Es galt als offenes Geheimnis, jetzt steht es auch offiziell fest: Citroen steigt in die Formel E ein. Der Autobauer aus Frankreich engagiert sich ab der kommenden Saison, die im Dezember in Sao Paulo beginnt, erstmals in der Elektro-Weltmeisterschaft. Bei der Ankündigung an diesem Freitag geizte Citroen mit weiteren Informationen und verwies auf den 20. Oktober, um weitere Details zum werksseitigen Einstieg zu verkünden.
Klar ist aber: Citroen übernimmt das Projekt von Maserati und ersetzt die Italiener in der Startaufstellung ab der Saison 2025/26. Das von MSG Management geleitete Formel-E-Programm verlief seit dem Einstieg vor drei Jahren größtenteils glücklos. Auch bei der Finanzierung des Einsatzes soll es Schwierigkeiten gegeben haben, im Hintergrund liefen über längere Zeit potenzielle Übernahme-Deals, die aber nicht realisiert werden konnten.
Formel E: Citroen folgt auf Maserati
Jetzt springt Citroen in die Bresche - eine Marke, die wie Maserati zum mächtigen Stellantis-Konzern zählt. Deshalb bleibt unter der Haube alles wie bisher: Citroen wird von DS Automobiles entwickelte Antriebsstränge nutzen und höchstens die Weiterentwicklung der Software in Eigenregie betreiben. Maserati nutzte ebenfalls die vom DS-Werksteam entwickelten Antriebsstränge, seit der Übernahme von Venturi allerdings mit mäßigem Erfolg.
Citroen kommt schon in der kommenden Saison, ein Jahr später mit dem Beginn der Gen4-Ära könnte auch noch Stellantis-Tochter Opel folgen. Die Rüsselsheimer halten sich derzeit noch komplett bedeckt, waren aber schon mehrfach bei Rennen vor Ort. Stellantis baut sein Formel-E-Engagement ohnehin gerade großflächig um, um sich für die langfristige Zukunft zu rüsten.
Das Thema ist allerdings komplex, denn Stellantis hält faktisch keine eigene Rennlizenz in der Formel E und war bisher immer auf Partner-Teams angewiesen. Die Maserati-Lizenz gehört MSG (Monaco Sports Group) aus Monaco, die des DS-Teams liegt bei Roger Penskes Sohn, Jay Penske (ehemals Dragon-Racing). Stellantis, wo die Elektromobilität innerhalb des Konzerns eine wichtige Rolle einnimmt, könnte künftig mit eigenen Startlizenzen nach mehr Einfluss streben.
Citroen mit Mega-Fahrerduo in Elektro-WM
Die Informationslage rund um Citroen ist gering, aber schon jetzt dürften die Fahrer feststehen. Wie "The Race" seit geraumer Zeit berichtet, gelten der amtierende Vize-Weltmeister Nick Cassidy und der zweimalige Champion Jean-Eric Vergne als heißeste Kandidaten für die beiden Citroen-Cockpits. Das wäre auf Anhieb eine der stärksten Fahrerpaarungen in der Formel E.
Cassidy kommt von Jaguar und hat für 2026 bereits einen Vertrag in der WEC bei Peugeot - eine weitere Stellantis-Tochter unterschrieben. Vergne zählt zu den Urgesteinen bei Stellantis und startete zuletzt an der Seite von Maximilian Günther für das von Jay Penske geleitete DS-Penske. Günther ist unterdessen ein Penske-Pilot und wird dem Team treu bleiben. Für Maserati fuhren zuletzt Stoffel Vandoorne und Jake Hughes. Ex-Champion Vandoorne hat sich bereits von Peugeot in der WEC getrennt und soll vor einem Wechsel zu Genesis/Hyundai in die Langstrecken-WM stehen.



diese Formel E Nachricht