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Formel E

Formel-E-Test Valencia: Mortara Schnellster, Giovinazzi fehlt

Edoardo Mortara schließt die Formel-E-Testfahrten in Valencia mit Rekord-Rundenzeit ab. Antonio Giovinazzi verpasst Test-Abschluss wegen Formel 1.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Zum Abschluss der offiziellen Formel-E-Testfahrten in Valencia hat sich Vize-Weltmeister Edoardo Mortara die Bestzeit gesichert. In 1:25.763 Minuten erzielte der Venturi-Pilot nicht nur die schnellste Rundenzeit aller drei Test-Tage, sondern stellte gleichzeitig einen neuen Rekord auf dem Circuit Ricardo Tormo auf. Am Donnerstag hatten die elf Teams noch einmal sechs Stunden Fahrzeit, um sich auf den Saisonstart in Saudi-Arabien am 28./29. Januar 2022 vorzubereiten.

Ohne eine Mittagspause spulten die 22 Fahrer fleißig Runden ab, um weitere Kilometer unter realen Bedingungen sammeln zu können. Die Aussagekraft der Rundenzeiten hält sich weiter in Grenzen. Nicht nur absolvierten die Teams unterschiedliche Programme (Quali-Runs mit 250 kW, Renn-Simulationen mit 220 kW), noch dazu spiegelt die permanente Rennstrecke vor den Toren Valencias kaum die Bedingungen ab, die die Formel E auf den Stadtkursen während ihrer achten Saison erwartet.

Festhalten lässt sich, dass die Fans 2022 erneut eine enge Saison erwartet. Am Donnerstag waren die Top-14 weniger als eine halbe Sekunde voneinander getrennt. Hinter Spitzenreiter Mortara mit seinem Mercedes-Kundenmotor ordneten sich der zweifache Champion Jean-Eric Vergne (1:25.804), Mercedes-Werkspilot Stoffel Vandoorne (1:25.861) und Mitch Evans (1:25.884) im Jaguar auf den Plätzen zwei bis vier in der Zeitentabelle ein.

Wehrlein mit Porsche in Top-6

Porsche-Pilot Pascal Wehrlein (1:25.895) und der amtierende Weltmeister Nyck de Vries (1:25.901) komplettierten die Top-6. Damit fuhren drei von Mercedes-Motoren angetriebene Autos auf die vorderen Plätze. De Vries nach dem Test-Ende: "Das war eine sehr positive Testwoche für uns. Ich glaube, es war sogar unser bester Valencia-Test seit wir zusammenarbeiten. Durch den Umzug von Deutschland nach England gibt es etliche Veränderungen und einige neue Gesichter innerhalb des Teams, aber alles ist sehr positiv gelaufen."

"Bis zum Saisonstart sind es noch ein paar Wochen hin", sagte Wehrlein. "Wir analysieren jetzt die Daten von den Testfahrten und von den letzten Rennen in Riad. Und dann wollen wir den ersten - offiziellen - Sieg! Wir haben das Gefühl, es schon in Mexiko geschafft zu haben. Wir geben alles dafür und arbeiten weiter hart." In Puebla verlor Wehrlein seinen ersten Formel-E-Sieg nachträglich wegen falsch registrierter Reifen.

Porsche-Teamkollege Andre Lotterer (1:26.419) belegte den 15. Platz. Der dreifache Le-Mans-Sieger: "Zusammen mit unseren Ingenieuren haben wir für die Saison 8 einige Verbesserungen in der Software und am Setup erarbeitet. Diese konnten wir jetzt ausgiebig auf der Strecke testen. Das hat uns bestätigt, dass wir auf einem guten Weg sind."

Maximilian Günther, der dritte Deutsche im Starterfeld und nach dem BMW-Ausstieg nun für Nissan am Steuer, beendete den abschließenden Test-Tag auf der 18. Position mit einer persönlichen Bestzeit von 1:26.765 Minuten. Teamkollege Sebastien Buemi wurde 16.

Giovinazzi verpasst Test-Abschluss

Formel-E-Neueinsteiger Antonio Giovinazzi verpasste unterdessen den letzten Test-Tag in Valencia, der von zwei Rot-Phasen unterbrochen wurde. Der Dragon-Pilot musste vorzeitig abreisen, um rechtzeitig in Saudi-Arabien anzukommen, wo er am Wochenende für Alfa-Sauber sein vorletztes Rennen in der Formel 1 bestreiten wird. US-Rennstall Dragon verzichtete auf einen Ersatzmann für Giovinazzi und ließ das Auto in der Garage stehen.

Anders handhabte es NIO 333, wo Stammfahrer und Neuzugang Daniel Ticktum ebenfalls den letzten Tag auslassen musste. Der Brite musste auch nach Saudi-Arabien fliegen, wo er in der FIA Formel 2 weiter um die Meisterschaft kämpft. Seinen Platz nahm NIO-Ersatzfahrer Adam Carroll ein. Dragon und NIO belegten am Donnerstag die letzten Plätze und ließen eine Verbesserung nach den zuletzt schwierigen Saisons weiterhin vermissen.

"Als kleines Team kämpfen wir gegen die großen Hersteller, das ist schon eine Herausforderung", sagte NIO-Veteran Oliver Turvey in der Pressekonferenz am Donnerstag. "Das Wettbewerbs-Level ist schon so hoch und es wird immer härter. Wir müssen mit unserem Auto noch etwas aufholen, haben hier aber viel gelernt."

Formel-E-Testfahrten Valencia: Donnerstag

1 Mortara (Venturi) 1:25.763
2 Vergne (Techeetah) 1:25.804
3 Vandoorne (Mercedes) 1:25.861
4 Evans (Jaguar) 1:25.884
5 Wehrlein (Porsche) 1:25.895
6 De Vries (Mercedes) 1:25.901
7 Cassidy (Envision) 1:25.913
8 Frijns (Envision) 1:25.918
9 Felix Da Costa (Techeetah) 1:26.061
10 Sims (Mahindra) 1:26.107
11 Bird (Jaguar) 1:26.162
12 Dennis (Andretti) 1:26.197
13 Rowland (Mahindra) 1:26.197
14 Di Grassi (Venturi) 1:26.256
15 Lotterer (Porsche) 1:26.419
16 Buemi (Nissan) 1:26.472
17 Askew (Andretti) 1:26.519
18 Günther (Nissan) 1:26.765
19 Sette Camara (Dragon) 1:26.859
20 Turvey (NIO) 1:26.882
21 Carroll (NIO) 1:28.192
22 Giovinazzi (Dragon) -


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