Kampfansage von Citroen zum Formel-E-Einstieg: Der französische Autobauer, der auf Stellantis-Konzernschwester Maserati als Partner der Monaco Sports Group (ehemals Venturi), hat mit seiner ersten Fahrerpaarung in der Elektro-WM einen echten Coup gelandet. Der zweifache Formel-E-Champion Jean-Eric Vergne und Nick Cassidy werden für das Team in der Saison 2025/26 starten. Das gab Citroen, das weiterhin mit Kundenautos von Konzernschwester DS Automobiles startet, am Dienstag bekannt.
Für den Ex-Champion Vergne bedeutet der Wechsel zu Citroen das Ende einer Ära. Seit Ende 2018 ging Vergne nämlich ununterbrochen als Werksfahrer für DS Automobiles (erst als Partner von Techeetah, seit 2023 mit Penske) an den Start. In dieser Zeit feierte Vergne auch 2019 seinen zweiten Titel. Zuvor hatte er 2018 mit Techeetah (damals noch als Renault-Kundenteam) seinen ersten Triumph errungen. Vergne ist somit der einzige zweifache Champion in der elfjährigen Formel-E-Historie.
Grundsätzlich ist Vergne ein absolutes Formel-E-Urgestein und kann mit 146 ePrix-Starts die zweitmeisten aller Fahrer in der Geschichte der Rennserie hinter Lucas Di Grassi für sich verbuchen. Mit seinen zwei Titeln, elf Siegen und 38 Podestplätzen ist Vergne zudem einer der erfolgreichsten Formel-E-Fahrer überhaupt. In der Kategorie der Pole Positions ist Vergne mit 17 an der Zahl sogar Spitzenreiter.
Für Vergne ist bei DS Penske in der kommenden Saison nun aber kein Platz mehr. Wie das Team am Vortag bekannt gegeben hatte, wird der Franzose von Youngster Taylor Barnard an der Seite des Allgäuers Maximilian Günther ersetzt. Somit geht das eigentliche Stellantis-Werksteam 2026 ohne einen einzigen Werksfahrer in die Saison. Denn sowohl Barnard als auch Günther besitzen Verträge direkt mit Penske und nicht mit Stellantis.
Die Fahrerwahl bei DS Penske blieb jedoch seit dem Beginn der Partnerschaft 2023 in den Händen von US-Partner Penske. Dem fiel Vergne nun zum Opfer. Insgesamt steht die Partnerschaft zwischen DS und Penske unter keinem guten Stern. Wie diverse Medien berichten, soll es immer wieder zu Reibereien gekommen sein. Für die Gen4-Ära ab der Saison 2026/27 soll diese Partnerschaft folgerichtig vor dem Ende stehen.
Vergnes neuer Teamkollege Nick Cassidy ging hingegen zuletzt für das Jaguar-Werksteam an den Start, wo er in der vergangenen Saison mit drei Siegen in den letzten drei Saisonrennen die Vizeweltmeisterschaft erreichen konnte. Grundsätzlich hat Cassidy nach seinem Formel-E-Debüt 2021 einen steilen Aufstieg hingelegt und konnte sich die Vizeweltmeisterschaft zuvor bereits 2023 sichern. Und auch 2024 befand sich der Neuseeländer bis zuletzt im Titelkampf, musste sich letztlich aber mit P3 begnügen.
Gerade aufgrund dieser starken Ausbeute mit Jaguar-Antrieben überraschte Beobachter der Cassidy-Wechsel zu Stellantis. Denn deren Antriebsstrang erwies sich in den letzten Jahren nicht mehr als Titelmaterial. Zumindest für die nächste Saison, in der die Autos aus Kostengründen unverändert bleiben und lediglich bei der Software nachgebessert werden darf, dürfte Cassidy dementsprechend eher kein Titelkandidat sein. Doch hinter dem Jaguar-Abschied des elffachen ePrix-Siegers steckt mehr als nur Sportliches, wie er beim Saisonfinale in London gegenüber Motorsport-Magazin.com offenbarte. Die Details könnt Ihr in diesem Artikel nachlesen:
Wie es für die beiden Vorgänger von Cassidy und Vergne, Stoffel Vandoorne und Jake Hughes weitergeht, ist derzeit noch unklar. Für Vandoorne, der sich jüngst auch in der Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC von Stellantis (hier mit der Marke Peugeot) getrennt hat, könnte sich seine Formel-E-Karriere nach sieben Jahren ihrem Ende zuneigen.
Als realistischste Option für einen Formel-E-Verbleib des Weltmeisters von 2022 gilt das Porsche-Kundenteam Kiro, wo hinter der Zukunft des Deutschen David Beckmann ein Fragezeichen steht. Sollte Beckmann nach einer ausbaufähigen Rookie-Saison ersetzt werden, soll hier jedoch ausgerechnet Vandoornes Ex-Teamkollege Jake Hughes eher ein Favorit auf die Nachfolge sein.


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