Die Motoren

Die Zweiwochenendregel wird aufgehoben. Die eingefrorenen V8-Motoren müssen also nicht mehr zwei aufeinanderfolgende Wochenenden halten. Die Getriebe müssen weiterhin vier Rennen in Folge eingesetzt werden. Die Höchstdrehzahl der Motoren wurde von 19.000 auf 18.000 Umdrehungen pro Minute verringert. Jedem Fahrer stehen pro Saison acht Triebwerke zur Verfügung. Wann ein Pilot einen neuen Motor erhält, ist jedoch Sache des Teams.

Es gibt nur noch 8 Motoren pro Fahrer., Foto: Toyota
Es gibt nur noch 8 Motoren pro Fahrer., Foto: Toyota

Insgesamt stehen jedem Rennstall 20 Motoren zu (je acht für die beiden Einsatzfahrer, dazu vier Aggregate für die Testfahrten). Wenn ein Fahrer mehr als die erlaubten 8 Motoren braucht, muss er beim ersten Einsatz jedes zusätzlichen Motors ans Ende des Feldes. Renault durfte als einziges Team unter Aufsicht der FIA im Winter Veränderungen am Motor durchführen, weil dieser als der schwächste eingestuft wurde.

Das KERS

Ab dieser Saison dürfen die Boliden die kinetische Energie, die sonst beim Bremsen als Wärme abfließt, speichern und zum Beispiel über einen Elektromotor in zusätzlichen Antrieb umwandeln. Über einen Knopf im Cockpit können die Piloten - etwa beim Beschleunigen - bis zu 60 kW (rund 81 PS) an Zusatzleistung für rund 6,7 Sekunden abrufen. Pro Runde dürfen allerdings maximal 400 kJ als Schub zum Einsatz kommen. Das System ist nicht verpflichtend, weshalb nicht alle Teams von Anfang an damit fahren werden.

Die Reifen

Die Slicks sind zurück! Statt den bei Fahrern wie Fans ungeliebten Rillenreifen kommen 2009 wieder die profillosen Slicks zum Einsatz. Wie bereits 2008 verfügen die Piloten pro Grand Prix über 14 Reifensätze (sieben von jeder der jeweils zwei Mischungen, die Bridgestone an den Wochenenden mitbringt). Während des Rennens müssen beide Mischungen zum Einsatz kommen.

Die Aerodynamik

Die Slicks sind zurück, die Mischungen werden mit einem grünen Rand markiert., Foto: Sutton
Die Slicks sind zurück, die Mischungen werden mit einem grünen Rand markiert., Foto: Sutton

Der Frontflügel besteht aus zwei horizontalen Ebenen. Zusätzlich ist er von 1400 auf 1800 mm verbreitert sowie um 75 mm tiefer positioniert worden. Letzteres soll den Piloten helfen sich bei einem Zweikampf leichter an den Gegner heranarbeiten zu können. Der Anstellwinkel kann vom Fahrer aus dem Cockpit heraus zweimal pro Runde justiert werden, das zentrale Mittelstück jedoch bleibt fixiert.

Der Heckflügel ist um 150 mm höher positioniert worden, um die Verwirbelung der Luft zu verringern. Die so genannte "dirty air" ist weniger turbulent als zuvor, wodurch sich der Verfolger besser anpirschen kann. Gleichzeitig wurde der Heckflügel von 1000 mm auf 750 mm verschmälert. Zusatzflügel, Auspuffkamine und sonstige aerodynamische Hilfsmittel sind 2009 verboten. Die Karosserien wirken dadurch deutlich aufgeräumter.

Das Testverbot

Vor dem Hintergrund des Sparwillens sind Testfahrten während der Saison verboten. Getestet werden darf bis eine Woche vor dem Australien GP und dann erst wieder ab dem 1. Januar des folgenden Jahres. Die Laufleistung ist pro Team auf 15.000 Kilometer begrenzt. Ausgenommen sind Nachwuchspiloten, die in den letzten 24 Monaten kein F1-Rennen gefahren sind und nicht mehr als vier Testtage im gleichen Zeitraum hatten. Sie erhalten spezielle Testtage.

So dürfen die Teams nach Saisonende bis 31. Dezember drei Testtage mit jungen Nachwuchspiloten absolvieren, die den oben genannten Voraussetzungen entsprechen. Im Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis zum Ende des letzten Saisonrennens 2009 dürfen die Teams acht Aerodynamiktesttage absolvieren.

Das Sonstige

Die Boxengasse wird bei SC-Phasen nicht mehr geschlossen., Foto: Sutton
Die Boxengasse wird bei SC-Phasen nicht mehr geschlossen., Foto: Sutton

Um die Rennstrategien übersichtlicher zu machen, wird die FIA die Gewichte aller Autos nach dem Qualifying bekannt geben. Damit sparen die Teams den Einsatz der sogenannten "Spotter", die andere Rennställe beobachteten. Die Betriebsstunden im Windkanal werden 2009 eingeschränkt. Die maximale Modellgröße beträgt nun 60 Prozent, der maximale Speed 50 m/sec (das entspricht 180 km/h).

Die Boxengasse wird während einer Safety-Car-Phase nicht mehr geschlossen. Stattdessen gibt die Elektronik eine Minimalrundenzeit vor. Wird diese unterschritten, wird der Fahrer bestraft. In der Boxengasse darf dafür im Rennen 100 statt 80 km/h gefahren werden. Die Fabriken sollen im August und Dezember für je zwei Wochen geschlossen werden.

Für die Fahrer werden Autogrammstunden am ersten Trainingstag und Interviews nach dem Ende jeder Session und des Rennens (auch nach Ausfällen) verpflichtend. Die Teams müssen zudem einen Sprecher benennen, der während des Rennens für TV-Interviews zur Verfügung steht.

Diese Regel gibt es 2009 (noch) nicht

Bis eine Woche vor dem Saisonauftakt in Australien sollte der Weltmeister 2009 durch die meisten Siege gekürt werden, nicht durch die meisten Punkte. Doch die FIA machte nach Protest der Teamvereinigung FOTA einen Rückzieher. Die Teams hatten darauf hingewiesen, dass die FIA die Regeln so kurz vor Saisonbeginn nur mit einstimmiger Zustimmung der Rennställe ändern dürfe, die sei aber nicht gegeben. Der Weltverband bot deshalb an, das neue Punktesystem um ein Jahr aufzuschieben. In diesem Jahr gilt also weiterhin das bekannte System: 10 Punkte für den Sieger danach 8-6-5-4-3-2-1 für Plätze 2 bis 8.