Formel E

Formel E 2018 Mexiko: Daniel Abt feiert ersten deutschen Sieg!

Geschafft! Daniel Abt gewinnt den Mexiko ePriox und sein erstes Rennen in der Formel E. Gleichzeitig der erste Sieg eines Deutschen und für Audi.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Daniel Abt hat es geschafft! Der Audi-Pilot gewann den Mexiko-City ePrix und feierte damit seinen ersten Sieg in der Formel E. Es war gleichzeitig der erste Sieg eines deutschen Fahrers in der Geschichte der Elektro-Serie. Damit übte Abt Revanche für seinen nachträglich verlorenen Rennsieg beim Saisonauftakt in Hongkong, den er wegen falscher Eintragungen im Wagenpass eingebüßt hatte. "Hoffentlich darf ich den Sieg diesmal behalten", sagte Abt mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Audi feierte dank Abt seinen ersten Formel-E-Sieg als Werksteam, nachdem der Saisonauftakt ziemlich katastrophal verlaufen war.

Abt hatte das Rennen von der fünften Startposition aufgenommen und sich schnell auf den vierten Platz verbessert. Nach dem technischen Ausfall von Pole-Setter Felix Rosenqvist übernahm Abt die dritte Position. Noch vor dem Autowechsel eroberte der 25-Jährige den zweiten Platz von Sebastien Buemi. Nach den Boxenstopps bog Abt als Führender zurück auf die Strecke und gab den ersten Platz bis zum Rennende nicht mehr her.

Das Podium:Oliver Tuvey gelang sein erster Podesterfolg in der Formel E. Der NIO-Pilot fuhr ein souveränes Rennen und sicherte sich den zweiten Platz in Mexiko. Der Testfahrer von McLaren hatte das Rennen vom zweiten Platz aufgenommen. Sebastien Buemi komplettierte das Podest als Dritter. Es war der dritte Podiumserfolg für den Renault-Piloten in Folge. Nach einem schweren Saisonstart hat sich der Schweizer wieder ins Spitzenfeld der Formel E zurückgekämpft.

Die Punkteränge: Nelson Piquet schrammte ein weiteres Mal knapp am Podest vorbei. Der Jaguar-Pilot beendete das Rennen auf dem viertem Platz vor Chile-Sieger Jean-Eric Vergne. Mitch Evans, Antonio Felix Da Costa und Edo Mortara komplettierten die Top-8. Lucas di Grassi kämpfte sich vom letzten bis auf den neunten Platz nach vorne und holte damit seine ersten Punkte in dieser Saison.

Die Gesamtwertung: Jean-Eric Vergne führt die Meisterschaft weiter an und konnte seinen Vorsprung auf 81 Punkte ausbauen. Felix Rosenqvist bleibt trotz seines Ausfalls Zweiter mit 69 Zählern. Sam Bird liegt - ebenfalls trotz Ausfall - weiter mit 61 Punkten an dritter Position. Sebastien Buemi macht weiter Boden gut und klettert mit 52 Zählern auf den vierten Platz. Daniel Abt katapultiert sich mit seinem Sieg auf Platz 6 hinter Nelson Piquet (45) und hat nun 37 Punkte auf dem Konto. Das sechste von zwölf Saisonrennen steigt in zwei Wochen in Punta del Este, Uruguay.

Die Startaufstellung: Felix Rosenqvist startete zum fünften Mal in seiner Formel-E-Karriere von der Pole Position. Dahinter komplettierte NIO-Pilot Oliver Turvey die erste Startreihe. Der Brite profitierte von einer Strafe für Antonio Felix Da Costa, dessen Auto nach dem Superpole-Qualifying zu leicht war. Stattdessen wurde seine Zeit aus dem Gruppen-Qualifying gewertet und er fiel nur auf den vierten Platz zurück. Eingerahmt wurde er von Sebastien Buemi und Daniel Abt auf dem dritten beziehungsweise fünften Startplatz. Champion Lucas di Grassi musste das Rennen nach einer 10-Platz-Strafe von der letzten Position aufnehmen.

Der Start: Felix Rosenqvist verteidigte seine Pole ohne Mühe vor Oliver Turvey und Sebastien Buemi. Gewinner der Startphase war Daniel Abt, der Antonio Felix Da Costa kassierte und sich auf den vierten Platz verbesserte. Nick Heidfeld fiel vom achten auf den zehnten Platz zurück, Maro Engel gar von Platz 13 auf P19. Lucas di Grassi machte vom letzten Platz gleich vier Positionen gut und beendete die erste Runde als 17.

Der Fanboost: Felix Rosenqvist, Sebastien Buemi und Lucas di Grassi erhielten den Fanboost für den Mexico-City ePrix. Buemi und di Grassi kamen zum dritten Mal in Folge in den Genuss des Extra-Boosts im Rennen. Rosenqvist setzte sich zum ersten Mal in dieser Saison im Fan-Voting durch.

Die Zwischenfälle: Felix Rosenqvist verlor in Runde 15 die Führung an Oliver Turvey. Der Mahindra-Pilot fiel wegen eines Systemfehlers bis ans Ende des Feldes zurück. Zwei Runden später blieb Rosenqvist ein weiteres Mal auf der Strecke stehen und musste einen Reset durchführen. In Runde 21 wechselte der Schwede auf sein zweites Rennauto. Wenig später verlor Lucas di Grassi einige Plätze nach einem Dreher auf der Strecke.

Die Ausfälle: Nick Heidfeld blieb in Runde 28 nach seinem Autowechsel plötzlich auf der Strecke liegen. Der Mahindra-Pilot musste einen weiteren Boxenstopp für einen Systemcheck einlegen und sparte es sich, wieder ins Rennen zurückzukehren. Felix Rosenqvist erlebte das Rennende ebenfalls in Mahindra-Box, nachdem er früh mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Ein wahres Horror-Rennen für das ambitionierte Team aus Indien. Nico Prost fiel in der Schlussphase des Rennens nach einer Kollision mit Sam Bird vorzeitig aus.

Der Autowechsel: Die ersten Fahrer bogen in Runde 23 zum Autowechsel in die Boxengasse ab. Die Spitze um den zu diesem Zeitpunkt führenden Turvey, Abt und Buemi folgte in der 24. Runde. Nur Lucas di Grassi und Nelson Piquet blieben eine Runde länger draußen. Audi gelang ein superschneller Boxenstopp mit Daniel Abt, sodass dieser als Führender wieder auf die Strecke fuhr. Er drehte seine Outlap vor Turvey, Buemi und Vergne.

Die Analyse: Schauen wir diesmal nur auf Audi: Erstmals in dieser Saison ist es dem Werksteam gelungen, seinen Speed auch im Rennen umzusetzen und in Zählbares zu verwandeln. Und wie! Daniel Abt schnappte sich sowas von souverän seinen ersten Sieg in der Formel E. Der schnelle Boxenstopp machte alles klar, aber allein mit seiner Pace hätte der Kemptener es vermutlich auch auf der Strecke geschafft. Teamkollege Lucas di Grassi dürfte auch ein Stein vom Herzen fallen. Der Brasilianer holte seine ersten Punkte in dieser Saison, obwohl er vom letzten Platz starten musste. Morgen wird er sich über seine 10-Platz-Strafe im Rennen noch ein bisschen mehr ärgern - sonst wäre vielleicht ein zweiter Wunder-Sieg wie 2017 in Mexiko im Bereich des Möglichen gewesen.


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