Formel E

Mercedes steigt in die Formel E ein nach DTM-Aus

Mercedes steigt nach Audi und BMW ebenfalls in die Formel E ein - allerdings später als geplant. Dafür beenden die Stuttgarter ihr DTM-Engagement.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Mercedes richtet sich neu aus im Motorsport. Zum Ende der Saison 2018 steigt der Hersteller aus der DTM aus - zugunsten der neuen Formel E. Wie die Stuttgarter am Montagabend bekanntgaben, erfolgt der fixe Einstieg in die Elektro-Rennserie. Allerdings nicht wie zunächst angenommen zur Saison 2018/19, sondern ab der Saison 2019/20. Mercedes einigte sich dazu mit der Formel E auf eine Verlängerung der Einstiegsoption.

Mercedes hatte sich schon 2016 eine Option auf den Einstieg in die Formel E zur fünften Saison (2018/19) gesichert. Nun wurde der Schritt offiziell vollzogen, allerdings erst zur sechsten Saison. Ab Saison 5 wird die Formel E von zehn auf zwölf Teams erweitert, zudem fällt der Autowechsel während der Rennen weg.

Möglicherweise übernimmt künftig HWA die Einsatzleitung in der Formel E, nachdem das DTM-Engagement beendet wird. Dies ist von Mercedes allerdings noch nicht offiziell kommuniziert worden.

Einstieg nach Audi und BMW

Nach dem Rücktritt aus der DTM zur übernächsten Saison setzt Mercedes damit voll auf die Formelsport-Schiene. Neben der Formel E bleibt das aktuelle Formel-1-Projekt bestehen. Mercedes schließt sich künftig Audi und BMW an, die sich ebenfalls in der Formel E werksseitig eingeschrieben haben. Audi steigt als erster deutscher Hersteller zur kommenden Saison 4 (2017/18) ein, BMW folgt in der Saison 5 (2018/19). Mercedes folgt ein Jahr später.

Mit dem späteren Eintritt will sich Mercedes erst einmal ein Gesamtbild über die Formel E verschaffen, nachdem es bislang kaum Berührungspunkte gab. Anders bei Audi, das seit dem Beginn der Serie das Abt-Team unterstützt sowie BMW, die sich bereits werksseitig bei Andretti engagieren.

"Ich freue mich, dass wir die bestehende Einstiegsoption um ein Jahr bis zur Saison 2019/20 erweitern konnten", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "So haben wir die Zeit, die Serie kennenzulernen und uns adäquat auf den Einstieg vorzubereiten." Ursprünglich war ein früherer Einstieg seitens Mercedes angedacht gewesen.

Mit einem Start-up vergleichbar

Wolff weiter: "Wie in jedem anderen Bereich wollen wir im Motorsport Benchmark im Premiumsektor sein und auch neue innovative Wege bestreiten. Das decken wir perfekt mit Formel 1 und Formel E ab. Die Formel E ist mit einem spannenden Start up-Unternehmen vergleichbar: Sie bietet ein brandneues Format, das Rennen mit einem starken Eventcharakter kombiniert, um aktuelle und zukünftige Technologien zu bewerben. Für einen Hersteller ist die Formel E eine interessante Plattform, um die Elektrifizierung einem neuen Publikum vorzustellen. Und das in einem ganz anderen Format als es jede andere Motorsportserie bietet."

Freude über Mercedes-Benz

Formel-E-Boss Alejandro Agag freute sich über den prominenten Neuzugang im Reigen der Hersteller, die bereits in der Serie antreten. "Wir sind Zeugen eines Wandels, der zuerst unsere Städte und dann unsere Straßen transformiert", sagte Agag. "Die Formel E ist die Meisterschaft, die diese Veränderung verkörpert. Gemeinsam mit allen unseren Teams und Herstellern werden wir weiter nach Technologien streben, um bessere und günstigere Elektroautos zu bekommen."

"Ich bin sehr froh, dass sich ein weiterer Hersteller zur Formel E bekennt", sagte FIA-Präsident Jean Todt. "Mercedes-Benz ist seit Anbeginn des Motorsports dabei. Der Eintritt in das neueste Kapitel der Motorsportgeschichte - der Formel E - zeigt, dass die Vision und das Konzept der Meisterschaft damit übereinstimmt, wie Hersteller elektrische Fahrzeugtechnologien entwickeln möchten und diese Innovationen dem weltweiten Publikum näherbringen."


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