Casey Stoner hatte nach dem Rennen auf dem Sachsenring einige Eindrücke zu verarbeiten. Da war erstens einmal der Rennabbruch, der ihm entgegen kam. "Mein erster Reifen lief schlecht. Rechts war er gut, aber links kam gar nichts, da war kein Grip", sagte er. Also wechselte er für das zweite Rennen auf einen alten Reifen, der sich sofort besser anfühlte. Allerdings glaubte er nicht, dass Rennen eins für ihn viel anders gelaufen wäre, wenn es nicht abgebrochen worden wäre, da es sich ähnlich entwickelte wie das zweite. Beide Male verlor er hinter Andrea Dovizioso beim Start Zeit und verlor dadurch ein wenig den Kontakt nach vorne. Und beide Male hatte Valentino Rossi bessere Rundenzeiten.
Deswegen schloss er auch auf und Stoner glaubte nicht, dass er dem Italiener würde folgen können, sollte er vorbeigehen. "Ich versuchte, da dran zu bleiben und wir hatten einen netten Kampf mit vielen Überholmanövern. Unten am Hügel habe ich es ein letztes Mal probiert, er versuchte zuzumachen, aber ich war schon da. Wir berührten uns, das war aber nicht schlimm und ich freue mich, wieder auf dem Podest zu stehen", sagte Stoner, der das Duell durchaus spaßig fand. "Auch wenn ich nicht vorne gewesen wäre, war das ein guter Kampf."
Kein verkrüppelter Held
Allerdings war der Australier nicht so sehr überrascht darüber, wie gut Rossi war. "Jeder tut so, als ob er ein verkrüppelter Held wäre. Er hat einen Nagel im Bein, sein einziges Problem ist der Muskel. Wir waren alle schon verletzt, ich, Jorge, Dani, aber niemand denkt daran oder spricht darüber. Aber wenn Valentino verletzt ist, spricht jeder darüber, was das für einen Unterschied macht", meinte er. Dennoch fand er, dass Rossi am Wochenende gut gearbeitet hatte und stark zulegte. Tolle Arbeit habe der Italiener gemacht. "Ich glaube, sein größtes Problem war die Zeit abseits der Maschine. Wenn ihr ihn fragtet, würde er das auch sagen, es ist so wie bei mir voriges Jahr, als ich nicht fuhr. Die Muskeln werden da etwas träge und das ist schwierig."
Obwohl er lediglich Platz sieben holte, war auch Nicky Hayden recht zufrieden. Zwar sah das Ergebnis nicht gut aus, da er kurz vor Schluss noch Fünfter war, aber nach Startplatz 15 konnte er gut damit leben. Platz fünf verlor er, als er beim Wasserfall die Front verlor und zurückfiel. "Danach konnte ich mich nicht mehr zurückkämpfen. Außerdem sprang in der letzten Runde der Gang heraus und ich stürzte fast, also freue ich mich, Punkte mitgenommen zu haben. Natürlich wäre Platz fünf besser gewesen, aber ich bin stolz auf mein Team, denn gestern war wohl einer der schlechtesten Tage der bisherigen Saison und sie haben gearbeitet, um das Setup fast völlig umzustellen", sagte Hayden.
Gummi auf der Kombi
Im nassen Warm-up am Morgen hatte sich alles gut angefühlt, da war er auch Fünftschnellster, also riskierte er es im Rennen. Sein guter Start half ihm dann noch weiter und der Rennabbruch ebenfalls, denn er lag auf Rang sechs und die Lücke nach vorne wurde durch den Neustart automatisch geschlossen. "Ich hatte dann ein paar Runden nicht das beste Gefühl auf der Maschine, ich kam oft nach außen und es war schwierig. Von da an kam ich in einen aggressiven Kampf mit Dovi und Simoncelli - ich habe Gummi auf beiden Seiten der Kombi, aber das kann man in der MotoGP erwarten, wenn man als 15. startet. Es war ein guter Kampf mit den Jungs, insgesamt ist das Ergebnis viel besser als es aussieht."

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