Formel E

Formel E: Ford vor Einstieg in Saison 2018/19?

Ein amerikanischer Hersteller fehlte der Formel E bislang. Das könnte sich laut Medienberichten bald ändern. Ford soll sich um einen Einstieg bemühen.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Der Hersteller-Boom in der Formel E erscheint unaufhaltsam. Jetzt soll sich auch Ford um einen Platz in der rein-elektrischen Rennserie bewerben, die so gut ins Portfolio vieler Autobauer passt. Wie e-racing365 berichtet, soll Ford derzeit verstärkt Gespräche über einen Einstieg in die Formel E führen.

Der Eintritt könnte sogar schon zur kommenden Saison 2018/19 erfolgen, wenn das Generation-2-Auto sein Debüt gibt - zunächst durch die Beteiligung an einem der bestehenden Teams, später dann mit einem echten Werksengagement.

Ähnlich läuft es auch bei BMW, die zur 5. Saison (2018/19) den Andretti-Rennstall übernehmen werden. Bei Mercedes gibt es Überlegungen, kommende Saison mit einem HWA-Engagement bei einem Team einzusteigen, bevor Mercedes 2019/20 als Hersteller übernimmt.

Ford könnte es eilig haben, einen Fuß in die Tür der Formel E zu bekommen, denn die Plätze sind durchaus begrenzt. Mehr als 12 Teams und damit 24 Autos sollen es laut Seriengründer Alejandro Agag nicht werden. Mit Mercedes und Porsche stehen die Teams 11 und 12 in den kommenden Jahren bereits fest. Ford könnte allerdings den Startplatz eines bestehenden Teams übernehmen, etwa von den Privatteams Dragon oder Virgin Racing.

Dragon klingt durchaus als plausible Lösung. Der Rennstall gehört Jay Penske aus dem Penkse-Universum und ist in Los Angeles beheimatet. Damit wäre ein lokaler Bezug zu Ford hergestellt, der als erster US-amerikanischer Hersteller in die Formel E einsteigen würde. Dem neuen Engagement könnte in diesem Zuge das Programm in der Langstreckenweltmeisterschaft WEC mit dem Ford GT zum Opfer fallen.

Video: So sieht das Formel-E-Auto für 2018/19 aus

Formel E 2018/19: Das Generation-2-Auto im Video: (01:38 Min.)

Zu Beginn des Jahres hatte sich Ford-Motorsportchef Mark Rushbrook allerdings dafür ausgesprochen, im Zweifel die Formel 1 der Formel E wegen der Hybrid-Technologie vorzuziehen - allerdings nur, wenn die Kosten eingedämmt würden. "Hybrid-Antriebe werden für eine lange Zeit relevant sein für Ford", sagte Rushbrook zu Autocar. "Deshalb würde ich niemals nie zur Formel 1 sagen, vor allem, wenn Budgets eingeführt werden."

Einen Monat später kündigte Ford an, seine Investitionen in elektrische Straßenautos auf 11 Milliarden Dollar zu erhöhen und bis 2022 40 Hybrid- oder Elektro-Autos auf den Markt zu bringen - 16 davon mit rein-elektrischen Antrieben auf Basis bestehender Modelle.

Formel-E-Boss Agag würde einen Hersteller wie Ford sicherlich begrüßen: "Wir wollen auf jeden Fall amerikanische oder japanische Hersteller in naher Zukunft in der Meisterschaft haben." Teil 1 des Plans ist bereits in Erfüllung gegangen: Kommende Saison wird Nissan anstelle von Renault beim e.dams-Team werksseitig einsteigen.

Im Motorsport engagiert sich Ford derzeit in der WEC mit dem Ford GT, der beim Debüt 2016 in Le Mans die Klasse gewann. Zudem hat der US-Autobauer angekündigt, in der Rallye-Weltmeisterschaft das privat geführte M-Sport Team von Weltmeister Sebastien Ogier stärker zu unterstützen.


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