Formel 3

Sophia Flörsch: 2020 Debüt in der FIA Formel 3 offiziell

Sophia Flörsch gibt ihr Renndebüt in der Formel 3 im Rahmenprogramm der Formel 1. Die Münchnerin trifft in der F3 unter anderem auf David Schumacher.
von Robert Seiwert & Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Sophia Flörsch steigt zur Saison 2020 in die FIA Formel 3 auf. Die 19-Jährige gibt in diesem Jahr ihr Debüt für den spanischen Rennstall Campos Racing und startet damit erstmals im Rahmenprogramm der Formel 1. Flörsch ist die erste weibliche Pilotin im zweiten Jahr der Formel 3, die über die FIA Formel 2 den Weg in die F1 ebnen soll.

In der Formel 3 trifft Flörsch mit Rennfahrer-Sohn David Schumacher (Charouz Racing System) und Lirim Zendeli (Trident) auf zwei deutsche Landsleute. Gegen beide Fahrer trat sie 2019 bereits in der Formula Regional European Championship an, die sie auf dem siebten Gesamtplatz abschloss. Nach aktuellem Stand wird die Münchnerin die einzige Dame im Formel-3-Starterfeld der insgesamt 30 Nachwuchspiloten aus zehn Teams sein.

In der Vorgängerserie der Formel 3, der GP3, traten zwischen 2012 und 2018 insgesamt sechs Damen an: Tatiana Calderon (2016-2018), Samin Gomez (2013-2015), Carmen Jorda (2012-2014), Vicky Piria (2012), Alice Powell (2012-2013) sowie Beitske Visser (2014-2015). Calderon war die erfolgreichste mit einem sechsten Platz bei 51 Starts als bestem Resultat.

Flörsch konnte sich bei bisher einer Gelegenheit mit dem 380 PS starken F3-Formelwagen vertraut machen. Im November vergangenen Jahres trat sie für HWA aus Affalterbach beim berühmten Macau Grand Prix an.

Die 19-Jährige kehrte ein Jahr nach ihrem spektakulären Unfall, der weltweit für Schlagzeilen sorgte, zum Stadtrennen in der chinesischen Sonderverwaltungszone zurück. Im Feld der 30 Piloten qualifizierte sich Flörsch für den 21. Startplatz im Hauptrennen, bevor sie in der achten Runde vorzeitig ausfiel.

Sophia Flörsch: Ein Jahr nach dem Horror-Crash in Macau: (28:33 Min.)

Sophia Flörsch sagt: "Ich bin sehr glücklich, mit Campos Racing an der Formel-3 teilnehmen zu können. Es ist meine erste Erfahrung mit dem tatsächlichen Formel 3 Wagen mit Pirelli-Reifen, DRS und dem Mecachrome-Motor. Ohne Testtage habe ich viel zu lernen, aber ich freue mich darauf, gegen die besten Fahrer antreten zu können."

"Es ist ein großes Privileg Sophia in unseren Reihen zu haben", schwärmt Teamchef Adrian Campos von Flörsch, "sie ist eine der talentiertesten Fahrerinnen und ein wahres Beispiel von Durchhaltevermögen. Sophia wird weiterkämpfen und Fortschritte machen in einer der härtesten Meisterschaften in der internationalen Szene".

Bei Campos Racing wird Flörsch in einem Team mit dem Italiener Alessio Deledda und dem Australier Alex Peroni fahren. Beide sammelten bereits im letzten Jahr Erfahrung in der Serie als sie ebenfalls für Campos unterwegs waren.

Vor Flörsch liegt in der Saison 2020 ein herausforderndes Doppelprogramm. Neben der FIA Formel 3 debütiert sie zudem in der European Le Mans Series. Hier tritt sie zusammen mit Tatiana Calderon und der früheren DTM-Pilotin Katherine Legge in einem reinem Frauen-Team an.

Das vom Uhrenhersteller Richard Mille unterstützte und von Signatech betreute Dreier-Team verfolgt neben der ELMS-Saison das Ziel, 2020 bei den 24 Stunden von Le Mans anzutreten. Eine Bewerbung für den Langstreckenklassiker in Frankreich ist bereits erfolgt und sollte aller Voraussicht nach erfolgreich sein.

Aufgrund der Doppelbelastung kommt es für Flörsch zu einigen Terminüberschneidungen zwischen ELMS und Formel 3. Die ELMS-Rennwochenenden in Monza (10. Mai), Le Castellet (19. Juli) und Silverstone (06. September) kollidieren mit den F3-Veranstaltungen in Barcelona (08.-10. Mai), Silverstone (17.-19. Juli) sowie Monza (04.-06. September).

Flörschs Priorität dürfte in diesem Jahr auf dem Renndebüt in der FIA Formel 3 liegen. Die Saison umfasst neun Rennwochenenden und beginnt am 20. März in Bahrain. Im Wüstenstaat stehen in einer Woche auch die offiziellen Vorsaison-Testfahrten an. Einer Teilnahme beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans (13.-14. Juni) steht aus terminlicher Sicht nichts im Wege.


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