Auch kurz vor Ostern wurde Michael Schumacher von einer Frage nicht verschont: Wo führt ihn seine Zukunft im kommenden Jahr hin? In eine Vertragsverlängerung mit Ferrari, in den Ruhestand oder doch in ein anderes Team? Und selbst wenn der Ferrari-Star von diesen allgegenwärtigen Fragen verschont blieb, musste er über seinen möglichen Teamkollegen in der Saison 2007 sprechen.
Geht ihm das nicht bald gehörig auf die roten Nerven? "Die Frage generell nervt mich nicht, die ist schließlich absolut berechtigt, nur muss man sie ja nicht jede Woche wieder neu stellen", versuchte er abermals die Diskussionen und Spekulationen der Gerüchteköche im Suppentopf zu ersticken. "Mehr als sagen, dass ich mich im Sommer entscheide, kann ich ja nicht." Bis dahinwird die Medienlandschaft natürlich nicht abwarten. Die Frage nach seiner Zukunft wird ihn spätestens ab dem Mittwoch vor Imola wieder als ständiger Begleiter zur Seite stehen.
An Rang 2 der Schumacher-Fragen-Hitparade liegt die Frage nach seinem möglichen Teampartner, sollte er seine Karriere tatsächlich fortsetzen. Laut diversen Insider-Quellen der Boulevardpresse steht nicht nur fest, dass Schumacher 2007 weiterfahren wird, sondern auch, dass Kimi Räikkönen nach Maranello wechseln wird.

"Ich werde auf Gerüchte nicht eingehen, weil das nur weitere nach sich zieht", schmettert der Ex-Weltmeister Fragen zu seinem zweitliebsten Thema ebenso ab, wie jene über ein angebliches Angebot von Flavio Briatore bei Renault Nachfolger seines Titelthronfolgers Fernando Alonso zu werden.
Nicht viel mehr hat Schumacher über den nächsten Dauerbrenner der vergangenen sieben Tage zu sagen: Fährt er mit zu viel Risiko, um die jungen Konkurrenten zu bezwingen und resultieren daraus unter Druck zu viele Fehler? "Das ist eben der Sport, wenn man gewinnen will muss man auch angreifen", antwortet er lapidar. "Ich beobachte mit einigem Vergnügen, wer derzeit alles mein so genannter Vertrauter ist und offenbar genau weiß, wie ich mich jeden Tag so fühle. Das ist alles Humbug. Ich betreibe meinen Sport so wie immer, mit vollem Einsatz, großem Kampfgeist und riesigem Spaß. Das ist Sport, da muss man angreifen und etwas riskieren, wenn man gewinnen will."
Und das will der siebenfache Weltmeister auf alle Fälle. Am liebsten schon am nächsten Wochenende in Imola. Auf einer Strecke auf der Ferrari vor einem Jahr sein bestes Rennen der Saison ablieferte. Nach zwei positiven Testwochen in Vallelunga und Barcelona, geht Schumacher "sehr zuversichtlich" in seinen ersten Heim-GP der Saison.
Aber nicht nur er glaubt, dass Ferrari "besser" da stehe, "als es nach außen hin den Anschein" habe. Auch Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, Stammpilot Felipe Massa und die Tester Luca Badoer und Marc Gené verliehen ihrem Optimismus in den letzten Tagen deutlich Ausdruck.
Mit einem runderneuerten 248 F1 soll der erste Saisonsieg eingefahren werden. Verrückt machen lässt sich der Deutsche von den vielen Gerüchten, Spekulationen und Fragen nicht. "Die Formel 1 ist eine verrückte Welt, das muss man wissen, aber man darf sich davon nicht anstecken und ebenfalls verrückt machen lassen."
Bernie Ecclestone würde sich über den ersten roten GP-Triumph seit Indianapolis 2005 garantiert freuen. Denn wenn nicht er, wer sollte dann wissen, wie verrückt die F1-Welt tatsächlich ist - und was für das Geschäft wirklich am besten ist: "Zuerst merkte man an, dass es für die TV-Quoten nicht gut ist, wenn Michael immer gewinnt. Dann sagte man mir, dass es für die TV-Quoten nicht gut sei, wenn Michael nicht mehr gewinnt." In diesem Jahr könnte es die goldene Mitte geben: Ein Michael Schumacher der gewinnt, aber nicht bei jedem Rennen. Nur anfangen muss er damit irgendwann...



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