Der Grand Prix von Großbritannien war das schwärzeste Wochenende für Honda in der bisherigen Saison. Zum ersten Mal 2006 musste die Truppe aus Brackley ohne WM-Punkte nach Hause fahren. Ein Ausfall von Jenson Button schon in der neunten Runde und Rubens Barrichello, der bis auf Platz nach hinten durchgereicht wurde, riefen allerseits harsche Kritik an den Japanern hervor, die F1-Chef Nick Fry aber nicht so auf sich sitzen lassen will. Man wisse, was man verbessern müsse und eine solche Kritik sein völlig unangebracht, sagte er zu Autosport.
"Niemand spricht von einem Team, das Schwierigkeiten hat, außer diejenigen, die unbedingt eine Schlagzeile wollen. Die Stimmung unter den Fahrern und im Team und die Unterstützung, die wir von den Fans und auch von allen anderen Teams bekommen, beweisen das ganze Gegenteil," machte Fry sich Luft. Natürlich habe er aber auch Verständnis, dass seine Fahrer nach einer solchen Enttäuschung frustriert seien, was ihre Motivation aber keinesfalls beeinflussen würde.
"Das ist völliger Unsinn," erklärte Fry. "Natürlich ist Jenson, wie jeder, dem Dinge schief gehen, frustriert, wenn es passiert. Das ist eine ganz normale menschliche Reaktion. Wenn er aber die erste Enttäuschung überwunden hat, dann ist er unglaublich positiv." Um Enttäuschungen wie am Sonntag in Silverstone künftig zu vermeiden, sei es jetzt wichtig, das Auto grundlegend zu verbessern. "Die einzigen, die die Leistung verbessern können, sind wir selbst," so Fry weiter. "Ich habe bei Jenson noch nie gesehen, dass er die Verantwortung anderen zuschiebt, ganz im Gegenteil. Er ist ganz sicher jemand, der das Glas halb voll und nicht halb leer sieht."
Nach dem Debakel im Qualifying, in dem man es versäumt hatte, Button rechtzeitig aus der Box zu schicken um ihm die Chance auf eine zweite schnelle Runde zu geben, gab Fry zu, dass man alles hätte versuchen müssen, das Auto wieder auf die Strecke zu schicken und hätte sich nicht einfach seinem Schicksal ergeben sollen. "Wir hätten das Auto aber erst betanken müssen und ob dann nach der Warm-Up-Runde noch Zeit für eine schnelle Runde gewesen wäre, ist recht unwahrscheinlich," meinte Fry. "Hätten wir es trotzdem versuchen sollen? Ich denke, darüber kann man streiten, ob es den Versuch wert gewesen wäre, aber es sah so aus, als sei es nicht möglich gewesen."

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