Vor der Saison 2006 galt Honda als einer der Favoriten im Kampf um die WM, der bisherige Saisonverlauf ist aber alles andere als zuträglich, dieses Ziel auch zu erreichen. Nur drei Punkte in den letzten vier Rennen und mit 32 Zählern der vierte Platz in der WM-Wertung, ist nicht das, was man sich vorgenommen hatte. Trotzdem ist man in Brackley entschlossen, den Kampf um bessere Platzierungen noch nicht aufzugeben und sich stattdessen gleich auf kommendes Jahr zu konzentrieren. Die Pechsträhne der Japaner erreichte beim Grand Prix von Frankreich ihren letzten Höhepunkt, als beide Autos aufgrund von Motorsproblemen ausschieden.

Der erste Grand Prix-Sieg schient weiter entfernt denn je, Teamchef Nick Fry bestätige gegenüber Autosport jetzt aber, dass man die Saison trotz allem noch lange nicht völlig abgeschrieben habe. "Ich glaube nicht, dass man eine Saison, was die Entwicklung des Autos betrifft, komplett abschreiben kann. Man muss über die Dinge lernen und sie dann auf das nächste Jahr übertragen. Ich baue nicht darauf, dass nächstes Jahr plötzlich alles wunderbar sein wird." Um die Stärken und Schwächen des Gesamtpakets zu verstehen, sei weiterhin harte Arbeit nötig und schließlich könne die Erfahrung aus diesem Jahr im nächsten Jahr nützlich sein.

"Natürlich können wir die Erwartungen, die Weltmeisterschaft dieses Jahr zu gewinnen, vergessen, in dieser Beziehung haben wir das Jahr schon abgeschrieben," musste Fry allerdings zugeben. Es käme nur darauf an, wie man "abschreiben" definiere. Er betonte aber, dass die Stimmung im Team nach wie vor positiv sei und man würde weiter daran arbeiten, die Situation zu verbessern. "Es ist sehr erfreulich, dass alle an einem Strang ziehen und, wie schon gesagt, wir haben uns gemeinsam da reingeritten und werden jetzt auch gemeinsam wieder rauskommen."

Unkenrufe von Seiten anderer Teams will Fry nicht gelten lassen. "Alle denken das Gleiche, wir nicht. Die Atmosphäre ist gut, natürlich sind wir frustriert und enttäuscht, aber es gibt keinen Grund uns zu verkriechen, den Kopf hängen zu lassen und uns selbst zu bemitleiden. Wir müssen weitermachen und versuchen, die Situation zu verbessern."