Seine Autos zählen zu den erfolgreichsten in der Formel 1 und haben bisher insgesamt sechs Mal die Fahrer- und sieben Mal die Konstrukteurs-WM gewonnen. Jetzt gab der Brite gegenüber unseren Kollegen von F1 Racing zu, dass er Ende 2003 nach einem "bitteren Disput" mit dem Management von McLaren über die Zukunft des Teams, kurz davor stand, der Formel 1 den Rücken zu kehren.

Schon in der Vergangenheit hat Newey kein Geheimnis daraus gemacht, dass er die Entscheidung, 2004 den MP4-18A zu bauen, der dann nie zum Einsatz kam, nicht für gut hieß; McLaren hätte gleich ein komplett neues Auto bauen sollen. Wie unglücklich er über diese Situation wirklich war, gab er aber erst jetzt zu. Anschuldigungen von McLaren-Boss Ron Dennis, er hätte letztes Jahr in seinem zweieinhalb Monate dauernden Urlaub schon über die Rente nachgedacht, wies er aber entschieden zurück.

"Ja, mein Urlaub letztes Jahr war etwas länger als gewöhnlich," gestand der 47-jährige, "was aber meine Rente betrifft, so war das einzige Mal, dass ich daran wirklich gedacht habe, Ende 2003 während eines bitteren Kampfes mit McLaren, in welche Richtung wir mit dem Auto 2004 gehen sollten." Er sei sehr desillusioniert gewesen, gibt Newey zu. "Das hatte alle mit dem MP4-19A zu tun, der in Wahrheit nur ein umbenannter 18A war und ich hatte das Gefühl, dass dieses Auto nur Probleme hatte."

"Ich denke, wir hätten den 19B sofort bauen sollen und hätten es auch gekonnt," fährt Newey fort. "Und wenn wir den 19B schon zu Beginn der Saison 2004 gehabt hätten, hätten wir, glaube ich, eine ganz andere Saison gehabt." Vielleicht hätten sie zwar trotzdem die Meisterschaft nicht gewonnen, aber mit Sicherheit mehr Rennen, mutmaßt er. McLaren hat 2004 nur ein einziges Rennen gewonnen, den Grand Prix von Belgien und war den dominierenden Ferrari zu Beginn der Saison hoffnungslos unterlegen.