Die Gerüchteküche in der WEC hatte es schon länger auf dem Zettel, jetzt ist es offiziell. Der Franzose Théo Pourchaire wird in der kommenden Saison für Peugeot in der Langstrecken-WM und damit auch bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start gehen.
Sein Debüt kommt allerdings schon früher. Bereits beim Saisonfinale in Bahrain übernimmt Pourchaire das Steuer des 9X8. Dieses Szenario kommt dadurch zustande, dass Stoffel Vandoorne Peugeot nach dem 6h-Rennen in Fuji verlassen wird. Wohin es den Belgier zieht, ist nicht bekannt. Er wird aber mit einem Wechsel zu Genesis Magma Racing (Hyundai) in Verbindung gebracht, die nächstes Jahr in die WEC einsteigen.
Pourchaire befindet sich bereits seit dem Beginn von 2025 bei Peugeot unter Vertrag. Bisher erfüllte er bei den Franzosen die Rolle als Test- und Ersatzfahrer. Gleichzeitig sammelte er Langstrecken-Erfahrung mit Algarve Pro Racing in der ELMS und startete auch erstmals bei den 24 Stunden von Le Mans in der LMP2-Kategorie.
Peugeot-Technikdirektor Olivier Jansonnie bezeichnete bei der Verkündung von Pourchaire diesen Aufstieg als "logischen Schritt für seine Integration in das Hypercar-Programm." Er betonte: "Nach einer starken Saison in der ELMS und stetigen Fortschritten hat Théo gezeigt, dass er die erforderlichen Qualitäten mitbringt, um auf höchstem Niveau im Langstreckenrennsport zu bestehen. Er hat sich schnell an die Disziplin gewöhnt und seit Beginn des Projekts ein bemerkenswertes Engagement gezeigt."
Der Aufstieg erfolgt nach einem bekannten Muster innerhalb der Fahrer-Konstellation bei der Stellantis-Marke. Im Vorjahr hatte der Däne Malthe Jakobsen als Peugeot-Ersatz fungiert und war gleichzeitig in der europäischen und asiatischen Le-Mans-Serie an den Start gegangen. Seit Beginn der WEC-Saison 2025 trat er als Stammfahrer die Nachfolge von Nico Müller an.
Stellantis-Motorsportchef Jean-Marc Finot hob hervor: "Bei Peugeot haben wir schon immer großen Wert darauf gelegt, junge Fahrer zu fördern. Nach einer Eingliederungsphase als Testfahrer spiegelt die Ernennung von Théo Pourchaire zum Fahrer in unserem Hypercar-Programm unser Engagement wider, die Zukunft mit vielversprechenden Talenten zu gestalten, die für die Anforderungen des Langstreckenrennsports ausgebildet sind."
Théo Pourchaire: Vom Sauber-Ersatz zum Peugeot-Stammfahrer
Pourchaire ist vor allem dafür bekannt, dass er 2023 in seiner dritten Saison den Titel in der Formel 2 eingefahren hatte. Abgesehen von einer Rolle als Test- und Ersatzfahrer bei Sauber, die er bis 2024 innehatte, bekam er allerdings nie eine Chance in der Königsklasse. In der Indycar-Serie und in der japanischen Super Formula ging er zwar im Vorjahr an den Start, konnte aber nicht längerfristig Fuß fassen. In der WEC teilt er sich nun ein Auto mit Malthe Jakobsen und Loic Duval.
"Ich bin überglücklich", freute sich Pourchaire über seine Beförderung. "Vielen Dank an Peugeot Total Energies, das meinen Traum, professioneller Rennfahrer zu werden, wahr gemacht hat. Ich bin stolz darauf, Peugeot zu vertreten, eine Marke mit einer reichen Motorsportgeschichte, die die 24 Stunden von Le Mans gewonnen hat."
Das Highlight bildet für ihn natürlich sein Heimspiel an der Sarthe: "Ich kann es kaum erwarten, hinter dem Steuer des Peugeot 9X8 an den Start dieses legendären Rennens zu gehen." Er ist der zweite Neuzugang bei Peugeot für die nächste WEC-Saison. Anfang September war Nick Cassidy bekanntgegeben worden. Der Neuseeländer startete bisher in der Formel E für Jaguar.
Beim letzten WEC-Rennen in Austin waren Vandoorne, Jakobsen und Duval mit Peugeot noch auf das Podium gefahren. Für ihre französischen Rivalen bei Alpine rund um Mick Schumacher lief es nicht so gut.



diese WEC Nachricht