Formel 1

Rennen: Die Stimmen der Piloten

Der zweite Sieg in Folge für Michael Schumacher und Teamkollege Felipe Massa auf dem dritten Platz. Trotzdem war man Ferrari nicht ganz zufrieden.
von Petra Wiesmayer

Ferrari

Michael Schumacher
Ein phantastisches Ergebnis, auch wenn es ganz ehrlich unerwartet war. Wir wussten nicht, wie das Rennen verlaufen würde, besonders, da wir in den vergangen Tagen nicht viele Longruns fahren konnten. Für diese zehn Punkte muss ich den Jungs im Team danken und unseren außergewöhnlichen technischen Partnern, allen voran Bridgestone. Das gesamte Paket - Auto, Motor, Reifen - waren heute exzellent. Ich hatte einen guten Start und von da an konnte ich mein eigenes Rennen fahren. Jetzt müssen wir diesen Schwung beibehalten. Die Meisterschaft ist noch lange nicht gelaufen und diese zwei Punkte, die wir auf unsere Rivalen aufgeholt haben, sind sehr wichtig. Ich hoffe, wir können bald noch mehr Boden gutmachen.

Felipe Massa
Ich denke, das war ein sehr gutes Ergebnis für uns, obwohl ich natürlich gerne den zweiten Platz behalten hätte. Ich war auf einer Drei-Stopp-Strategie und bei Fernando wurde auf ein Zwei-Stopp-Rennen umgestellt, deshalb konnte ich nicht mit ihm auf der Strecke kämpfen. In meinem zweiten und dritten Stint hatte ich auch eine Menge Verkehr und das hat im Endeffekt unsere Strategie ruiniert und mich den zweiten Platz gekostet. Alles in allem helfen aber sechzehn Punkte, Boden auf unsere Konkurrenten in der Meisterschaft gutzumachen. Der 248 F1 und die Bridgestone-Reifen haben besser funktioniert als ich erwartet hatte, vielleicht durch den zusätzlichen Gummi, der mit der Zeit auf die Strecke kam.

Renault

Fernando Alonso
Das war ein langes, hartes Rennen, aber unter den gegebenen Umständen ein perfektes Ergebnis. Wir gingen mit zwei strategischen Möglichkeiten ins Rennen, und als wir sahen, dass Ferrari drei Mal stoppen wird, wussten wir, dass wir sie auf der Strecke kaum überholen können. Also setzten wir auf unsere konstant gut funktionierenden Reifen und blieben bei zwei Stopps. Die Balance blieb während des ganzen Rennens stabil, und ich konnte ständig Druck machen, um im letzten Rennabschnitt schließlich an Felipe vorbeizugehen. Gemessen an meiner Startposition war dies das Bestmögliche, denn wir wussten, dass Michael an diesem Wochenende schneller war – ähnlich wie Imola und am Nürburgring. Nach diesen beiden Rennsiegen in Folge dachte jeder, Michael würde einen Durchmarsch machen, doch wir haben eindrucksvoll gekontert. Ich hoffe, dass uns dasselbe in Hockenheim in zwei Wochen gelingt.

Giancarlo Fisichella
Ehrlich gesagt war das kein besonders großartiges Rennen. Das Auto wurde mit zunehmender Renndauer immer schwieriger zu fahren. Wegen der körnenden Reifen im zweiten Stint konnte ich keinen ausreichenden Vorsprung auf Ralf und Kimi herausfahren, um nach meinem Stopp vor ihnen zu bleiben. Dann kamen im letzten Rennabschnitt Bremsprobleme hinzu. Wir müssen untersuchen, was passiert ist, aber es gibt auch Positives. Ich habe Punkte geholt, bin immer noch WM-Dritter, und wir haben auch beim zweiten Rennen mit der C-Spezifikation des RS26 keinerlei Probleme gehabt. Ich bin optimistisch für die nächsten Rennen und zuversichtlich, dass wir unseren Vorsprung wiedererobern können.

Toyota

Ralf Schumacher
Wir können mit dem, was wir heute erreicht haben, zufrieden sein. Es ist schade, dass wir beim ersten Boxenstopp mit der Radmutter ein Problem hatten, denn wir hätten es sonst vielleicht aufs Podium geschafft, aber diese Dinge passieren eben. Es war auch schade, dass Jarno ein Problem hatte, ansonsten war es aber ein sehr gutes Wochenende. Wir hatten erwartet, dass das Auto konkurrenzfähig sein würde, da es schon seit den Trainings am Freitag diesen Eindruck machte. Das Rennen war für uns auch gut - das Auto war schnell und die Bridgestone-Reifen waren auch sehr gut. Unsere Reifen waren das ganze Wochenende besser und wir haben mit unserer Zwei-Stopp-Strategie für das Rennen eine sehr gute Wahl getroffen. Unser Paket hat sich in den letzten Rennen immer weiter verbessert und wir können auch erwarten, dass diese Leistung den Rest der Saison anhält.

Jarno Trulli
Das war sehr schade, denn es lief im ersten Stint alles gut. Das Auto war gut und die Bridgestone-Reifen waren ausgezeichnet. Da ich auf einer Zwei-Stopp-Strategie war während alle anderen auf einer Drei-Stopp-Strategie waren, bin ich sicher, dass ich um einen Podiumsplatz hätte fahren können. Leider hat aber nach dem ersten Boxenstopp der Motor etwas nachgelassen. Kurz darauf wurde auch das Bremspedal immer länger und da es zu gefährlich war, bin ich in die Box gefahren. Das war wieder einmal Pech und ist ein weiterer Punkt in einer langen Liste der Dinge, die in dieser Saison schon passiert sind. Ich hatte dieses Jahr schon gute Rennen, aber es war schwer, Punkte zu bekommen. Man kann aber das Team nicht dafür verantwortlich machen, da nie das gleiche Problem zwei Mal auftaucht. Unsere Pace war das ganze Wochenende toll und wir sind also trotz der Probleme auf dem Weg nach oben. Schritt für Schritt fangen wir an, Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

McLaren-Mercedes

Pedro de la Rosa
Das Auto hatte heute den nötigen Speed und war gut zu fahren. Ich denke, ich hätte sicher noch ein paar Punkte mehr holen können, wenn ich nicht am Start den Platz an Mark Webber verloren hätte. Das hatte zu Folge, dass ich im ersten Stint, bei dem Versuch, ihn zu überholen, viel Zeit verloren habe und als ich ihn dann beim Boxenstopp endlich überholt hatte, war ich hinter einer Menge anderer Autos, die auf anderen Strategien unterwegs waren. Daher war ich nach der ersten Runde der Boxenstopps mehr als 20 Sekunden hinter Ralf Schumacher und es war sehr schwer, meine Position zu verbessern. Ich habe das Rennen wirklich genossen und ich freue mich, dass ich für das Team ein paar Punkte holen konnte und der schnellste der Michelin-Fahrer zu sein.

Kimi Räikkönen
Ein enttäuschendes Rennen, da das Handling des Autos wirklich gut war. Wir waren nicht schnell genug um zu gewinnen, aber ich habe beim zweiten Boxenstopp ein paar Zehntel verloren, was mich heute den vierten Platz gekostet hat. Wir hätten heute also ganz klar besser sein können. Das Auto wird immer besser und wir haben bei den nächsten Tests neue Teile und freuen uns jetzt auf das nächste Rennen in zwei Wochen in Hockenheim, wo wir, vor den Mercedes-Fans hoffentlich besser abschneiden werden.

BMW-Sauber

Nick Heidfeld
Mein Auto war okay, ich habe einen Punkt geholt, mehr war heute nicht drin. Mein Start war ausnahmsweise nur durchschnittlich. Ich habe keinen Platz gewonnen, aber auch keinen verloren. In der ersten Runde habe ich David Coulthard in der Haarnadelkurve überholt. Das war wichtig. Im Ziel war er nur ein paar Sekunden hinter mir. Insgesamt verlief mein Rennen recht problemlos, ich blieb auch kaum im Verkehr stecken. Allerdings wurden mir zu Unrecht blaue Flaggen gezeigt, als Pedro de la Rosa hinter mir war.

Jacques Villeneuve
Die Anfangsphase war aufregend, und ich musste Rubens Barrichello unbedingt überholen. Danach wurde das Rennen ziemlich langweilig. Das Auto lief sehr gut. Nach den Boxenstopps musste ich die Reifen immer erst ein paar Runden lang einfahren, vor dem nächsten Wechsel waren sie dann wieder schnell. Es war die richtige Reifenwahl. Wir dachten, unsere Entscheidung sei vielleicht zu risikoreich. Aber es kam, wie wir erwartet hatten: Je mehr Gummi auf der Strecke lag, desto besser haben die Reifen gepasst. Mein einziges Problem hier in Magny-Cours war das Qualifying.

Reb Bull Racing

David Coulthard
Das war so ziemlich das schlechteste Ergebnis, das ich erreichen konnte nachdem ich als Neunter gestartet bin. Es ist sehr enttäuschend. Wir sind momentan nur die Geier im Fahrerlager, die Punkte aufsammeln, wenn andere ausfallen. Mir hat das Fahren dieses Wochenende Spaß gemacht und als Team lernt man immer was. Wir fangen an, und zu verstehen und es sind viele neue Leute gekommen und ich denke, wir beginnen, eines der bestorganisiertesten Teams in der Boxengasse zu werden. Das hat aber keine Bedeutung wenn man nicht schnell genug ist um Punkte zu holen.

Christian Klien
Ich hatte am Start ein Problem; ich habe Drehzahl verloren und bin zwei oder drei Plätze zurückgefallen, das war wirklich enttäuschend. Das Rennen war bei diesen heißen Bedingungen sehr schwierig. Meine Hinterreifen haben nachgelassen und ich konnte nicht im Windschatten der anderen Autos fahren da die Temperaturen bei mir zu sehr anstiegen. Am Ende des Rennens fühlte sich das Auto besser an und ich konnte fünf oder sechs Sekunden auf die BMW aufholen. Alles in allem war es aber ein enttäuschendes Wochenende. Schade, dass wir hier keine Punkte holen konnten.

Scuderia Toro Rosso

Vitantonio Liuzzi
Ganz offensichtlich ist das hintere Ende der Startaufstellung nicht der beste Platz, ein Rennen zu beginnen, ganz besonders auf einer Strecke, auf der es nicht sehr viele Überholmöglichkeiten gibt. Ich denke nicht, dass uns die V10 geholfen haben. Aber die Reifen und das Auto haben gut funktioniert.

Scott Speed
Das war eines der schwierigsten Rennen, die ich je gefahren habe, denn ich hatte das ganze Rennen fürchterliche Schmerzen. In der ersten Runde hatte ich wirklich einen guten Kampf mit Rubens, der viel Spaß gemacht hat. Das war cool - ein toller Kampf! Nach dem ersten Boxenstopp hatte ich solche Schmerzen, dass ich mich kaum konzentrieren konnte. Einmal bin ich von der Strecke abgekommen, da ich mich nicht darauf konzentrieren konnte zu fahren, zu bremsen, die Traktionskontrolle zu verstellen und gleichzeitig die Schmerzen zu bekämpfen. Unsere Pace war aber okay, das Auto lief gut und wir haben beim Setup des Autos einen guten Job gemacht.

Williams

Mark Webber
Natürlich bin ich sehr enttäuscht, denn wir hätten hier heute in die Punkte fahren können. Ich habe alles versucht, an den schnelleren dran zu bleiben, aber wir hatten mit der Innenseite der Reifen Probleme und dadurch wurde die Aerodynamik beeinflusst. Wir machen es uns momentan selbst sehr schwer, alle arbeiten so hart und wir haben trotzdem keine vorzeigbaren Ergebnisse.

Nico Rosberg
Es war heute sehr schwer für mich, erstens weil ich von hinten gestartet bin und dann, weil das Auto schwierig zu fahren war. Ich bin eine Qualifying-Runde nach der anderen gefahren und war die ganze Zeit am Limit, ab er ich konnte einfach nicht schneller fahren. Wir hatten Probleme mit den Reifen und ich hatte auch Pech bei den Boxenstopps. Als wir zum ersten Mal gestoppt haben, kam Button genau vor mir rein und da habe ich Zeit verloren. Wir haben im Qualifying gestern Fortschritte gemacht und daher ist es schade, dass das Rennen so gelaufen ist. Ich freue mich jetzt auf Hockenheim, mein Heimrennen, in zwei Wochen.

Midland F1

Tiago Monteiro
Milde ausgedrückt war das ein sehr schwieriges Wochenende. Ich hatte Probleme, das richtig Setup für mein Auto zu finden und, auch wenn wir alles versucht haben, war es eines jener Wochenenden, an denen wir einfach die Balance nicht hinkriegen konnten. Meine Ingenieure kennen mich sehr gut und normalerweise können wir solche Probleme lösen, aber aus irgendeinem Grund haben wir es dieses Mal einfach nicht geschafft. Ich schätze, das ist Rennsport und manchmal passiert das eben. Leider wurde ich am Start eingeklemmt und von zwei Autos überholt. Dann hing ich ein paar Runden hinter Montagny fest, und dann ich plötzlich war etwas mit dem Heck des Autos passiert. Ich habe keine Ahnung, was es war, aber das Auto ist eingangs der ersten Hochgeschwindigkeitskurve plötzlich ausgebrochen und ich bin hoch über den Randstein geflogen. Das war das Ende. Ich habe Hydraulikdruck verloren und das Auto ist abgestorben. Jetzt haben wir einen Test in Jerez und wir müssen hart am Setup arbeiten und uns auf Hockenheim vorbereiten.

Christijan Albers
Wir hatten nach dem ersten Boxenstopp ein paar Probleme und ich konnte nicht richtig schalten. Ich habe den ersten Gang verloren und hatte auch Probleme, die anderen Gänge zu schalten, was mich Leistung gekostet hat. Das war wirklich Pech, denn ich denke, bis zu dem Zeitpunkt war unsere Vorstellung wirklich gut. Ich glaube, wenn das Problem nicht aufgetaucht wäre, hätte ich Rosberg überholen können, denn der Speed war da. Trotz des Problems habe ich aber nicht allzu viel verloren. Jetzt müssen wir das untersuchen und sicherstellen, dass es nicht noch einmal passiert.

Super Aguri F1

Takuma Sato
Natürlich möchte ich dem SA05 ein großes Dankeschön sagen! Das Auto hat seit Saisonbeginn einen tollen Job gemacht, aber das war nicht das Ende des Wochenendes, das wir uns gewünscht hätten. Ich hatte in der Einführungsrunde ein Problem mit der Kupplung und hatte echte Probleme, loszukommen. Als ich mich endlich bewegt habe, waren alle schon weit weg, aber ich habe schnell auf die Gruppe auf der Geraden aufgeholt und habe in der Haarnadelkurve einen Midland überholt! Dann konnte ich aber die Gänge nicht wählen und es gab nichts, was ich noch hätte tun können. Das ist sehr schade für die Jungs, die so hart gearbeitet haben. Wir haben die Strategie zwischen Franck und mir aufgeteilt und ich hätte ein starkes Paket haben sollen. Ich freue mich sehr für das Team und für Franck, dass er heute ein phantastisches Rennen hatte.

Franck Montagny
Von meinem Standpunkt aus war es ein gutes Rennen weil wir es beendet haben. Ich hatte einen guten Start und konnte mit den anderen kämpfen. Ich habe die Schikane nur ausgelassen weil ich von Monteiro überholt worden war und nicht mehr in die Schikane einlenken konnte. Das war ein guter Start insofern ich mit den anderen Autos mithalten konnte. Danach habe ich mich nur auf die Reifen und das Auto konzentriert und darauf, mein Bestes zu geben und zu sehen, wie es läuft. Und wir haben das Rennen beendet. Das Team und die Ingenieure haben dieses Wochenende einen tollen Job gemacht und ich muss dem SUPER AGURI F1 TEAM und Aguri Suzuki danken, dass sie mir die Chance gegeben haben, bei ihnen zu fahren.

Honda

Jenson Button
Mit dem Paket, das wir dieses Wochenende hatten, haben wir einen anständigen Job gemacht und waren im Rennen definitiv besser als im Qualifying. Ich war auf dem elften Platz und habe auf Scott Speed vor mir aufgeholt und ich denke, wir hätten ihn überholen können. Dann habe ich einen Leistungsverlust bemerkt als ich auf die Gegengerade kam und als ich die Gänge durchgeschaltet habe, war die Leistung ganz weg. Wir müssen uns die Daten anschauen um herauszufinden, was genau das Problem war. Es ist wirklich frustrierend denn, obwohl wir im ersten Stint zu kämpfen hatten, waren wir im zweiten und dritten nach den Boxenstopps viel besser. Das Auto fühlt sich vernünftig an und hat auch eine gute Balance, nur der allgemeine Speed fehlt. Das kommt von der Motorleistung und dem Abtrieb und das ist es, woran es momentan mangelt, zusätzlich zur Zuverlässigkeit. Es ist äußerst frustrierend, nicht nur für mich, sondern für das gesamte Team, das dieses Wochenende so hart gearbeitet hat.

Rubens Barrichello
Im Moment ist es schwer zu sagen, was das Problem war, aber es sieht nach Motor aus, da es einen Menge Rauch gab und ich jegliche Leistung verloren habe. Wir hatten auf eine bessere Pace im Rennen gehofft, aber das ganze Wochenende ist nicht so verlaufen, wie geplant und das ist sehr traurig. Ich glaube an dieses Team und wir werden darauf reagieren. Ich bin sehr konzentriert und motiviert, ich glaube wirklich, dass wir die Kurve kriegen. Wir müssen mit den Füßen auf dem Boden bleiben, unsere Motivation aufrechterhalten und weiter daran arbeiten.


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