"Überglücklich" war Ferrari-Präsident Luca di Monezemolo nach dem ersten Saisonsieg in Imola. "Es war unglaublich wichtig hier zu gewinnen." Der Triumph habe gezeigt, dass Ferrari wieder auf dem "höchsten Level" konkurrenzfähig sei. "Ferrari ist hier, Ferrari ist zurück und Schumacher ist immer noch ein großartiger Champion."

Alles lief beim Heimrennen trotzdem nicht nach Plan. Die Bridgestone-Reifen des Champions waren im Rennen nicht stark genug. Auf einer anderen Strecke hätte Schumacher seinen Verfolger Fernando Alonso wohl kaum hinter sich halten können.

"Wir werden uns das in dieser Woche in Le Castellet ansehen", sagte Technikchef Ross Brawn. Seine Hoffnung ist nun auf warme Temperaturen. "Williams und Toyota hatten keine Probleme und wir fuhren die gleiche Mischung. Wir müssen das jetzt verstehen lernen."

In den Jahren 2003 und 2004 habe Brawn bereits festgestellt, dass die Reifen bei viel Gummi auf der Strecke "nicht richtig" funktionierten. Dann würde sich der Reifen nicht abnutzen und nicht in den Asphalt beißen. "Das passiert, wenn der Reifen zu heiß ist."

Grundsätzlich spricht Brawn damit die Auswirkungen des Toyota-Problems vom Saisonstart an: Die Reifen nutzten sich überhaupt nicht ab. Allerdings scheint die Ursache eine andere zu sein: Während Toyota die Pneus überhaupt nicht auf Temperatur brachte, klagt Brawn, dass die Bridgestones bei diesem Phänomen zu heiß wären.

"In Imola war es am Sonntag viel heißer als erwartet", erläutert er, "und wir hatten einen weichen Reifen. Normalerweise erwartet man dann mehr Reifenabnutzung, aber tatsächlich war es genau andersherum. Wir konnten den Reifen nicht abnutzen. Er wurde zu heiß und verlor Grip."

Im ersten Stint spielte dies keine so große Rolle, da dieser durch die Safety-Car Phase und eine geringere Spritladung den Reifen entgegenkam. Den zweiten Reifensatz untersuchen die Fachleute aus Maranello und Tokio noch. "Aber wir glauben, dass er überhitzt hat und dann nicht mehr funktionierte."

Eine härtere Reifenmischung wäre laut Brawn kein Patentrezept gewesen. "Es ist schwierig zu sagen, wie härtere Reifen sich verhalten hätten", sagte er. "Wir nutzen eine neue Reifenfamilie, die schnell Temperatur aufbauen", hebt er die Vorteile der neuen Pneus heraus. Während die Michelin-Teams bereits seit Australien über Aufwärmprobleme klagen, waren die Bridgestones am Ferrari immer sofort zu schnellen Rundenzeiten fähig - egal ob im Qualifying, Rennen oder nach Safety-Car Phasen.

Den Roten steht also noch jede Menge Arbeit ins Haus. Was die beste Belohnung für harte Arbeit ist, hat Michael Schumacher seinen Mitarbeitern am letzten Wochenende gezeigt. "Alle haben hart gearbeitet", so Teamboss Jean Todt, "und die beste Belohnung dafür ist ein Sieg."