In Monaco habe ich im Nachhinein durch die Strafe für Michael Schumacher noch einen Punkt bekommen. Der war gut für das Team, auch für mich, aber im Endeffekt will ich mehr. Ich war nicht wirklich zufrieden mit dem Rennen, weil unsere Strategie nicht gepasst hat, wir hätten zwei Runden mehr fahren sollen, dann hätten wir Liuzzi ziemlich einfach überholt. Insofern haben wir nicht das Optimum herausgeholt. Aber ein Punkt ist ein Punkt, und nach fünf Rennen in denen es wirklich schlecht gelaufen ist, da war es schon wichtig, endlich mal wieder ohne Probleme ins Ziel zu kommen und dabei auch noch einen Punkt zu holen.

Kleiner Ausrutscher am Donnerstag

Natürlich hätte ich gerne ein noch besseres Auto, um noch mehr zeigen zu können. Wir hängen halt oft so auf Platz 11 oder 12 im Qualifying, ein zwei Zehntel hinter den Top-10. Das ist nicht schlecht, aber wenn man es in die Top-10 schafft, dann hat das halt nach außen viel mehr diesen Wow-Effekt, dass die Leute das wirklich zur Kenntnis nehmen. Andererseits fahren wir als recht junges Team im Vergleich mit so etablierten wie Williams oder Sauber ja wirklich gut mit.

Sebastien Buemi hat sich einiges vorgenommen, Foto: Sutton
Sebastien Buemi hat sich einiges vorgenommen, Foto: Sutton

Hier hat das Wochenende am Donnerstag für mich nicht optimal begonnen, ich bin von der Motorhome-Plattform runtergesprungen, anstatt schön brav die Treppe zu nehmen, und habe mir dabei den rechten Ellbogen etwas angeschlagen, aber es war nicht so schlimm, mit einem kleinen Eisbeutel drauf war das schon wieder hinzukriegen, beim Fahren behindert es mich nicht weiter.

Ein Punkt soll her

Ein Punkt sollte auch hier wieder drin sein. Was wichtig ist, ist ein guter Freitag ohne Probleme, um das Qualifying entsprechend vorzubereiten, unser Setup nach vorne zu bringen. Dann kann man auch ein gutes Qualifying fahren - und das macht es einfacher, ein gutes Rennen zu haben. Das Ziel ist wie in Monaco, ein gutes, lockeres Wochenende ohne Probleme, dann bin ich sicher, dass auch wieder ein Punkt möglich ist. Wir haben hier nicht direkt etwas Neues, wir müssen nur versuchen, das was wir haben, optimal einzusetzen.

Eventuell könnte uns Sauber hier wieder gefährlicher werden, die waren in Barcelona schnell, haben dort einen Schritt nach vorne gemacht, dann in Monaco waren sie weiter hinten - aber schon möglich, dass sie hier auf dieser Strecke wieder besser sind. Ich glaube generell, dass die Tendenz, die sich jetzt hier in Istanbul abzeichnen wird, dann auch für die nächsten vier oder fünf Rennen so anhalten dürfte, dass das hier schon ein guter Gradmesser sein wird.

Alles redet von Kurve 8

Buemi sieht in Istanbul einen Gradmesser für die weiteren Rennen, Foto: Sutton
Buemi sieht in Istanbul einen Gradmesser für die weiteren Rennen, Foto: Sutton

Ich mag die Strecke hier sehr gerne, sie ist anspruchsvoll, viel bergauf und bergab, blinde Kurven - es macht Spaß, hier zu fahren. Von Kurve 8 reden halt immer alle Journalisten, weil sie schnell ist, es gibt dann immer die Diskussionen, geht sie voll, geht sie nicht voll, wie groß ist die Belastung für den Nacken. Für mich ist das eigentlich eine Kurve wie jede andere auch - aber es ist doch schön, wenn die Leute was zu reden haben. In diesem Jahr mit vollen Tanks wird es sicher nicht einfach, da voll zu fahren - andererseits haben wir den Doppeldiffusor, das macht es wieder etwas leichter. Überholen ist auch hier sehr schwierig, allerdings gibt es die eine sehr lange Gerade, wenn man da einen guten Windschatten erwischt, dann sollte es wohl möglich sein.

Wenn man direkt aus Monaco hierher kommt, kommt einem alles natürlich erst einmal sehr groß und weitläufig vor, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran, auch wenn man anfangs das Gefühl hat, ziemlich langsam unterwegs zu sein. In gewisser Weise geht hier dann auch jeder schneller ans Limit als in Monaco, weil man weiß, dass es nicht ganz so schlimm ist, wenn man mal um zwei Zentimeter neben der Linie ist. In Monaco hängt man da schon in der Mauer! Aber trotzdem - einfach ist es nirgends, wirklich ans Limit zu gehen.