich mit Andrea Dovizioso um den fünften Platz im MotoGP-Rennen stritt. Der Texaner behielt am Ende auch die Oberhand, da Dovizioso in der letzten Runde stürzte. Davor hatte Spies sich aber mit harten Bremsmanövern und gewagten Linien gegen den Italiener verteidigt. "Das war ein echt gutes Rennen", sagte Spies. "Ich mag solche Rennen und ich habe meiner Crew gesagt, auch wenn ich Sechster geworden wäre, hätte ich das lustigste Rennen des Jahres hinter mir gehabt. Dovi und ich haben vier Runden vor Schluss so richtig mit dem Kampf begonnen und das hat Spaß gemacht."
Spies hätte sich nur gewünscht, dass es ohne Sturz von Dovizioso ausgegangen wäre, gleichzeitig gestand er, dass er auch selbst knapp vor einem Abflug stand, weil es doch hektisch wurde. "In der letzten Runde kriegte ich ihn in Kurve eins und er kam in Kurve acht zurück. In Kurve elf hinein schnappte ich ihn wieder, war aber zu spät dran und als wir Richtung Kurve zwölf fuhren, war ich vor ihm, hatte aber nicht die richtige Linie. Er musste also um mich herum, aber leider stürzte er und das ist schade. Er ist toll gefahren. Ich war eine Zeitlang auch gut unterwegs und konnte etwas zu Nicky und Jorge aufschließen, aber Platz fünf ist auch so ein tolles Ergebnis. Ich war nicht weit hinter Jorge, habe Valentino geschlagen und war wieder der beste Privatfahrer", freute sich Spies.
Rätselraten bei Edwards
Weniger Freude kam bei Colin Edwards auf, denn er hatte überhaupt kein gutes Rennen erwischt. Platz zwölf stand am Ende zu Buche und er wunderte sich, wieso es so kam, da er die Strecke mochte. "Aus irgendeinem Grund war ich nicht schnell genug und ich habe das noch nicht verstanden. Ich hatte einen grauenhaften Start, der mich sofort zurückwarf, aber in den ersten Runden fand ich meinen normalen Rhythmus. Als ich dann Zeit gutmachen wollte, machte ich ein paar dumme Fehler und hatte das Gefühl, als ob ich hier noch nie eine Runde gefahren wäre. Sobald ich den Rhythmus hatte, war meine Pace nicht so schlecht, aber ich hatte in den ersten zehn Runden zu viel verloren", berichtete Edwards. Dass er den weicheren Vorderreifen drauf hatte, sah er nicht als Ursache dafür an, da er mit dem harten Reifen das ganze Wochenende nicht zurechtkam.
Tech 3 Team Manager Herve Poncharal hatte durchaus mit Edwards mitgelitten und festgestellt, dass er eine gute Pace hatte, die er allerdings zu spät fand. Begeistert war der Franzose von Spies. "Es war nicht sein bestes Saison-Ergebnis, aber sicherlich eines der besten Gefühle, denn er fuhr ein tolles Rennen. Er war die ganze Zeit am Limit und es war beeindruckend, wie er Dovizioso besiegt hat. Ich denke, die Fans haben das echt genossen. Es war deutlich, dass Andrea beim Top Speed einen Vorteil hatte, aber einige von Bens Bremsmanövern waren phänomenal und er war sehr mutig. Ich bin sehr glücklich mit Ben, er wird besser und besser und dieses Rennen war beeindruckend. Er hat nie aufgegeben und zeigte unglaublichen Kampfgeist."

diese MotoGP Nachricht