16. März, Melbourne Der Australien GP 2008 verkommt zur langen Melbourner Filmnacht. Die Übertragung beginnt pünktlich zum geplanten Rennstart um 15:30 Ortszeit, also 5:30 europäischer Zeitrechnung. Doch der zuhause gebliebene Bernie will nicht so früh aufstehen, da der Weg von einem seiner 8 Schlafzimmer in eines der 12 Wohnzimmer zu weit ist. Er lässt den Start auf 20:00 Uhr Ortszeit verschieben, damit die Australier sehen, wie toll ein Nachtrennen ist. Die Organisatoren bieten einen Kompromiss um 17:30 an, können Bernie aber nicht erreichen, da er noch schläft.

04. April, Sakhir Auch beim zweiten Grand Prix des Jahres ist Super Aguri mit dem Vorjahres-Honda hoffnungslos unterlegen - nur das Werksteam ist noch schlechter. Fernando Alonso kommt wie im Zwielicht von Australien vor beiden McLaren ins Ziel. Hinterher sagt er: "Ich habe nichts gegen Ron."

So geht es nicht, schnell weg mit dem Bild: Die Reifen körnen, das Image leidet. -
So geht es nicht, schnell weg mit dem Bild: Die Reifen körnen, das Image leidet. -Foto: Sutton

12. April, Hockenheim DTM-Auftakt am Hockenheimring. Mercedes-Neuzugang Ralf Schumacher versichert im Pressegespräch: "Ich fahre 2008 sicher in der Formel 1." Alte Gewohnheiten...

25. April, Barcelona McLaren stellt beim Aufbau des Motorhomepalastes fest, dass selbst die Versetzung in die 5. Garage nicht ausreicht, um das Supermotorhome komplett aufzubauen. Kurzerhand kauft das Team Super Aguri den Stellplatz am Ende des Fahrerlagers ab, um mehr Rangierspielraum zu haben.

9. Mai, Istanbul Auf der offiziellen FIA Pressekonferenz betont Flavio Briatore: "Ich habe nichts gegen Ron."

17. Mai, Graz Der Pressechef eines F1-Teams ruft in der motorsport-magazin.com-Redaktion an: wir sollen alle Bilder austauschen, auf denen das Auto des Teams mit Reifen zu sehen ist - der Reifenabrieb sehe auf dem Boliden so unvorteilhaft aus.

23. Mai, Monaco Prinz Albert lässt in Rascasse Parkscheinautomaten aufstellen - irgendwo muss das Geld ja ohne Steuern herkommen. Am rennfreien Freitag mietet Toyota den Tunnel exklusiv für Straight Line Tests in Vorbereitung auf den ersten Nacht-GP in Singapur.

Nicht alle Murmeltiere demonstrieren so friedlich. -
Nicht alle Murmeltiere demonstrieren so friedlich. -Foto: Sutton

06. Juni, Montreal Vor dem Kanada GP findet eine Demonstration der Murmeltiere auf der Start- und Zielgeraden statt. Das Anliegen der kleinen Fellknäuel: nach dem tragischen Unfall von Anthony Davidson mit einem der Ihren im Vorjahr sollen extra Murmeltierstreifen und Zone 130-Stellen eingeführt werden. Die Aktion wird von Honda und der FIA im Sinne einer grüneren Formel 1 unterstützt. Einige der Murmeltieraktivisten fordern auch ein Comeback von Ralf Schumacher; der Deutsche bremste im Vorjahr auch für Murmeltiere, außerdem war sein Toyota so langsam, dass selbst humpelnde Tiere die Strecke locker vor ihm überqueren konnten. Einige radikale Murmeltierorganisationen sprechen jedoch Morddrohungen gegen Davidson aus.

08. Juni, Montreal Lewis Hamilton weicht einem desorientierten Murmeltier aus und knallt in die Wall of Champions. Max Mosley sagt: "Ich habe nichts gegen Ron."

09. Juni, Brackley Nachdem Honda im siebten Grand Prix des Jahres zum sechsten Mal hinter beiden Super Aguri landet, dreht man dem Kundenteam den Geldhahn zu und fordert beide Vorjahreschassis zurück. Super Aguri muss den Frankreich GP absagen, da die alten Arrows nicht mehr anspringen und Archivar Paul Stoddart nicht rechtzeitig zu erreichen ist. Honda sieht das schrumpfende Starterfeld als weiteren Schritt in Richtung einer grüneren Formel 1.

12. Juni, Indianapolis Die sieben amerikanischen Formel 1-Fans treffen sich eine Woche nach dem Kanada GP am Brickyard, warten aber vergeblich auf einen Grand Prix. Als auch nach 12 Stunden und einer Regenpause keine Neuansetzung des Rennens für den nächsten Tag angekündigt wird, rufen sie ihre Anwälte und verklagen Michelin.

Tonio und die Kühe rocken mächtig ab. -
Tonio und die Kühe rocken mächtig ab. -Foto: Sutton

27. Juni, Magny Cours Eine Woche nach dem Rennwochenende kehrt Nico Rosberg für seinen Geburtstag nach Magny Cours zurück. Er mietet die Energy Station von Red Bull und das McLaren-Supermotorhome, lässt beides per Glaskonstruktionen zu einem riesigen Partyparadies verbinden und feiert mit seinen Lieblingskühen mörderisch ab.

02. Juli, Woking Nachdem McLaren in Barcelona bereits die gesamte Stellfläche von Super Aguri gekauft hat, übernimmt es jetzt das komplette Team und damit auch die Boxen. Nach einer Unterredung mit Bernie verschiebt die FIA alle Teams rechts von McLaren in Richtung der eigentlichen Super Aguri-Box, so dass McLaren seine Garage erweitern kann. In einem Press Release weist McLaren ausdrücklich darauf hin, dass man keine Dokumente, Ordner oder Disketten von Super Aguri erworben oder ins Eigentum des Teams übernommen habe. Dieser Vorgang wird von der italienischen Polizei genau überwacht.

03. Juli, Silverstone Am Donnerstag vor dem Großbritannien GP eröffnet Ferrari den ersten mobilen Copyshop im Fahrerlager. Die Kontakte knüpfte Jean Todt bereits im Vorjahr.

06. Juli, Silverstone Pedro de la Rosa und Gary Paffett dürfen anstelle von Takuma Sato und Anthony Davidson im Super Ron F1 Team fahren. Da die Boxen mit jener von McLaren zusammengelegt wurden, müssen sie ihre MP4-18 im Scrutineeringbereich abstellen und dort selbst betreuen.

14. Juli, Clermont-Ferrand Michelin gibt der Klagenflut in den USA nach und spendiert allen US-Bürgern Freikarten für alle Rennen der Formel BMW Nordamerika.

Super Ron F1 wird zum Kultobjekt für die Fans. -
Super Ron F1 wird zum Kultobjekt für die Fans. -Foto: Sutton

18. Juli, Hockenheim Die BILD titelt: "Super Ron entlassen - Mercedes übernimmt die Macht in vier zusammengeschusterten Boxen." Ein Mercedes-Sprecher dementiert postwendend: "Es hat sich nichts am Status quo verändert." Wir fragen uns: Wer mag dort diese Band so sehr? Wie viel zahlen die für die häufige Nennung? Oder sind das Gegengeschäfte gegen Tickets für die 368. Tournee? Norbert Haug wiegelt ab: "Wir haben nichts gegen Ron."

01. August, Budapest Auf der Fahrerpressekonferenz verkündet Jenson Button, dass er zu Williams wechseln möchte. Der Pressesaal leert sich, Frank Williams und Nick Fry spielen Poker um JB - der Verlierer muss das CRB bezahlen und ihn nehmen, bis er seine Meinung wieder ändert.

21. August, Valencia Zehn der elf Teams schicken ihre Lkw zum Circuit Ricardo Tormo und wundern sich, warum sie dort niemand erwartet. Was eingefahrene Wege nach gefühlten zwei Millionen Testkilometern auf ein und derselben Teststrecke alles bewirken können... Nur die Autos von Super Ron F1 treffen pünktlich an der neuen Strecke ein, da kein Personal existiert, schieben die Fahrer die Boliden direkt vom Flughafen zum neuen Stadtkurs.

Mehr Nachtsichtgeräte sind bestellt... -
Mehr Nachtsichtgeräte sind bestellt... -Foto: Ferrari Press Office

24. August, Valencia Honda tritt nach der Sommerpause wieder mit den von Super Aguri zurückgeholten RA107 an. Rubens Barrichello sagt: "Es kann nur besser werden."

07. September, Spa-Francorchamps Das Red Bull PR-Shitometer explodiert - die rote Skala war weit überschritten. Die Pressemannschaften von STR und RBR gründen die vereinte PR-Front von Fuschl und wollen nie mehr produktive Press Releases mit vielen nützlichen gesammelten Daten herausgeben. Sie sehen der Zukunft zuversichtlich entgegen. Bei unserem Wettbewerber herrscht Alarmstufe Rot - wo sollen dann die total vielen sinnfreien Quotenmeldungen herkommen?

13. September, Monza Jean Todt verrät auf der Ferrari-Pressekonferenz: "Wir haben nichts gegen Ron - jedenfalls nichts Neues seit den beiden Verhandlungen in Paris."

28. September, Singapur Der erste Nacht GP. Red Bull verteilt Getränkedosen auf den Tribünen, damit die Fans nicht einschlafen. Für Langschläfer und Nachtmensch Nick Heidfeld schlägt die große Stunde: er gewinnt sein erstes, wenn auch ein einsames Rennen. Die Krabbelgruppe der F1-Jungspunde von Baby Schumi bis Strahlemann Lewis wird eine Stunde vor dem Start ins Bett geschickt. Der Club der Rennopas rund um Uncle David und Rekordstarter Rubinho fällt durch den Sehtest und darf ebenfalls nicht starten. An den offiziellen F1-Fanartikelständen sind die Nachtsichtgeräte binnen Minuten restlos ausverkauft. Kanguru TV kündigt für 2009 eine Special Extended Edition für Nachtrennen an - mit optionalem USB-Nachtsichtgerät.

Ganz der Alte: Michael Schumacher als Erster am Boxenausgang. -
Ganz der Alte: Michael Schumacher als Erster am Boxenausgang. -Foto: Sutton

09. Oktober, Fuji Am Donnerstag erwartet die Teams und Medienvertreter eine Überraschung: Toyota hat nach dem Regenchaos von 2007 keine Kosten und Mühen gescheut. Die komplette Rennstrecke wurde überdacht, nach dem Vorbild der Arena auf Schalke kann das Dach bei zu starkem Regen oder Vulkanausbrüchen luftdicht verschlossen werden. Bis auf das 3. Freie Training bleibt das Wochenende jedoch von Regen verschont. Die dritte Session muss allerdings bei Nieselregen auf anderthalb Minuten verkürzt werden, weil der Rettungshubschrauber bei geschlossenem Dach nicht starten kann.

19. Oktober, Shanghai Ron hat die Schnauze voll. Er verkauft Super Ron F1 entweder an eine Gruppe arabischer Scheichs, ein chinesisches Konsortium nach Wahl oder den kanadischen Stahlbaron Cal, genannt Carl, Smith - je nachdem, welche dieser fiktiven Gruppierungen zuerst zuschlägt. Danach gründet er zusammen mit Adrian Sutil die studivz-Gruppe: "Ich vertraue niemandem. Keiner hat mich lieb."

31. Oktober, Sao Paulo Zum ersten Mal in der Geschichte macht Ferrari von seinem Recht Gebrauch, einen der Stammfahrer im Freitagstraining durch einen Testfahrer zu ersetzen. Im 1. Freien Training kommt Michael Schumacher aber nicht zum Fahren, weil er schon 10 Minuten vor Trainingsbeginn an der Boxenausfahrt wartet und sein Motor überhitzt.

Riccardo Patreses B193 hat alle nur denkbaren Extras. -
Riccardo Patreses B193 hat alle nur denkbaren Extras. -Foto: Sutton

01. November, Sao Paulo Nach dem 3. Training gibt Rubens Barrichello vor heimischem Publikum seinen Rücktritt vom GP-Sport bekannt. Ross Brawn schenkt ihm spontan alle vorrätigen RA107 und RA108, um so Rubens GP-Teilnahmerekord zu würdigen - und die verabscheuten Dinger endlich aus der Fabrik zu haben. Eine Stunde vor dem Qualifying taucht ein alter Benetton B193 bei Jo Bauer im Scrutineering-Bereich auf. Das Auto des Dubai F1 Teams, ehemals Super Ron F1, vormals Super Aguri F1, wird für legal erklärt - immerhin waren die Boliden dieses Teams die ganze Saison im Scrutineering untergebracht. Wer achtet da schon so genau auf eine Einheitselektronik? Als Fahrer des Einwagenteams greift Riccardo Patrese ins Lenkrad. "Ich hab doch immer gesagt, wenn einer meinen Rekord bricht, steige ich wieder ins Auto."

02. November, Sao Paulo Riccardo Patrese gewinnt mit seinem hyperaktiven Benetton ungefährdet seinen Comeback-GP und kündigt an: "Jetzt hole ich mir 2009 meinen Rekord zurück!"